19.08.2021

Ein neues Märchen

von Dushan Wegner, Lesezeit 6 Minuten, Foto von Cederic Vandenberghe
Regierungen weltweit geben sich aktuell selbst die Macht, aus »Vorsicht« die Freiheit einzuschränken – unabhängig davon, ob die Maßnahmen wirken. »Corona-Diktatur« scheint aber der falsche Ausdruck – denn Corona wirkt oft nur wie ein Vorwand.
closeup photo of castle with mist
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»Es war einmal«, so fangen Märchen an, und dann erzählt man uns von Prinzessinnen und Drachen, bösen Hexen und edlen Rittern und einem gestiefelten Kater.

Einst, bevor das digitale Heroin wie Instagram, YouTube oder TikTok ihre Seelen fraß, liebten Kinder es, Märchen zu hören.

Die Welt der Märchen, so brutal es (gerade in den Originalen…) dort zuweilen zugehen mochte, es war ja dann doch immer größere Ordnung darin, etwas Tröstliches, etwas Heimeliges. Welches Kind hätte denn nicht gejauchzt und laut bejaht, wenn es gefragt würde, ob es in der Welt der Märchen leben wollte?

Es sei mir eine entzaubernde Frage erlaubt: Welche Staatsform haben die Länder in Märchen?

Ja, es gibt neuere Erwachsenenfabeln, in denen die Tiere sich in Demokratie versuchen (also Literatur, die man lesen muss, nicht will), doch was Märchen betrifft, da ist die Staatsform – so sie überhaupt bekannt ist (und diese Einschränkung ist nicht unwichtig) eine Monarchie, also de facto eine (hoffentlich) benevolente Diktatur mit legitimierendem Storytelling (»des Königs Urgroßvater hat für das Land gestritten, dann die Macht an seinen Sohn vererbt, der es verteidigt hat…«).

Ich frage Sie weiter: Welche Regierungsform herrscht, so weit Sie sich erinnern können, im Himmel, wohin zu gelangen doch des Christen höchstes Ziel sein sollte? Das Himmelreich ist eine Monarchie, eine benevolente Diktatur mit monumentalem Storytelling (wer die Welt geschaffen hat – und das in nur 6 Tagen! – der muss sich doch nicht mit Parlament und Parteipolitik herumschlagen, wenn auch mit der Presse, die man einst Propheten nannte, die aber auch damals schon mehr so Propaganda waren, die den Populus zum Gehorsam zu bewegen hatten).

Ach, vom Himmel und von den Märchen lässt sich trefflich spekulieren, sie sind ja noch fern, und wer sie selbst erlebte, der kehrte selten wieder.

Reden wir vom Allernächsten, von der Familie. Nach welcher Regierungsform ist eine Familie aufgebaut, die man zumindest mit Augenzukneifen als glücklich bezeichnen könnte? Oder, direkter gefragt: Kann eine Familie (realistisch) funktionieren, in welcher drei Kinder und die beiden Eltern »demokratisch« darüber abstimmen, ob es Bonbons oder richtiges Essen zum Abendbrot gibt? Nein! Eine glückliche Familie wird immer eine benevolente Diktatur sein, wenn auch idealerweise mit einem Herrscherpaar – man hört auf die Untergebenen, und man hat immerzu deren bestmögliche Zukunft im Blick, doch entscheiden darf das Kindsvolk doch nur dort, wo es ohnehin für die großen Linien nicht viel Unterschied ausmacht.

Wo wir aber gerade von Diktaturen und Entscheidungen reden, wären wir bereits bei den Nachrichten des Tages angelangt!

»Vorsicht« als Anlass

Wer genau hinhört, dem erklingt heute eine bestimmte, vermeintlich »kleine« Melodie von vielen regionalen Stimmen des globalen Nachrichtenchores.

Aus Schottland hören wir etwa: »Scottish Government wants to make emergency Covid powers permanent« (telegraph.co.uk, 17.8.2021), zu Deutsch: »Schottische Regierung will das Not-Covid-Recht dauerhaft machen.«

Auf den Kanarischen Inseln wird demnächst ein Gesetz verabschiedet, das es der Regierung erlaubt, auch ohne konkreten Anlass die Freiheit mit »Anticovid-Maßnahmen« einzuschränken (lavozdelanzarote.com, 15.8.2021).

In Neuseeland etwa »begründet« man die Maßnahmen noch in der Sache, doch der Zusammenhang von Anlass und Maßnahme ist derart absurd, dass es auch nur als Zwischenphase gewertet werden kann, bis man auch dort als Begründung allein die »Vorsicht« der Machthaber angibt (siehe @RealSTTMLIve, 17.8.2021, nach nur einem Infektionsfall wurde in Neuseeland der Lockdown erklärt, und Menschen wurden aufgefordert, nicht mehr mit ihren Nachbarn zu reden).

