Es gibt keine Tage, an denen ich nichts zu schreiben hätte. Im Gegenteil! Zu oft stehen so viele Themen an, dass es sich anfühlt, wie wenn ein Dutzend Leute gleichzeitig durch eine Tür gelangen wollen – und dabei einander blockieren, sodass niemand vorankommt. An solchen Tagen muss ich eben auswählen. (Und wenn ich es nicht tue, resultiert das in einem jener schwierig zu lesenden Texte, die kaum zu lesen sind.)
Zum Glück gibt es auch immer wieder Themen, da schreiben die Finger fast schon von selbst. Es sind nicht meine schlechtesten Essays, vielleicht auch weil Wut die Sätze treibt.
Doch dann, ganz selten, finden sich Tage wie heute.
Es ist ja wahrlich nicht so, dass keine potenziellen Themen vorlägen. Ob Stellenstreichungen (apollo-news.net, 23.07.2025), Proteste gegen die schrittweise Re-Legalisierung in der Ukraine (politico.eu, 22.07.2025) oder das Missverhältnis zwischen 81 abgeschobenen vs. Tausende eingeflogene Afghanen (@S_Muenzenmaier, 23.07.2025) – alles potenzielle Themen.
Da bekanntlich jeder Tag nur einmal passiert und also genutzt werden will, will ich stets über jenes potenzielle Thema schreiben, das nach meinem Bauchgefühl und Verstand das wichtigste Thema ist.
Heute aber sehe ich das wichtigste Thema des Tages nicht in den Nachrichten, aber auch nicht in spirituellen oder philosophischen Fragen.
Mit Blick aufs Danach
Heute – und in dieser Ära der Weltgeschichte – scheint mir das für dich und mich relevanteste Thema nicht so sehr zu sein, was heute passiert, sondern was danach der Fall sein wird – und was du schon heute mit Blick aufs Danach tun kannst.
Ein Christ könnte »Danach« im religiösen Sinne verstehen, und auch die Frage nach dem Seelenheil werden viele Menschen in Krisenzeiten aus gutem Grund öfter und konsequenter stellen.
Ich meine hier mit Danach die Zeit nach dieser Krise.
Ich höre etwa die Rechenspiele, wann die Deutschen die Minderheit in ihrem eigenen Land sind. (Ein Zyniker könnte anmerken: Die Deutschen, die 1. selbst denken und 2. sich nicht selbst belügen, sind schon heute in der Minderheit.)
Berechnungen gehen davon aus, dass dieser Zustand im Jahr 2052 der Fall sein wird (miwi-institut.de, 20.11.2023). Solche Rechenspiele gehen allerdings zumeist von aktuellen Geburtenraten – nicht davon, dass die EU und NGOs immer weiter flugzeugweise Einwanderer einfliegen und alles noch beschleunigt.
Ich erwarte: Es könnte – und wird also – vermutlich viel schneller passieren.
Aber nicht alle
Die Umgestaltung Deutschlands zum nächsten Sozialismus, zur UnsereDemokratie. Die Einschüchterung abweichender Meinungen mit Hausdurchsuchungen als Waffe. Das Verbot der Opposition durch Besetzung des Verfassungsgerichts mit 150-Prozentigen. Die Sprengung der Kernfamilie. Die De-Industrialisierung Deutschlands für »Klima«. Die Umverteilung alles deutschen Restvermögens in die Ukraine und der Ausverkauf der Wohnungen an ausländische Investoren. Und so weiter, genug für jetzt.
Wenn all diese Entwicklungen abgeschlossen sind, in welchem Land und in welcher Welt wirst du danach leben?
Und dann, vor allem: Wie bereitest du dich aufs Danach vor?
Ja, sicher, vielleicht wird es gelingen, einige dieser Entwicklungen zu bremsen – aber nicht alle. (Und zum Beispiel die demokratischen Wege, auf denen man solche Probleme einst löste, werden abgeschafft. Und die anderen »Wege« graust es einen auch nur beim Namen zu nennen.)
Es kann durchaus gute Gründe geben, sich nicht mit dem Danach zu beschäftigen. Etwa, weil du der Regierung vertraust, die letzten zehn Jahre rückgängig zu machen und alles schnell zu reparieren. Oder weil du in einer der noch immer vorhandenen »Inseln der Seeligen« wohnst, physisch und psychisch, und schlicht nicht mitbekommst, dass etwas schlecht läuft.
Verwirrende Zeiten
Doch noch ein Grund könnte dazu führen, sich nicht mit dem Danach zu beschäftigen: Weil man keine Chance sieht, dass etwas besser wird. Jeder Tag kommt nur einmal, warum also, wenn wir am Danach nicht genug ändern können, nicht jetzt guter Dinge sein?
Ja, regt euch fein über die Ereignisse des Tages auf – es hat ja etwas Kathartisches. Doch das eigentliche Thema dieser Tage ist doch, wie das Danach aussieht – und wo du darin sein wirst.
Benennt das Danach so realistisch, wie ihr könnt, und bereitet euch darauf vor.
Oder bereitet euch nicht vor, sondern ruft: Trinkt, esst und seid guter Dinge, denn morgen sind wir tot!
Es sind verwirrende Zeiten, in denen ich beide Reaktionen verstehe und wohl auch gutheißen können. Etwas tun, oder nichts tun – Hauptsache du bist ehrlich zu dir selbst.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Das wichtigste Thema des Tages von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/das-wichtigste-thema/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
