Dushan-Wegner

01.06.2024

Verachten wir diese Journalisten genug?

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten
Der Staatsfunk und Funktionäre des Propagandastaates stellen den Messeranschlag auf Michael Stürzenberger so dar, dass man bald meinen könnte, das Opfer sei selbst schuld. Sorry, die richtige Reaktion auf solche Verdreherei ist Verachtung.
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Gestern hörten wir vom Messer-Terror-Anschlag auf Michael Stürzenberger. Und wir erlebten die widerlichen Reaktionen gewisser deutscher Medien.

Aus diesem Anlass, lasst mich hier wiederholen: Wie sehr ihr diese Journalisten auch verachten mögt, ihr verachtet sie nicht genug!

Und wenn ich schon extra deutlich bin, dies gleich dazu: Der intellektuelle und moralische Zustand der öffentlichen Debatte in Deutschland ist jenseits von »nur« besorgniserregend. Wie in Deutschland über Zustand und Zukunft der Gesellschaft gesprochen wird, das rangiert zwischen verrückt und verkommen.

Vermutlich aufgrund des Drucks aus den sozialen Medien sah sich der verfluchte deutsche Staatsfunk dazu genötigt, das Attentat gestern in der 20-Uhr-Propaganda zu erwähnen, siehe tagesschau.de.

Staatsfunk infam

Wie zu erwarten, wird die Nachricht weit hinten bei Minute Zehn begraben. Direkt davor strahlen sie einen Beitrag über irgendwelche Klima-Demonstrationen aus. Zehntausende sollen auf die Straße gegangen sein, für den Klimaschutz.

Der Messer-Terror aber wird so berichtet: »Im Zentrum von Mannheim hat ein Mann mit einem Messer sechs Menschen verletzt. Der Angriff richtete sich gegen Teilnehmer einer Veranstaltung der islamfeindlichen Bewegung Pax-Europa.« – Das Wort »feindlichen« wird extra betont und spitz ausgesprochen.

Und weiter: »Ein politisch-religiöser Hintergrund wird nicht ausgeschlossen. Der Staatsschutz ermittelt. Bundeskanzler Scholz und Bundespräsident Steinmeier verurteilten die Tat.«

Später werden wenige Schnipsel der verpixelten Bilder gezeigt. In der Tonspur wird betont, dass der Stand der »rechtspopulistischen« Bewegung zerstört wurde.

Der Polizeisprecher sagt, dass »unter anderem ein Polizeibeamter« »verletzt« wurde.

Der kurze Hetzbeitrag in der 20-Uhr-Propaganda des Staatsfunks behauptet, dass die Bewegung »Pax Europa« als »islamfeindlich« gilt. Und dass der »angegriffene« Michael Stürzenberger vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet wird.

Ein »ARD-Terrorismusexperte« erklärt dann noch, dass es ein gezielter Anschlag auf diese »Veranstaltung« war.

Immerhin stellt die Tagesschau fest, dass es sich beim Täter um einen »25-jährigen Afghanen« handeln soll, der aber dem Staatsschutz bislang nicht aufgefallen sei.

Was hängen bleibt

Wenn wir nicht davon ausgehen, dass beim Staatsfunk durch die vergüldete Bank nur Amateure und Ahnungslose arbeiten, manipuliert die Tagesschau (auch) hier gezielt, was beim Zuschauer in Erinnerung bleibt.

Der Zuschauer hört »rechtspopulistisch« und »islamfeindlich« und »vom Verfassungsschutz beobachtet«.

Im Kopf des oberflächlichen Zuschauers bildet sich die Meinung: »Irgendwie sind die doch selber schuld« und »ich bin kein Islamfeind, also mir kann so was nicht passieren«. Außerdem – und das ist wohl die Absicht der Propaganda – denkt sich der Zuschauer vor allem: »Zur Sicherheit will ich lieber nichts Kritisches über den Islam sagen – lieber allgemein zu vorsichtig als einmal islamfeindlich.«

Es war Rainer Wendt, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft, der aussprach, was beim Staatsfunk-Zuschauer eher durch Framing denn als eigentliche Botschaft ankommen sollte: »Nach dem, was wir wissen, sind da mehrere Extremisten aufeinander gestoßen.«

Um wirklich unmissverständlich deutlich zu machen, wer die wirklich Bösen im Land sind, um also quasi die Gehirnwäsche aufzufrischen, folgt unmittelbar auf den schrägen Beitrag zum Messeranschlag irgendwas über eine Anklage gegen einen AfD-Politiker.

