18.08.2021

Nicht ohne meine Scharia

von Dushan Wegner, Lesezeit 7 Minuten, Foto von Daniel Wallace
Von fünf Millionen Flüchtlingen aus Afghanistan ist nun die Rede. Die verbotene Wahrheit aber ist: Die Menschen fliehen NICHT vor der Scharia – sie fliehen vor den Konsequenzen – und jenes Gesetz bringen viele dennoch in Herz und Kopf mit.
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Darf man eine bestimmte Art von Religiosität mit einem Virus vergleichen? Erlaubt das noch die Sprachpolizei des deutschen Propagandastaates?

Ich werde beide Fragen aufgreifen, doch zuerst sei die Nachricht erwähnt, auf die sich beide Fragen beziehen!

»Nächstes Mal kein Gerede!«

Viele von uns, auch ich, verfolgen heute ja die aktuellen Meldungen mit noch brennenderem Interesse als ohnehin. Wir lesen und gucken und hören – und wir fühlen uns bei Gelegenheit wie Kafkas Maus in der kleinen Fabel (siehe Wikipedia), die umherläuft und keinen Ausgang findet, so schnell sie auch läuft.

In verrückten Zeiten obliegt es zuweilen den Clowns, die Vernunft zu wahren, und wir meinen auch hier nicht die Propagandaclowns des deutschen Staatsfunks – wir meinen die Clowns bei »9gag«.

Online kursierte das Video afghanischer »Flüchtlinge« in Artvin, Türkei. Die Afghanis in ihren Turbans machten sich daran, die Türken von einer strengen Interpretation der Scharia überzeugen zu wollen. Einer der Türken machte den bärtigen Shariajüngern deutlich: »Nächstes Mal wenn ihr hier vorbeikommt, gibt es kein Gerede.«

(Unausgesprochen bleibt: Dann gibt es gleich einen auf die Nase. Der Türke scheint auch fit genug zu sein, das Versprechen umsetzen zu können. Wie es die bärtigen Gelehrten Afghanistans mit der Fitness halten, das sehen wir ja dieser Tage im Bewegtbild: @Mulhak, 16.8.2021.)

Teile der deutschen Politik und mit ihr die politiknahe Journaille rufen bereits wieder »Refugees Welcome«. Die Rede ist von fünf Millionen neuen Flüchtlingen aus Afghanistan (rnd.de, 16.8.2021).

Wie viele der fünf Millionen getarnte Taliban-Missionare sein werden, und wie viele von ihnen die Scharia und strengen Islam »einfach so« mitbringen, man wird es vielleicht dereinst bei Historikern nachlesen können. (So man denn Chinesisch versteht und es überhaupt Chinas einstige Historiker interessiert – wie oft und detailliert muss man über denselben dummen Fehler der Langnasen schreiben?)

Nun, das Personal des Politik-Presse-Propaganda-Komplexes ist es ja nicht, das die Scharia-Debatten mit bärtigen Herren führen muss. Wie auch bei den jüngsten Anschlägen durch »Flüchtlinge« wird sich da Deutschland wohl wieder auf Türken in Atatürk-Tradition und andere aufgeklärtere und doch robust zugreifende Migranten verlassen, die weniger Hemmungen kennen, Hand und Stimme gegen die Feurigsten ihrer Glaubensbrüder zu erheben. So bewundernswert aber diese Mutigen sind, Fakt bleibt, dass solche Notwendigkeit die Manifestation importierter Religionskonflikte ist.

Wohin dann aber?

Ich habe es mehr als einmal beschrieben, und es bleibt ein blinder Fleck in der hermetisch abgeriegelten Denkwelt der »gebildeten Idioten« in deutschen Redaktionen und Propagandastäben. – Ich zitiere aus einem Essay von 2018:

Es sind nicht Chinesen, Schweden, Amerikaner oder Israelis, die zu hunderttausenden nach Deutschland ziehen. Es sind Menschen aus Regionen, in denen bestimmte Denkmuster überwiegen – und da, wo sie sich in Deutschland ansiedeln, werden die Denkmuster und Krisen dupliziert. (Essay vom 30.6.2018)

Das erste (aber wahrlich nicht einzige) Problem der Migration aus der islamischen Welt nach Deutschland bleibt, dass die Menschen eben die Denkmuster mitbringen, die zum Elend vor Ort beigetragen haben.

