Es ist wieder passiert – es passiert ja nicht oft genug! Es ist ein gutes Gefühl, wenn auch ich selbstverständlich darauf achten muss, dass dieses gute Gefühl eben Dankbarkeit ist – nicht Stolz. Lasst mich erklären!
Ich las dieselben Nachrichten wie die meisten von uns. Zum Beispiel über Trumps Entspannungspolitik in Alaska. Und es überraschte mich nicht, dass deutsche Kriegstreiber das doof finden.
Ich sah Bilder von Gaza-Palästinensern, die per Flugzeug in Belgien eintrafen. Ich seufzte nur noch und fragte gar nicht mehr, warum nicht all die arabischen Anrainer-Staaten diese Leute aufnehmen. (Böse Zungen sagen: Weil die Araber diese Leute kennen.)
Ich sage auch weiterhin wenig zum Thema Israel vs. Gaza. Am 8.10.2023 war abzusehen, dass Gaza zu Israel und Gaza-Palästinenser in die EU-Besatzungszone umquartiert werden, aber auch in suizidale US-Städte wie San Francisco. Mich überrascht lediglich, dass es so lange dauerte, bis die Umquartierung begann.
Nota bene: Ich billige mit solchen Voraussagen übrigens nicht die Handlungen, von keiner der handelnden Seiten. Wenn ich vorhersage, dass ein ins Dorf rollender Felsen das Dorf plattmachen wird, billige ich dies ja auch nicht. (Dennoch werden Menschen mit prä-intellektuellem, magischem und also »linkem« Denken mir genau das vorwerfen. Das sind auch jene Leute, die sich täglich neue politische korrekte Worte und Symbolbilder ausdenken, weil sie glauben, durch solche magischen Handlungen würde auch die Realität entsprechend verändert. Das funktioniert nachweislich nicht, also erfinden diese gottlosen Priester immer neue Wortmagie mit dem Versprechen, dass dieser neueste Trick jetzt aber wirklich funktionieren wird. Die richtigen Sakramente sind seit den Katakomben dieselben, weil sie funktionieren. Wer sie verändern will, tut es womöglich gerade weil sie funktionieren.
Zur Kenntnis genommen
Ach, da verliere ich mich doch glatt im Nota bene, doch es führt ja durchaus zum Eigentlichen hin. Denn: All dies und einiges mehr habe (auch) ich gelesen und zur Kenntnis genommen.
Ich stimme euch gegebenenfalls darin zu, dass diese Ereignisse ein legitimer Grund zur empörten Aufregung sind.
Doch heute passierte es, dass mich eine Bibellesung des Tages tatsächlich mehr bewegte als der tagesaktuelle Wahnsinn.
Ich rede hier von Lukas 12, Verse 49 bis 53. Lest ruhig die ganze Passage, sie ist heftig. Hier nur ein Zitat: »Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.«
Es erinnert uns natürlich an Matthäus 10:34: »Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen! Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.«
Wenn in Deutschland öffentlich von der Botschaft Jesu gesprochen wird, dann klingt es regelmäßig so, als sagte Jesus stets das, was die aktuelle Regierung gerade fordert (ja, inklusive mRNA-Injektion). (Laut solchen Gestalten hätte der, der die andere Wange hinzuhalten predigte, der Ukraine zu weiterem Blutvergießen geraten.)
Spricht man aber mit »privaten« Christen, hegen die allzu oft ein Eia-Popeia-Jesus-Bild. »Christlich« ist für die, was sich allezeit gut anfühlt. Doch der Jesus der Bibel und der christlichen Tradition ist weder beliebig noch zahnlos.
Das ist eine Lektion und Ermutigung, die sich wahrlich nicht nur an gläubige Christen richtet: Rechne damit, dass wenn du die Wahrheit sagst und nach bestem Gewissen das Richtige tust, du Menschen gegen dich aufbringen wirst. Die Wahrheit schenkt inneren Frieden – nach außen hin aber ist die Wahrheit ein Schwert.
Doch da wäre auch Matthäus 5, Vers 11. In wörtlicher Übersetzung lautet der so: »Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und gesagt wird jedes böse (Wort) gegen euch, während sie lügen, um meinetwillen.«
Die Formulierung »während sie lügen« lautet auf Griechisch pseudómenoi (ψευδόμενοι). Ja, Jesus preist diejenigen selig, die für die Wahrheit geschmäht und verfolgt werden – aber exakt solange, wie das, was dir nachgesagt wird, eine Lüge ist!
Tatsächlich einfach nur
Nicht jeder, dem von den Autoritäten widersprochen wird, ist ein Galileo Galilei – bisweilen redet so einer tatsächlich einfach nur Unsinn.
Und wahrlich nicht jeder, von dem sich Kollegen und Kinder lossagen, ist ein Prophet der Wahrheit – mancher benimmt sich einfach nur wie ein narzisstischer Psychopath.
Ihr merkt, es ist heute tatsächlich wieder passiert: Die Lesung aus den Evangelien hat mich mehr bewegt als die Nachrichten.
Ja, manches ist schrecklich in diesen Tagen (und mit »Tagen« meine ich hier Jahre und Jahrzehnte). Die Ereignisse und die absehbaren Entwicklungen bereiten auch mir Angst oder zumindest Sorge.
Doch am meisten Angst und Sorge bereitet mir in dieser Zeit, wie schnell man allein dasteht, wenn man es wagt, offensichtliche Wahrheiten auszusprechen.
Nein, bildet euch nicht ein, ihr wäret schon dadurch gerechtfertigt, dass Menschen euch widersprechen. Überlegt sehr genau, für welche Wahrheit es sich wirklich lohnt, Freunde und Familie zu vergrätzen.
Doch wenn ihr euch entscheidet, für eine Wahrheit die Spaltung auf euch zu nehmen, dann wisst: Ihr seid eben nicht ganz allein.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Sondern das Schwert von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/sondern-das-schwert/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
