3.11.2020

Terrortoleranz

von Dushan Wegner, Lesezeit 7 Minuten, Foto von Jordan McQueen
Am Ende gewinnt immer die Realität, und die letzte Realität linksgrünen Toleranz-Wahns sind Terror, Tod und Traurigkeit. All ihr Linken, Lügner und Leugner, tragt ihr denn nicht Mitschuld an jedem einzelnen Toten?
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Realitätsleugner sind heute wie einer, der den Wolf auf die Schafweide lässt und sich dabei auf die »Moral« beruft. (»Wolf und Lamm sollen beieinander weiden«, so ist ja in Jesaja 65:25 prophezeit, und kann es denn unmoralisch sein, das Prophezeite selbst herbeizuführen?)

Und dann, wenn der Wolf eben doch die Schafe reißt – ganz wie ein Nüchterner es erwarten würde – dann erklärt der linke Realitätsleugner mit dem Augenaufschlag des Gerechten: »Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der gerissenen Schafe! Die wahren Bösen an diesem Unglück sind aber jene, welche schlecht von den Wölfen reden!« (Nein, die Worte des Realitätsleugners ergeben natürlich keinen Sinn – doch sind sie nicht geradezu schnalzend moralisch?)

Toleranz und Tote

In der Theorie (so man linksgrüne Weltbilder überhaupt »Theorie« nennen kann) bedeutet »Toleranz« ein wohliges Bauchgefühl beim Fair-Trade-Latte-Macchiato im sozial und kulturell homogenen Clubcafé der Bessermenschen – in Praxis und Realität bedeutet »Toleranz« heute, dass einer fragt: »Hast du von dem Terror-Anschlag gehört?«, und der andere antwortet: »Von welchem?«

»Toleranz« bedeutet in der Praxis, dass man auf Twitter einen Stadtnamen trenden sieht, und schon die Tweets der Politiker und anderen Lügner an deren Stelle schreiben kann: »Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer von (NAME DER STADT). Extremismus und Gewalt dürfen nie über unsere Werte siegen. Blaah, blipp, blupp…«

Anfang November 2020, kurz vorm Lockdown, starben in Wien (Stand 3.11.2020, Vormittag) vier Menschen infolge von »Toleranz«, fünfzehn weitere Menschen wurden verletzt, sieben davon schwer.

Einer der Mörder bekennt sich zum »Islamischen Staat«, einer ist am frühen Dienstag Morgen noch auf der Flucht (bild.de, 3.11.2020).

Wenn heute einer fragt: »Hast du vom Terroranschlag gehört?«, und der andere zurück antwortet, »Von welchem?«, dann hört man als Ortsangabe eher selten jene EU-Länder, welche von der Propaganda (und damit von Gutmenschen) als »intolerant« ausgezeichnet werden.

Der Anschlag von Wien reiht sich ein in die neue Perlenkette religiös motivierter Terror-Anschläge in »toleranten« EU-Ländern, zuletzt mit dem Schwerpunkt Frankreich (siehe dazu die Essays »Was will er tun, was er bislang nicht getan hat?« vom 18.10.2020 und »Berlin schwätzt, Frankreich erträgt« vom 29.10.2020).

Einfach den Vogel zeigen

Dem Wort nach ist ein Realitätsleugner jemand, der die Realität leugnet, also alle Realität(en), doch im Fall der tödlichen linken Lebenslüge empfiehlt sich Differenzierung!

Der Profi-Realitätsleugner leugnet deine Realität – nicht die seine.

Im Text »Gegen Trump, gegen die Demokratie selbst« vom 14.6.2020 notiere ich (und verlinke ein Beleg-Video) den Fall eines sehr reichen Offene-Grenzen-Aktivisten (dessen Propaganda-Geld auch diverse deutsche Meinungsmacher »fördert«), der für den Pöbel die Ideologie der offenen Grenzen propagieren und jede andere Haltung als übel unmoralisch abwerten lässt, selbst aber hinter hohen Mauern mit teurer Security lebt. Man kann sich recht zuverlässig darauf verlassen: Je mehr »Toleranz« und »offene Grenzen« ein Prominenter fordert, umso intoleranter und höher eingezäunt lebt er selbst.