Einige der Afghanis, die vor den Folgen der Scharia fliehen – oder gar als »Missionare« in den Strom eingeschleust werden, und die Scharia in Herz und Kopf mitbringen, werden Scharia-Schulen in Deutschland eröffnen. Dann herrscht die Scharia eben in Afghanistan und in Teilen von Deutschland – wohin will man dann aber aus Deutschland fliehen?

»… sagte die Katze«

Kafkas ganze kleine Fabel geht so:

»Ach«, sagte die Maus, »die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.« – »Du mußt nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie. (Kafka, Kleine Fabel, via zeno.org)

Die Welt wird enger mit jedem Tag, sagt Kafka – und die Frage stellt sich, für das Land wie für den Einzelnen, ob wir die Laufrichtung ändern können, bevor,  metaphorisch gesprochen, »die Katze uns frisst«.

Ein deutscher »gebildeter Idiot« könnte fragen: Die Afghanis, die vor der extra-konsequenten Scharia fliehen, die werden doch reflektieren und ihre Haltung ändern. Nun, Deutschland hat laut worlddata.info einen durchschnittlichen IQ von ziemlich genau 100 (Singapur liegt wohl bei 108), doch versuchen Sie mal ein deutsches Propagandaopfer aus seiner Zombiestarre zu holen! Der durchschnittliche IQ in Afghanistan liegt laut selber Quelle bei 80. – Es wird ein langer, spannender Weg werden, und nicht alle von uns werden sein gutes Ende erleben.

Chinas Haltung zum extra-konsequenten Islam ist bekannt – zu den extra-konservativen Muslimen im eigenen Land sind sie das Gegenteil von tolerant, mit den Taliban aber verhandeln sie längst über wirtschaftliche Beziehungen – so lange diese in Afghanistan bleiben. Deutschland tut das Gegenteil. Um Kafkas Maus zu zitieren: »Diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu!«

Alle Gedanken, alle Worte

Darf man nun eine Religiosität mit einem Virus vergleichen?

Die Sprachpolizei eines Propagandastaates wie Deutschland wird wenig dagegen einzuwenden haben, wenn die Gedanken und Ideen der Opposition, der Abweichler und der Regierungskritiker mit Viren verglichen werden (ja, die Andersdenkenden selbst werden in Deutschland nicht »nur« mit Viren, sondern mit Ungeziefer wie Ratten verglichen, im Staatsfunk und von Politikern) – aber was ist nun mit den Gedanken einer Religiosität?

Ach, ich will und werde noch viel weiter gehen, ich will ins Universale erweitern, und werde eine These in diesen Raum stellen: Alle in Worte, Symbole oder Handlungen gefassten Gedanken funktionieren in ihrem Wesen wie Viren!

(Oder: Viren und Gedanken sind Varianten desselben Mechanismus, und also verhalten sie sich in vielen wesentlichen Eigenschaften genau gleich, inklusive etwa Ansteckung und Mutation.)

Die edelsten wie die übelsten der Gedanken, allesamt sind sie wie Viren!

»Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!« – ein fürwahr viraler Gedanke der Bibel, so viral, dass er es aus der Bibel der Juden (3. Mose 19:18) in die »extended version« der Christen schaffte (Markus 12:31).

Oder dass Allah aus Andersgläubigen »Affen und Schweine gemacht hat« (Sure 5, Vers 60), auch das könnte man als einen Gedanken bezeichnen, der sich aus eigener »Kraft« verbreitet – bis heute, siehe die jährlichen entsprechenden Aufmärsche im »toleranten« Berlin.