Klare Sicht? Nicht bei uns!

Aus dem Ausland kommentiert Dr. Eli David übrigens eine Momentaufnahme des Messeranschlags so, und ich paraphrasiere, während ich ins Deutsche übersetze: »Diese Szene repräsentiert das Europa des Jahres 2024. Ein afghanischer Einwanderer sticht auf einen deutschen Polizisten ein, während dieser einen Bürger festhält, der sich gegen den Messerstecher verteidigen wollte. Quer durch Europa wirst du, wenn du dich wehren willst, wegen ›Islamophobie‹ verhaftet werden.«

Das ist aber nicht, wie deutsche »Journalisten« das Geschehene deuten werden. Scheinbar dieselbe Szene beschreibt die Polizei in ihrer Pressemeldung so, dass der Polizist den Mann, der von ihm auf dem Boden fixiert zu werden scheint, angeblich »aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich« brachte. Gegeben das kursierende Video, habe ich da erstmal, äh, Fragen … und ich sehe keinen Mainstream-Journalisten, der sie stellt.

Pflichtschuldig pauschalbetroffen

Nein, wie sehr du auch diese Journalisten verachtest, du verachtest sie nicht genug. Doch vertun wir uns nicht: Die Journalisten im Propagandastaat sind wahrlich nicht allein mit ihrer »Haltung«. Wie Roland Fröhlich beschreibt, gehen Bundeskanzler Erinnerungslücke und die schon mal bei der Antifa publizierende Innenministerin mit Zynismus und Opferverachtung voraus.

»Die Bilder aus Mannheim sind furchtbar. Mehrere Personen sind von einem Attentäter schwer verletzt worden. Meine Gedanken sind bei den Opfern«, floskelt beispielsweise ein Herr Scholz, ohne den Namen des Hauptopfers zu nennen, bei welchem doch angeblich seine »Gedanken« sind.

Mit den zu verachtenden Journalisten meine ich natürlich nicht buchstäblich »alle« Journalisten. Es gibt ja auch die Journalisten, die Journalismus wie früher machen, also Dinge herausfinden und berichten, wovon jemand will, dass es nicht berichtet wird. Diese »Journalisten von früher« sind allerdings so selten, dass man für sie einen neuen Namen finden sollte.

Vielleicht deren Hund

Wörter ändern schon mal ihre Bedeutung. »Geil« bedeutete heute ja auch etwas anderes als früher, wo es »fruchtbar« und »gesund« bedeutete. Und ähnlich bedeutet »Journalist« heute eher so etwas wie das schreibende Äquivalent zu jenen Damen, die die Geilheit der Männer für Geld befriedigen.

Doch um präzise zu sein: Mit »Journalist« meine ich nicht wirklich den einzelnen Menschen. Ich weiß nicht, wie diese konkreten Leute, deren Namen auf einem Presseausweis steht, sonst so fühlen, was sie privat umtreibt. Vielleicht findet deren Hund sie total nett. Vielleicht gehen Journalisten im Privaten gern spazieren, lesen Bücher über Geschichte, hören begeistert Wagner und malen dabei Aquarellbilder ihrer Freundin im Evakostüm. Ja, vielleicht sind solche Journalisten sonst sehr charmante Leute, doch was sie tagsüber für Geld tun, wie sie Deutschland mit ihrem Tun in den Abgrund führen, das ist fürwahr fürchterlich.

Wenn ich also sage, dass wir diese »Journalisten« verachten sollen, meine ich präziser, dass der heutige »Journalismus« verachtenswert ist.

Verschweigen, verdrehen, verteufeln

Die Essenz des »Journalismus«, wie die Deutschen ihn heute täglich etwa in der 20-Uhr-Propaganda erleben, ist Verlogenheit und Heuchelei, Ausblenden der realen Realität – und Aufbau einer parallelen Propaganda-Realität.

Ja, wir verachten Journalisten – beziehungsweise den heutigen »Journalismus« – bei Weitem nicht genug! Ein Land, in dem die Journalisten keine Moral und kein Gewissen kennen, wird bald ebenfalls sein kollektives Gewissen verlieren.

Und wenn es keinen anderen Grund gäbe, den heutigen Mainstream-Journalismus und als dessen Vollstrecker die praktizierenden Journalisten zu verachten, dann hätten wir doch diesen: Verachtet Journalisten und seid offen und ehrlich darin, um euch selbst daran zu erinnern, nicht so zu werden wie die.

Weiterschreiben, Wegner!

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