09.08.2021

Und wieder ein Priester

Und wieder ein Priester

In Frankreich hat wieder ein Flüchtling einen Priester ermordet. Ja: Wieder. Diesmal ist es der, welcher 2020 die Kathedrale von Nantes anzündete. Macron sagt wieder große Worte. Was KANN er aber tun, wenn er »Globalist« und »tolerant« bleiben will?

»Wir haben das Feuer zu fürchten verlernt«, so schrieb ich über den Essay vom 18.7.2020. Ich schrieb über den Brand der Kathedrale von Nantes.

Der Text schloss so: »Wir wähnen, das Feuer gebannt zu haben – wie aber erklären wir uns dann die Flammen?«

Wenige Tage später stand fest, wer es war, der die Kathedrale von Nantes angezündet hatte. Ein Flüchtling. Ich notierte es im Essay »Lampedusa und die Dankbarkeit« vom 26.7.2020.

Mitte Oktober 2020 war Frankreich in den Nachrichten mit roher Gewalt und Hass auf das, was uns einst buchstäblich heilig war.

Der Flüchtling Abdullah Anzoro hatte den Geschichtslehrer Samuel Paty ermordet. Ich hatte es im Essay vom 18.10.2020 notiert. Politiker taten ganz erschüttert. Macron versprach, die Täter würden »nicht damit durchkommen«. – Ich hatte Zweifel an diesem Pfeifen im (brennenden) Wald, ich fragte im Titel: »Was will er tun, was er bislang nicht getan hat?«

Im selben Monat schlug wieder ein Flüchtling in Frankreich zu. Diesmal in einer Kirche. Ich notierte es im Essay vom 29.10.2020 (Titel: »Berlin schwätzt, Frankreich erträgt«). (Es war in Nizza. Wenn man allerdings »Terror« und »Nizza« in einer Suchmaschine eingibt, sollte man das Datum einschränken, sonst könnte man etwa zum extra blutigen Anschlag von 2016 gelangen; siehe dazu »Wir müssen hinschauen, endlich hinschauen« vom 15.7.2016.)

Was haben »wir« gelernt? Sind sie wirklich »nicht damit durchgekommen«? Ich nehme an, dass wenn ein »Flüchtling« eine Kathedrale anzündet, man ihn nicht mehr weiter versorgt, sondern ihn schnurstracks abschiebt?

Es ist der 9. August 2021 und wir erfahren: »Brandstifter ermordet katholischen Priester« (bild.de, 9.8.2021).

Der Name des Priesters ist Olivier Maire. Er wurde 60 Jahre alt. Beim Mörder handelt sich um denselben »jungen Mann«, der letztes Jahr die Kathedrale anzündete. Er hatte den Flüchtling aufgenommen, nachdem dieser die Kathedrale angezündet hatte (so mirror.co.uk, 9.8.2021).

Macron sicherte den Katholiken in Frankreich »all seine Unterstützung« zu. Und wieder frage ich: Was will Macron tun, was er bislang nicht getan hat?

»Wir haben das Feuer zu fürchten verlernt«, so warnte ich 2020 – doch auch ich bin mir nicht sicher, wie man das »Feuer zu fürchten« neu lernen sollte, wenn man es noch immer ignoriert (Bildung soll angeblich helfen, Geschichtskenntnisse sowieso, Empathie ist aber zwingend – alles drei eher nicht das, was man bei den »Guten« und »Gehorsamen« voraussetzen sollte).

Es wird ja kaum berichtet, doch Frankreich verliert, so catholicnewsagency.com, 4.5.2021, durchschnittliche alle zwei Wochen ein Gotteshaus. Nicht immer ist es Feuer wie beim Brand von Notre-Dame, manchmal ist es plumper Vandalismus (siehe auch Essay vom 16.4.2019), manchmal ist »nur« Fortschritt (siehe Essay vom 26.2.2021).

Die Morde und Zerstörung von Kathedralen in Frankreich sind ja »nur« der Ausläufer weltweiter Gewalt gegen Christen, die im Schatten der Coronapanik heftiger wurde (siehe etwa theguardian.com, 13.6.2021). Es hat seine psychologische Logik, dass der Westen umso mehr gehasst wird, umso mehr er helfen wird: Die Fähigkeit, anderen zu helfen, führt dem Hilfesuchenden ja dessen eigene Unfähigkeit vor, sich selbst aus seinem Elend hochzukämpfen. (Zugleich finden die Feinde des christlichen Westens gewisse natürlich mildere Formen der Anti-Christlichen in der europäischen Linken wieder, etwa wenn sich die SPD über den katholischen Glauben eines CDU-Kandidaten lustig macht (siehe YouTube), oder Peinlichminister Maas bei einer Jubiläumsfeier den Vatikan meint anraunzen zu müssen (siehe die-tagespost.de, 9.8.2021).)

Ich wünsche dem Umfeld des heute ermordeten katholischen Priesters die notwendige Kraft. Und ich frage wieder: Was will Macron tun, was er bislang nicht getan hat? Was wollen die Globalisten und Toleranzlügner denn tun, das sie bislang nicht getan haben?

»Wir müssen hinschauen, endlich hinschauen«, so mahnte ich 2016. Einige Bürger schauen ja schon länger hin – es braucht wahrlich Mut und Nerven.

Ich frage mich jedoch, was es bräuchte, auch den Rest von uns zum Hinschauen zu bewegen.

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