In Deutschland bekommt schonmal ein Richter das Haus in einem recht »erzieherisch« wirkendem Timing durchsucht, wenn seine Urteile nicht zur Corona-Panik der Regierung passen (ich schrieb im Essay vom 28.4.2021 davon). In Deutschland gilt ja auch ein de facto dauerhafter, inzwischen begründungsfreier »Notstand« (siehe etwa welt.de, 11.6.2021), welcher es der Regierung möglich macht, wenn sie es so will, in die Freiheit der Bürger einzugreifen. (Gegeben die Schwäche der Opposition schätze ich aber nicht, dass zur Bundestagswahl allzuviel Eingreifen passieren wird – die Bürger sind auch so »auf Linie« genug, die ARD-ZDF-Milliarden wirken. Die Wahlen in Deutschland sind ja »frei« nach Art jenes Schalters, den ich im Essay vom 16.6.29 beschrieben habe: Du kannst dich frei entscheiden, solange du dich nicht »falsch« entscheidest, dann muss deine Entscheidung leider »korrigiert« werden.)

»In der Tat interessant«

Im Februar 2017 schrieb ich von den letzten Tagen des Westens. Dies sind nicht mehr die »letzten Tage« – dies sind die ersten Tage einer neuen Epoche.

Nein, ich denke nicht, dass Corona der Auslöser war – eher ein Katalysator, ein Möglichmacher. Es hat sich auch inzwischen herumgesprochen, dass die mRNA-Injektion kein Ausweg aus Corona ist, weil sie schlicht weder Ansteckungen verhindert noch Erkrankung noch Todesfälle noch Weitergabe. In immer mehr Staaten mit hoher Impfquote geht die Zahl der Infizierten wieder hoch, aktuell wird etwa nicht aus Israel, sondern Island berichtet; siehe focus.de, 19.8.2021 (Island behandelt Geimpfte inzwischen gleich mit Ungeimpften, verlangt also einen negativen Test – und betrachtet es als Fehler, Geimpfte anders behandelt zu haben – sprich: die Impfung scheint schlicht nicht zu wirken, und wer bis jetzt gezögert hat, der könnte schlicht warten wollen, bis sich das Thema mRNA-Injektion wegen Irrelevanz erledigt hat). Karl Lauterbach findet es derweil »in der Tat interessant«, dass dort, wo Biontech eingesetzt wurde, »auch viele Geimpfte überraschend schwer krank« werden (@Karl_Lauterbach, 17.8.2021).

Impfung und Freiheitsbeschränkung werden immer mehr zuerst zur Gehorsamsübung – ein Gehorsamspotential, das zu nutzen schon andere bereitstehen, etwa die Klimapanik-Profiteure. Aus Österreich lesen wir dieser Tage eine positiv gemeinte Überschrift, die selbst ein Verschwörungstheoretiker sich nicht so dreist hätte einfallen lassen können: »Impfpflichten sind der richtige Test für eine klimaneutrale Zukunft« (kurier.at, 13.8.2021).

Kein Versprechen

Diese Wirren, die täglichen Widersprüche und Widersinnigkeiten, die Selbstverständlichkeit der Lüge in Presse, Politik und Propaganda, sie sind Schaum auf den Wellen (und ja, wir sind wie Wassertröpfchen in eben diesen Wellen).

Ich glaube nicht, dass die Great Resetter und Panikmacher, die Drostens, die Sorosens oder die Lauterbachs die nächste Zukunft prägen werden. Welches Versprechen haben denn die Resetter und Panikmacher anzubieten?

Die können nicht einmal die Zusage geben, dass wir in deren Zukunft nicht leiden werden. Dass es gut werden wird, das zu sagen sind sie nicht einmal sprachlich in der Lage – die wissen ja nicht, was gut bedeutet.

Nein, die haben kein Versprechen, die haben »nur« verschiedene Formen der Angst. Dies ist wohl die erste globale Pandemie, welche die allermeisten Menschen ausschließlich in der Berichterstattung erleben. Deren mächtigstes Werkzeug ist aber die Angst des kleinen Mannes vorm eigenen Ungehorsam, nicht mehr – aber auch nicht weniger!

Dies sind nicht nur die letzten Tage des Westens. Dies ist auch der Beginn einer neuen Zeit.

Im April 2021 schrieb ich vom »automatisierten Glück«, einer neuen Zeit, in welcher Algorithmen unser Glück formen. Ganz ohne Code wird die neue Zeit nicht laufen (läuft sie ja schon jetzt nicht), wir verhandeln aktuell aber noch, wer den neuen Code schreibt. – Ich bin ehrlich gespannt, was hierauf folgt!

Für jetzt rate ich uns, den Körper gesund zu halten und die eigenen Gedanken zu ordnen. Und lernt programmieren!

Die Märchen, welche die Kinder einst lasen, sie endeten regelmäßig mit den Worten »und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute«. Als Kinder hörten wir immer nur den letzten Teil, dass sie womöglich noch leben – erwachsen zu werden, das bedeutet auch, dass sie wahrscheinlich eben doch gestorben sind, all die Prinzessinnen und Prinzen, ob auf der Erbse oder im Mercedes, vom Zahn der Zeit oder von Tunnelpfeilern getötet.

Das Märchenpersonal ist tot, wir sind hier. Wir schreiben unser eigenes Märchen. Ich bin versucht, dieses »Märchen« mit dem Titel des Märchens vom 23.5.2021 zu schließen, »Programmiere dich – oder werde programmiert«.

Jedoch, manche Tradition trägt Wahrheit in sich – und Relevanz ist eine wichtige Form der Wahrheit!

Also, lieber Bürger der neuen Monarchie, liebe Prinzessin und lieber Prinz, es bleibt fürs Erste dabei: Ordne deine Kreise!

»Weiterschreiben!«

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