Dushan-Wegner

04.06.2024

Prüfen ist nicht machen

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten
Die Regierung will nach Messer-Attacke »prüfen«, ob man Straftäter nicht heim nach Afghanistan abschieben kann. Was dagegen spricht? Die schlimme Sicherheitslage dort. Na gut, dann passen sie halt die deutsche Sicherheitslage der afghanischen an.
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Freunde, es gibt diese Schlagzeilen, da fasse ich mir an den Kopf oder schüttle den Kopf, denn es will mir einfach nicht in den Kopf, wie die Leute das alle hinnehmen. Und all das hindert meinen Kopf nicht daran, bald platzen zu wollen. So oder so – diese Art von Schlagzeilen bereitet mir Kopfschmerzen.

Die Schlagzeile bei n-tv.de lautet: »Reaktion auf Messer-Attacke – Faeser prüft Abschiebung nach Afghanistan«.

Als »Reaktion auf Messer-Attacke« »prüft« man nun eine Abschiebung.

Nein, das hält man doch im Kopf nicht aus! Man prüft, ob und wie man Straftäter wieder nach Afghanistan abschieben kann. Aktuell tut man es nicht, weil angeblich die »Sicherheitslage« dort so schwierig ist.

Wir wollen es einmal ausformulieren, nicht »spaßeshalber«, mehr so »gruselhalber«: Weil die Sicherheitslage in Afghanistan so schlimm ist, muss man Leute in Deutschland lassen und all-inclusive versorgen, welche dafür die Sicherheitslage in Deutschland der Sicherheitslage in Afghanistan anpassen.

Deutsche Absurdität

Lasst uns einmal die Absurdität der deutschen Situation mit einem Vergleich bebildern!

Stellt euch eine Familie vor, die in einem Haus wohnt. Und diese Familie hat seit Monaten die Tür ihres Hauses sperrangelweit offen stehen lassen – Tag und Nacht.

Man ließ nicht nur die Tür weit offen stehen. Die Familie erzählte in der Straße herum, dass jeder, der will, durch die offene Tür eintreten soll.

Man brauche einfach nur einmal hereinzukommen, man würde Essen und Trinken gratis bekommen, ein Bett für die Nacht, solange man will – und ein Taschengeld dazu.

Menschen folgen der Einladung. Vor allem treten jene Leute ein, für welche ein solches Angebot besonders attraktiv ist – attraktiver als der Verbleib im eigenen Zuhause, in den eigenen Umständen, sprich: Leute, die wenig zu verlieren haben.

Und leider, leider sind unter denen, die das Angebot der offenen Tür und der Gratis-Vollversorgung annehmen, einige böse Leute, welche sich gegenüber den Gastgebern ziemlich fies verhalten.

Ein Gast ist betrügerisch drauf: Er tut so, als wäre er gleich 10 Gäste, und holt sein Taschengeld gleich zehnmal ab. Dann schickt er es dann nach Hause, wo die Leute wohnen, die er eigentlich mag.

Ein anderer Gast begrabscht die Tochter des Hauses. Einer lässt das Besteck weniger werden. Kurz, das Leben im Haus wird immer gefährlicher. Die Bewohner des Hauses, die schon länger da sind, gehen abends nur vorsichtig aus ihren Zimmern.

Die ursprüngliche Laune der Großzügigkeit und christlichen Nächstenliebe auch für die fernsten »Nächsten« wird zu einer Mischung aus Sichabfinden, Angst und Realitätsleugnung.

Der strenge Familienvater hat der Familie verboten, sich allzu laut über die Gäste zu beschweren.

Und dann geschieht es.

Trotz Beschwerdeverbots beschwert sich Opa darüber, dass ein Gast ein Fenster eingeschlagen hat.

Der Gast wird wütend, dass jemand sich über ihn zu beschweren wagt – und er ersticht Opa.

Während sie Opa abholen, kommt der Hausvater dann doch ins Grübeln. Er betrachtet seine Frau, die wegen eines Missverständnisses ein blaues Auge und zwei Zahnlücken aufweist und ob der Angelegenheit doch erstaunlich positiv bleibt.

Der Hausvater seufzt und denkt an seine Tochter, die nach dem zehnten Begrabschtwerden zum Nachbarn gezogen ist (was wieder ganz andere Probleme nach sich zog).

Langsam kommen ihm Zweifel an der Idee mit der offenen Tür, doch erschrocken korrigiert er sich selbst: »Nein, ich werde die Tür nicht schließen, das wäre unmoralisch!«

Während sein Schlafzimmer in Flammen aufgeht, murmelt er weiter: »Ich werde aber prüfen, ob ich den Herrn, der meinen Schwiegervater umgebracht hat, höflich darum bitte, wieder aus unserem Haus auszuziehen.«

»Nein, nein, nein«, nuschelt seine Frau mit verdrahtetem Kiefer, »wer weiß, was der Arme da draußen durchmacht, wenn wir ihn aus dem Haus schicken!«

Der Hausvater nimmt seine lädierte, aber zutiefst von der guten Sache überzeugte Frau in den Arm, und er sagt: »Keine Angst, Schatz, ich bin doch kein Unmensch. Ich werde es nur prüfen! Prüfen ist nicht machen. Eigentlich ist es eine Prüfung an uns selbst, ob wir moralisch und standhaft genug sind.«

Hilft Ehrlichkeit in Metaphern?

Hier setzen wir, liebe Freunde, einen Schnitt.

Nein, ich verstehe auch nicht, was genau den Hausherrn so antreibt. Oder seine geschundene Gattin, die zu schützen doch eigentlich die heilige Pflicht des Hausherrn ist.

Mein Kopf will schier explodieren ob der Vorgänge, die in Deutschland passieren – und als Deutschem kann einem ganz ohne Freiheits-Injektion das Herz dabei schlimm wehtun.

Ich verstehe nicht, warum es passiert. Ich versuche nur, mir einzugestehen, was da passiert.

Hilft die brutale Ehrlichkeit, hauchdünn in Metaphern verpackt, unserer Seele dabei, mit dieser Realität klarzukommen?

Freunde, ich will es prüfen.

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