Ich hörte mal einen harten Witz, und seid mir nicht allzu böse, – denn ich zitiere bloß!
Dieser Witz geht so: Norbert Blüm und Helmut Kohl fliegen zusammen im Hubschrauber. Helmut Kohl fragt: Soll ich einmal 100 Mark hinunterwerfen und einen Menschen richtig glücklich machen? Oder soll ich zehn Zehnmarkscheine hinunterwerfen und so zehn Leute ein bisschen glücklich machen?«
Norbert Blüm – in jenem alten Witz wohlgemerkt – sagt daraufhin: »Wirf dich hinunter und mach 60 Millionen Menschen glücklich!«
Ich habe diesen Witz früher auch schon mit Theo Weigel und Franz Josef Strauß gehört, meine ich mich zu erinnern. Allen Varianten aber war gemeinsam: Da wurde über den Tod eines Menschen gescherzt.
Für alle mitlesenden Anwälte aber gleich noch ein alter Anwaltswitz: Wie nannte man sechstausend Anwälte auf dem Boden des Meeres?
Antwort und Pointe: »Ein guter Anfang«!
Dieser Witz über Anwälte ist sehr populär, er wurde sogar schon in der Akademia behandelt. (Zum Beispiel von Marc Galanter an der Duke Uni; siehe YouTube.)
Beiden Witzen ist gemeinsam, dass hier über den Tod von Menschen gescherzt wird.
Ich habe hier noch einen Witz, und der wurde von Bodo Ramelow erzählt.
Die deutsche Propaganda fragte ihn, mit wem er gern Pilze sammeln gehen würde. Er sollte eine Rangliste aufstellen. Und er antwortete:
Es gibt auch Pilze, die ich mit Herrn Höcke sammeln würde. Wenn er sie in meinem Beisein auch isst.«
– Bodo Ramelow, zitiert nach @OERRBlog, 25.11.2025
Einige Bürger hören sich in dieser Angelegenheit nun sehr empört an.
»unfassbarer Witz über Höcke«
Julian Reichelt von Nius postet:
Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow fordert in der ARD unverhohlen, Björn Höcke mit giftigen Pilzen zu töten. Und die ARD feiert ihn dafür auch noch. Ramelow fantasiert sogar darüber, dass er gern zusehen würde, wie Höcke die Pilze zu sich nimmt. Tötung des politischen Gegners durch Gift – wie kann so ein Mann in so einem hohen Amt noch tragbar sein?
– @jreichelt, 25.11.2025
»Ramelows unfassbarer Witz über Höcke: Selbstentlarvung in Funk-Format«, titelt apollo-news.net.
Aus AfD-Kreisen wird gefragt, was der Fall wäre, wenn ein AfD-Politiker derart über einen Politiker der »Guten« gescherzt hätte (etwa @S_Muenzenmaier, 25.11.2025).
Genau hierin liegt vermutlich der wahre Grund unserer Empörung. Nicht der dumme Scherz ist wirklich empörend. Es ist die Asymmetrie, das ungleiche Recht im postdemokratischen Linksstaat.
Wenn Nichtlinke auch nur ein Scherzbildchen über linke Politiker online weitergeben, klopft bei ihnen die Polizei früh morgens zur Hausdurchsuchung an die Haustür. Für Linke dagegen scheint ein ganz anderes Recht zu gelten. Und das ist es natürlich, was uns wirklich empört.
Nein, als wir damals über den Helikopter und die Zehnmarkscheine witzelten, wünschten wir nicht wirklich den Tod jener Herrn. Nein, auch der Witz über Höcke ist keine öffentliche Mordphantasie.
»Nicht zu lange«
Mir fallen eine Reihe von Dingen ein, die man Bodo Ramelow vorwerfen kann. Zum Beispiel, dass er freiwillig einer Partei angehört, deren historische Vorgängerpartei politische Gegner foltern und Flüchtende an der Grenze erschießen ließ. Dass er schon mal von »Genosse Stalin« faselt (siehe Essay »Milliarden für die Welt, die Schulden bleiben hier«). Und dazu einige Meinungen, die in Deutschland nur Linke wie er über ihre politischen Gegner sagen dürfen.
Aber nein, ich glaube nicht, dass Herr Ramelow wirklich Herrn Höcke töten will oder dies auch nur wünschenswert fände. Schon deshalb, weil die deutsche Linke ohne die dämonisierte Rechte kein politisches Thema mehr hätte. Dann müssten Linke womöglich selbst für die Folgen ihrer Politik geradestehen. Zumindest bis ein neuer Wahrheitssager auftaucht. Der wird dann neu zum Satan aufgebaut werden.
Nietzsche warnte, nicht zu lange in den Abgrund zu schauen, sonst schaut dieser in dich zurück. (Siehe dazu auch den Essay »Du blickst nach Berlin, und der Abgrund blickt zurück«.)
Lasst uns nicht werden wie die! Auch nicht im ironischen, sarkastischen Sinne. Ihr wisst ja: Wenn man das Gesicht lange genug zur Grimasse verzieht, bleibt es so. Dass die Witze nicht verstehen wollen, heißt nicht, dass wir so tun müssten, als ob wir Witze nicht verstehen.
»Sind Sie der Kohl?«
Ich finde, es braucht mehr Witze. Wie früher über Helmut Kohl. Hier also noch ein Witz über den »Einheitskanzler«.
Helmut Kohl war zu Besuch im Berliner Zoo.
Als Kohl aus dem Haus der Menschenaffen kommt, begegnet ihm eine alte Berliner Rentnerin; sie schaut ihn an und fragt: »Sind Sie der Kohl?«
»Ja«, sagt Kohl daraufhin, und die Dame fragt: »Und da dürfen Sie so frei herumlaufen?«
Heute würde es nach so einem Witz über einen linken Politiker schnell heißen: »Der hat Politiker mit Tieren gleichgesetzt! Wie die Nazis! Macht ihn fertig!«
Wisst ihr, wer diesen humoristischen Vergleich von Kohl und Menschenaffen damals im TV unternahm, sogar in Anwesenheit von Günter Jauch und Thomas Gottschalk?
Es war Helmut Kohl selbst, im Januar 1990.
Ja, wir waren mal klüger.
Wir hatten Humor. Man durfte nicht nur über Politiker derbe Witze machen – Politiker konnten sogar über sich selbst lachen!
Heute sollte Helmut Kohl nach so einem Witz über den Bundeskanzler vermutlich seinen Bademantel bereitlegen.
Weiterschreiben, Wegner!
Das Schreiben dieser Essays ist nur mir Ihrer Unterstützung möglich. Werden und bleiben Sie Teil meiner Arbeit!
Bitte wählen Sie Ihren freiwilligen Leserbeitrag:
E-Mail-Abo
Lassen Sie sich automatisch benachrichtigen, sobald ich hier etwas Neues veröffentliche! (Gratis, jederzeit abbestellbar.)
Der Essay Bodo Ramelow scherzt über Tod von Björn Höcke von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/bodo-ramelow-scherzt-ueber-tod-von-bjoern-hoecke/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