Profi-Realitätsleugner leugnen deine Realität, sich selbst aber, ihre Kinder (so sie welche haben) und vor allem ihr eigenes Vermögen haben sie längst abgesichert. (Randnotiz: In den USA ist die Zahl der privaten Jet-Flüge etwa zu den Hamptons im Oktober 2020 um 172% hochgeschnellt.)

Im Alltag begegnen Ihnen und mir die »Profi-Realitätsleugner« eher selten. (Wenn man sie dann doch trifft, stellt man fest, dass unter ihnen selbst wieder Untergruppen existieren, etwa die eiskalten Zyniker, die privat unverhohlen zugeben, dass sie eine Lüge schauspielern, dazu auch die in brachialer kognitiver Dissonanz lebenden »mittleren Etagen«.)

Gegen die »großen« Realitätsleugner zu argumentieren ist fruchtlos. Die sagen, um eine Frau Angela M. zu paraphrasieren: »Ist mir egal, ob ich an der Destabilisierung des Westens mit schuld bin, jetzt ist sie halt da (und ich profitiere davon).« – Diese Gestalten wissen, was sie tun – und sie sind nicht vom Gewissen geplagt wie Sie oder ich.

Ich frage mich, und es ist beileibe nicht nur eine rhetorische Frage: Welche Schuld trifft die »kleinen« Realitätsleugner am Terror, die Biedermanns, die sich in den linken Lügen der Propaganda einrichteten, weil selbst zu denken ihnen Angst bereitete oder schlicht zu anstrengend war?

Im Essay »Wi(e)der die Folgsamkeit« (eine Ode auf Henryk Broder) erwähnte ich Walter Kempowski, der einst die Deutschen fragte, ob sie gewusst hatten, was im Dritten Reich geschah.

Die Ermordeten von Wien, Nizza und all den anderen »toleranten« Orten sind genauso tot wie die Toten des Dritten Reiches. Die von den Nazis ermordeten Menschen sind genauso tot wie jene, welche vom Islamischen Staat ermordet wurden; was sie unterscheidet ist ihre Zahl, nicht die Bösartigkeit ihrer Ermordung. (Ein bitterböser Zyniker würde ergänzen: Der Nazi-Staat hinterließ immerhin Qualitätsfirmen wie Volkswagen, den Muttertag und eine TV-Produktionsfirma, die noch heute für den verfluchten deutschen Staatsfunk arbeitet. – Randnotiz: Was tun die Behörden im Propagandastaat Deutschland am Tag nach dem Terroranschlag von Wien? Richtig, sie gehen gegen sogenannte »Hasskommentare« im Internet vor (bild.de, 3.11.2020: »Großrazzia wegen Hasskommentaren«). 

Als Kempowski fragte, ob die Deutschen »weggeschaut« hätten, schwang mit, dass im Wegschauen eine moralische Mitschuld liegt. Ich wäre nicht bar jedes Verständnisses, wenn einer auch dem »kleinen« Realitätsleugner von heute sagte: »Du Gutmensch, indem du die Realität leugnetest und wegschautest, hast du moralisch mitgeschossen, mitgeköpft, mitgemordet.«

Ich denke weiterhin, dass die Islamisierung des Westens nur ein vorübergehendes Phänomen ist, gesamtgeschichtlich gesehen. Ich denke weiterhin, dass auch dieses Terror-Problem vorübergehend ist. Islamisierung und Terror fänden nicht statt, wenn sie nicht im Wahn gutmenschlicher Ideologie einen derart willigen Wirt fänden – wir alle ahnen aber, dass gutmenschlicher Wahn weltgeschichtlich betrachtet nur ein kurzes, unwichtiges Kuriosum sein wird.

