23.09.2022

Und dann kamen die Busse

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten, Foto von Jack Delulio
Eine Sache haben die moderat betuchten »Guten« von Berlin und die superreichen »Guten« von Martha’s Vineyard gemeinsam: Wenn man sie beim Wort nimmt (z. B. in Sachen »Willkommenskultur«), machen sie sich in die Hose. (Aber nicht nur die …)
Und dann kamen die Busse
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Kurz nachdem Russland in der Ukraine einmarschiert war, sah ich ein »lustiges« Filmchen aus Moskau. Ein YouTuber filmte junge Männer, die öffentlich ihre Unterstützung erklärt hatten.

Er ließ sie ihre Parolen wiederholen – und dann hielt er ihnen ein Formular hin, mit dem sie sich freiwillig an die Front melden konnten.

Hach, wie schnell sich die Maulhelden doch trollten, als es selbst ans Sterben ging.

Nun, Monate später, finden sich in Moskau und anderswo noch immer Männer, die starke, patriotische Sprüche in Kameras brüllen.

Allerdings sah ich gestern ein Video, und da sagten Männer wieder »mutige« Sprüche. Und dann kamen die Busse, und die Großmäuler wurden vor laufender Kamera zum Militär eingezogen. Plötzlich waren sie ganz kleinlaut, und sie wollten eben doch lieber leben – einer urinierte sogar vor Angst in die Hose.

Paradies und Abschiebung

Aber gut, es sind halt Menschen – Apropos »Gutmenschen«: 2018 berichtete ich von Berliner Gutmenschen, konkret eher linken Künstlern in politischer Nähe zu »Refugees Welcome«, die sich plötzlich recht rabiat wehrten, als die ach-so-willkommenen »Flüchtlinge« bei ihnen auf dem Areal angesiedelt werden sollten. Wir stellten fest:»Aus Gutmenschen, die es selbst betrifft, werden schnell Bösmenschen«.

In den USA haben Gouverneure südlicher Staaten begonnen, die ach-so-moralischen nördlichen »Democrats« beim Wort zu nehmen – und man schickt aus dem Süden kommende illegale Migranten nach Norden weiter.

Ron DeSantis sandte nun 50 aus Venezuela stammende Migranten weiter, und zwar direkt ins wahre Herz des globalen Gutmenschentums, auf die Luxus-Ferieninsel Martha’s Vineyard in Massachusetts (achgut.com, 21.9.2022; mvtimes.com, 14.9.2022).

Martha’s Vineyard ist buchstäblich eine Art »dauernde Weltausstellung linker Lebenslügen«. Im Essay »Hört auf die Wissenschaft!« vom 3.8.2021 etwa notierte ich Barack Obamas Super-Geburtstagfeier mit 500 Gästen auf Martha’s Vineyard – mitten in Corona-Zeiten.

In Martha’s Vineyard findet man Poster, auf denen in vielen Sprachen steht: »All are welcome here« – alle sind hier willkommen (dailymail.co.uk, 15.9.2022).

Die reichen Gutmenschen stellen sich zur Dekoration schon mal Schilder in den Vorgarten ihrer Villen, auf denen sie ihre eigene Willkommenskultur preisen. Und dann kommen die Busse.

Die reichen Einwohner reagierten erst empört. Dann besannen sie sich und teilten medienwirksam Essen aus – und gleich darauf konnte man die ungebetenen Gäste gar nicht schnell genug abschieben. (Aktuell dauert die Abschiebung wohl noch an, siehe mvtimes.com, 21.9.2022.)

Keine Buße

Wie reagieren die »Guten«, wenn man ihre Heuchelei und Verlogenheit bloßstellt?

Gehen sie in sich? Tun sie Buße und ändern sich?

Hahahaha – nein.

Wer die »Guten« als die Lügner bloßstellt, die sie sind, wird von ihnen verklagt. Und weil die Pharisäer von Martha’s Vineyard eben auch schlaue Feiglinge sind, klagen sie nicht selbst, sondern lassen andere an ihrer Stelle klagen.

zeit.de, 21.9.2022 titelt: »Migranten verklagen Gouverneur von Florida nach Transport auf Insel«. Angeblich seien sie »unter Vorspiegelung falscher Tatsachen« nach Martha’s Vineyard gelockt worden. Man fragt sich, was ihnen denn versprochen worden sein kann – immerhin wurden sie ja buchstäblich ins Paradies der Superreichen und Ultra-Toleranten gebracht!

Ich wäre ehrlich überrascht gewesen, wenn die ZEIT in dieser Angelegenheit die ganze Wahrheit gesagt hätte.

Was die »Journalisten« zu erwähnen »vergessen«: Laut foxnews.com, 21.9.2022 wurden zentrale »Aktivisten« hinter dieser Klage vom Netzwerk eines gewissen gebürtigen Herrn finanziert, den wir der Diskretion halber hier nur »George S.« nennen wollen. Superreiche Migrations-Aktivisten wollen wirklich, wirklich nicht, dass Migranten auch nur in die Nähe ihrer eingezäunten Luxusvillen kommen.

Die Gemeinsamkeiten

Moskauer Putinfans, die Gutmenschen von Berlin und die Reichen von Martha’s Vineyard haben gemeinsam, dass sie beide zwar gewisse Worte sagen – aber wenig Lust haben, selbst die Konsequenzen solcher Worte zu tragen.

Fanatische Putin-Anhänger und sogenannte »Democrats« haben gelegentlich auch gemeinsam, dass sich beide vor Angst in die Hose machen (mal buchstäblich, mal metaphorisch), wenn man sie zwingt, ihren Worten auch entsprechende Taten folgen zu lassen.

Der schmerzhafte Unterschied zwischen den Putinfans von Moskau und den Reichen von Marthas Vineyard ist nur, dass die armen, fanatisierten Trottel von Moskau nicht viele weitere Möglichkeiten haben. Die bekommen eine Uniform angezogen, und dann werden sie in die Ukraine geschickt, um von NATO-Waffen getötet zu werden.

Die Superreichen von Martha’s Vineyard, die starten den Gegenangriff. Soros & Co. sind »nicht amüsiert«, wenn ein Politiker einmal testet, wie ernst sie es selbst mit offenen Grenzen und Willkommenskultur meinen – und sie wollen juristisch sicherstellen, dass so bald niemand es wagt, die Lügen der Migrations-Lobby als solche offenzulegen.

Handle, Lieber!

Ich habe mir ja vorgenommen, über aktuelle Nachrichten nur dann nachzudenken, wenn ich etwas daraus lernen kann.

Bei den wortmutigen Männern aus Moskau wäre ich nicht unfroh, wenn es ihnen gelingen sollte, es sich »anders zu überlegen«. Aber gerade die Heuchelei von Martha’s Vineyard mahnt uns: Worte allein sind wenig wert – deine Taten sind es, die am Ende des Tages zählen.

Und so, liebe Leser, habe ich rund siebenhundert Worte gebraucht, um schlicht zu sagen: Handelt lieber, statt bloß zu reden – doch wenn ihr redet, dann überlegt euch zuvor, ob ihr den mutigen Worten ebenso mutige Taten folgen lassen werdet.

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