Wir dürfen sagen: Ein jeder Gedanke trägt in sich das Potential, viral zu sein (manche sind darin erfolgreicher als andere, weil sie die Mechanismen der menschlichen Psyche geschickter nutzen).

(Meta-Notiz: Dass Gedanken und Varianten zur selben Spezies gehören, auch das ist ein Virus, den ich hier auf Ihr Denken zu übertragen versuche!)

Der deutsche Staatsfunk und Propaganda-Apparat sind dafür da, die Deutschen täglich mit den Gedankenviren anzustecken, die das Volk ruhig und duldsam halten, ähnlich wie jener Pilz, der Ameisen zu Zombies macht; siehe Essay vom 9.8.2021.)

Marketing-Profis (Propagandisten für Produkte) und Propagandisten (Marketing-Profis für Ideen) studieren heute ganz selbstverständlich, wie sich Gedanken viral machen lassen; populäre Klassiker dazu sind etwa die Bücher Contagious und Made to Stick, begleitend aber natürlich auch Hooked, das explizit und un-verschämt erklärt, wie Facebook & Co. digitale Sucht triggern.

Die Frage ist hier nicht, ob dieser oder jener Gedanke wie ein Virus ist – ein jeder Gedanke trägt in sich das Potential, viral zu sein.

Die Frage ist vielmehr, was die Gedanken, die in den Köpfen der Menschen mitgebracht werden, aus Deutschland machen werden. Wie selbstverständlich berichten uns Medien von Männern, die Frau und Kinder zum Sterben in Afghanistan hinterlassen (etwa telegraphindia.com, 17.8.2021), und auch diesmal wird das Gros der »Flüchtlinge« aus Tausenden jungen Männern im wehrfähigen Alter bestehen, während die Propaganda ihre Kameras auf die zwei bis drei Familien mit kulleräugigen Kleinkindern richtet. Was für eine Gesellschaft wollen Sie in Deutschland aufbauen mit Menschen, denen der weibliche Mitmensch und Familienangehörige so wenig gilt? – Am Flughafen in Kabul flehen derweil die Frauen verzweifelt durch Gitter hindurch, dass man sie retten möge (dailymail.co.uk, 18.8.2021).

Vergessen wir nicht: Die Menschen fliehen nicht unbedingt vor den Gedanken und Denkmustern der Taliban – sie fliehen vor den Folgen der praktischen Umsetzung. Daraus ergibt sich keinesfalls, dass einige von ihnen nicht versuchen werden, dieselben Ideen im Westen umzusetzen — gerade in einem Westen, der es sich verboten hat, den Menschen eine neue Identität und Sinngeschichte anzubieten.

Allen aber, die den Beschwichtigern in Presse und Propaganda auf den klebrigen Leim zu gehen drohen, sei eine simple Aufgabe vorgeschlagen: Fragen Sie doch irgendeinen ernstzunehmenden muslimischen Verband, irgendeinen in der muslimischen Welt angesehenen Gelehrten oder auch nur einen einfachen, aber ernsthaften muslimischen Gläubigen, ob für ihn im Zweifelsfall das Gesetz der Menschen, etwa das Grundgesetz, oder das Gesetz seines Gottes höher steht.

Rechtzeitig zuvor

»Du mußt nur die Laufrichtung ändern«, so wird der Maus bei Kafka geraten – doch ändert sie die Laufrichtung zu spät, dann ist auch das vergebens.

Wir müssten als Staat, als Nation und als Volk die Laufrichtung ändern – vor einiger Zeit schon. »Wird unsere Kraft reichen, den Weg zurück zu gehen?«, so fragte ich 2018, denn: »Jeden Meter, den das Land mit Merkel geht, wird es nach ihr wieder zurückgehen müssen. Es wird hart werden.«

Wenn tatsächlich passiert, was heute zumindest als Möglichkeit abzusehen ist, dann rät die Vernunft dem Einzelnen dringendst, rechtzeitig zuvor die Laufrichtung geändert zu haben.

»Weiterschreiben, Wegner!«

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