Die Täter halten sich für Eroberer (siehe auch Flüchtlinge mit »Istanbul 1453«-T-Shirts, notiert im Essay vom 19.4.2020), es sind aber Zerrissene, wie ihre linken Förderer, die alles zerstören wollen, was ihnen ihre eigene Zerrissenheit aufzeigt.

»A house divided against itself, cannot stand« (etwa: »ein Haus, das gegen sich selbst gespalten ist, wird nicht bestehen«), mahnte Abraham Lincoln einst, und das »innere Haus« dieser Täter ist definitiv gespalten.

Klügere Gesellschaften als wir werden ihnen einfach den Vogel zeigen – und wir wissen, was das praktisch bedeutet.

In einer klügeren Welt

Die Terroristen sind so stark, wie und weil wir schwach sind. Der Wolf ist so gefährlich, wie Schäfer und Hund es zulassen. Mit »Wolf« meine ich: Eine Idee, die den Träger bewegt, den Träger jeder andern Idee zu zerstören (wenn und weil er die andere Idee nicht in der Sache entkräften kann).

Linke politisch Korrekte und islamische Terroristen sind Brüder und Schwestern im Geiste, sie unterscheiden sich zuletzt in wenig mehr als der Methodik, sprich: wie weit sie zu gehen bereit sind, um jene zum Schweigen zu bringen, an denen sie die Risse im Weltbild der jeweiligen Ideologie erkennen.

In einer klügeren Welt würde man zumindest erwägen, diejenigen mit haftbar zu machen, die es durch militante Leugnung der Realität so weit haben kommen lassen. Manchem wird heute ein Orden angeklebt, dem Handschellen weit besser stünden. Am Ende gewinnt immer die Realität, und die letzte Realität der Toleranz-Ideologie sind eben Leid, Tod und lähmende Traurigkeit.

Ein Blick über den Atlantik: In den USA werden heute die Wahlen abgehalten. Es steht zur Wahl: Donald J. Trump, der »Mann des Volkes«, vs. Joe Biden, eine greise, verwirrte Gestalt aus dem Sumpf der Undemokraten, den Mann der Globalisten und Demokratieverächter. (Wenn Biden zum Sieger erklärt werden sollte, war’s das mit der Idee der Demokratie in weltweiten Maßstab – dann bricht vielleicht tatsächlich die »New World Order« an, und die könnte unsere aktuellen Probleme viel schneller und auf ganz neue Art lösen.)

»… weh dem, der keinen Innenhof hat!«

Im Dezember 2018 schrieb ich den Essay »Das Lied der Innenhöfe«, und darin diese Zeilen: Einige haben ihre Zukunft draußen geplant, auf den Märkten und öffentlichen Plätzen, und nun gehören diese Orte den neuen, wichtigeren Leuten – weh dem, der keinen Innenhof hat!

Nicht wenige – erschreckend viele – von Ihnen sagen: »Ich selbst werde das Lied der Innenhöfe nicht mehr anstimmen können, aber meine Kinder sollen es singen können!«

Einst galt einer als »Prophet«, wenn er eine Vision schaute, ein magisches Erlebnis, ein Geschenk aus einer anderen Dimension. – Heute ist ein Prophet einer, dem die Illusionen fehlen.

Ordnet eure Kreise – oder andere werden sie für euch ordnen!

Ich fürchte, dass andere unsere Kreise für uns ordnen werden, weil wir zu schwach sind, sie selbst zu ordnen. (Hierin würde ich gern einmal falsch liegen! Ich säße viel lieber wie Jonah frustriert unterm Rizinus, als zusehen zu müssen, wie Ninives Kreise »neu geordnet« werden – Ninive, ordne deine Kreise selbst!)

Wenn andere kommen, um deine Kreise zu ordnen (woraufhin sie diese als die ihren betrachten), kann es nicht schaden, wenn sie deine Kreise bereits geordnet vorfinden.

Ich fürchte, die Zeit naht, dass andere unsere Kreise für uns ordnen werden.

»Weiterschreiben, Wegner!«

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