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Nach September 2025 gibt es kein Zurück mehr in die Zeit vor einigen Wochen. Die Welt ist eine andere. Wir stehen vor einem offenen »Zivilisationskampf«. Du wirst dich entscheiden müssen, auf welcher Seite du stehst – und welche Konsequenz du ziehst.

Ich bin nicht geschockt. Nicht mehr. Schock wäre auch das falsche Wort für meinen aktuellen Zustand, auch wenn das, was vorausging, mich gründlich erschreckt hat.

Wir stehen, wie ein kluger Kopf dieser Tage schrieb, vor nichts weniger als einem Zivilisationskampf. Und auch ich bin verändert. Ich bin ein anderer Mensch als der, der ich noch vor wenigen Wochen war. Wieder ein anderer.

Lasst mich erklären! Lasst mich Luft holen, ein klein wenig ausholen und wiederholen.

»Wir leben in einer anderen Welt als noch vor einem Monat«, so schrieb ich im Essay »Du bist schon an der Front«. Ich bin ein anderer, weil die Welt eine andere ist – und weil ich mir das Anderssein der Welt eingestehe.

Der Auslöser dieser Veränderung ist – es wurde inzwischen oft genug berichtet – die Ermordung von Charlie Kirk, vor allem aber die kalten, unmenschlichen, blank bösen Reaktionen derer, die sich »die Guten« zu nennen pflegen. Ein Graben liegt zwischen uns, und über diesen Graben ist keine Brücke zu bauen. Mit Leuten, welche die Ermordung von Menschen verteidigen, weil diese die Debatte wagten, ist kein Kompromiss zu schließen.

Auch viele private Gespräche drehten sich in den vergangenen Tagen um diese neue und weltweite Klarwerdung. Klar wurde nämlich auch: Charlie Kirk wollte mit Linken reden, dafür hat ihn ein Linker erschossen, und deshalb jubeln Millionen Linke weltweit über seine Ermordung. Deshalb erfinden Journalisten auch in Deutschland böse Lügen, um seine Ermordung zu rechtfertigen.

Nein, mit denen lässt sich nicht reden. Für die bist du »Faschist«, und mit »Faschist« meinen sie: »Einer, den man töten darf – und soll«.

Die wollen dich nicht deshalb töten, weil du wirklich ein »Faschist« oder »Nazi« wärst – die nennen dich »Faschist« oder »Nazi«, um dich töten zu können. Wenn in Deutschland der Staatsfunk oder Publikationen wie »Der Spiegel« über Charlie Kirk als »Rechtsextremen« herziehen, hört das Publikum, dass seine Ermordung moralisch eben doch gerechtfertigt war.

Indem mir all dies bewusst wurde, wurde mir auch bewusst: Wenn die Welt eine andere ist und wenn du ein anderer bist, dann wäre es auch für das Individuum unsinnig, so weiterzumachen wie bisher. Doch welche Konsequenz sollte ich ziehen?

Ich habe festgestellt, dass einige meiner Leser gar nicht Deutsch sprechen oder lesen können. Die lesen diese Texte zum Beispiel via Google-Translate. Ich selbst leite immer wieder Essay-Links an Gesprächspartner weiter, die eigentlich ein Link zur automatisch übersetzten Version sind.

Zugleich stellte ich fest, dass Übersetzungen durch künstliche Intelligenz inzwischen so gut sind, dass das Ergebnis ebenfalls lesenswert ist. Ich entdecke Humor und Rhythmus, den ich im Deutschen platzierte, in der vom Computer übersetzten Version wieder.

Meine Konsequenz aus der veränderten Lage war, endlich dem Wunsch von Autor und Lesern nachzugeben und meine Essays durch KI-Übersetzung mehrsprachig anzubieten.

Natürlich werde ich nicht bloß übersetzen lassen. Natürlich ist es schon beim Schreiben in meinem Hinterkopf präsent, dass ich nun im Gespräch bin mit Lesern jenseits unserer deutschen Therapiegruppe.

Charlie Kirk wollte mit so vielen Menschen wie irgend möglich ins Gespräch kommen. Ich will mithilfe künstlicher Intelligenz über den Rand der deutschen Sprache hinausblicken.

Ich bewundere Erika Kirk, die Witwe von Charlie Kirk, die öffentlich erklärte (siehe etwa eu.usatoday.com, 23.09.2025), dem Mörder ihres Mannes zu vergeben. Ich verstehe auch jene, die es sehr anders sehen.

Jochen Bittner fasst die Entwicklungen der letzten Wochen so zusammen:

Kulturkampf war gestern, jetzt beginnt der Zivilisationskampf.
Die Rückbesinnung auf das Christentum als Wurzel des Westens soll
1. den Islam genauso wie
2. die säkulare Religion der Wokeness zurückdrängen und
3. die Nation wieder ins Zentrum allen politischen Handelns rücken, so wie sie schon das Alte Testament entwarf: als selbstbestimmte Gemeinschaft Gleichgesinnter. (@JochenBittner, 22.09.2025)

Bittner nimmt mit dieser Beschreibung selbst keinen Standpunkt ein. Er beschreibt einfach nur. Ich stimme ihm zu, doch ich weiß, wo ich im Zivilisationskampf positioniert sein will.

Und mein bescheidener Beitrag soll sein, dass meine Texte ab sofort auch in anderen Sprachen sprechen. Was ist dein Beitrag?

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Der Essay Welche Konsequenz ziehst du? von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/welche-konsequenz-ziehst-du/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!