8.10.2020

Selbstverteidigung

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Foto von Jason Briscoe
Ob Südafrika, USA oder Deutschland: Weltweit schwelt tödliche Gewalt als Folge linker Ideologie und Lebenslügen. Der Bürger fragt sich: Weiter dem Staat vertrauen oder sich selbst verteidigen?
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Als unser Sohn Leo stolze sieben Jahre alt war, probierte er sich im Judo. Zwei mal die Woche zog er seinen kleinen niedlichen Judo-Anzug an und stellte sich auf der Matte eines Judo-Clubs dem »Kampf« mit Gleichaltrigen. Es war eine sehr niedliche Angelegenheit!

Hach, Leo war ganz großartig stolz auf seine neuen Fähigkeiten! Hier ein Beinchen stellen, dort rüberziehen, und schon lag der Gegner auf dem Rücken. Dieses Selbstbewusstsein! Diese Kraft!

Die Trainer kämpften mit, und um die Kinder zu motivieren, ließen sie sich natürlich besiegen, flogen sogar in großem Bogen auf die Matte.

Leo fühlte sich stark und stolz mit seinen neuen Judokünsten – doch leider wollte die Realität nicht mitspielen. Als Leo sich einmal mit einem weit größeren Kind duellieren wollte, warf dieses ihn schnell und gemäß der Judokunst auf die Matte.

Einmal passierte es mir selbst – und es tut mir bis heute weh, wenn ich daran denke! – dass Leo einmal an mir zu zerren begann, als ich auf dem Weg ins Wohnzimmer war. Ich begriff nicht schnell genug, dass Leo da seine Judokunst an mir ausprobierte. Ich dachte, er würde mir nur aus Spaß ein Beinchen stellen. Ich streichelte ihm einfach über den Kopf und ging weiter. Nein, es war nicht geschickt von mir. Nein, es war nicht gut für Leos Selbstbewusstsein. Jedoch, früher oder später hätte der kleine Leo es ja ohnehin begriffen: Wenn der Gegner so viel größer ist als du, nutzen dir alle Judo-Wurftechniken nichts.

Wieviel und welche Selbstverteidigung

Auffällig viele Meldungen dieser Tage lassen die Frage aufkommen, ob der Bürger sich nicht wieder auf Situationen der Selbstverteidigung vorbereiten sollte (und ob eine sanfte Kampfsportart wie Judo überhaupt geeignet wäre).

Im Text »Theater und Haut« (9.6.2020) berichtete ich von einem Fall der vielen sogenannten »Farm-Morde« in Südafrika. Aktuell spricht man – natürlich nicht in deutschen Nachrichten – von den Morden an Chantel Kershaw (44) und Brendin Horner (21) (dailymail.co.uk, 5.10.2020). Es handelt sich um Farmer in Südafrika, deren einziges »Vergehen« darin bestand, dass ihre Haut weiß war.

Was die Morde an weißen Farmern von »regulären« südafrikanischen Morden unterscheidet, ist die häufig bestialische Brutalität. Die Opfer der schwarzen Rassisten werden schmerzhaft zu Tode gefoltert, etwa mit heißen Eisen gequält, vergewaltigt, mit Bohrmaschinen malträtiert oder bei lebendigem Leib zerhackt.

Man fragt sich, was weiße Farmer in Afrika tun können – tun sollen – um sich zu verteidigen. Auf die Hilfe der vielbeschworenen »internationen Gemeinschaft« können sie kaum zählen. Etwas Judo wird auch nicht helfen. Ob es Sinn ergibt, das Gerichtshaus zu stürmen und das Recht in die eigenen Hände zu nehmen (news24.com, 8.10.2020), das bezweifeln auch Menschen, welche der Sache der weißen Farmer offen gegenüberstehen. Was aber sollen die Farmer tun? Sollen sie Maschinengewehre tragen, während sie nach ihrem Mais oder ihren Sonnenblumen sehen?

Die Nachrichten aus Südafrika sind nicht die einzigen Meldungen von Gewalt, die von Medien lieber »still gehalten« würden. Als ein Beispiel von vielen: In Dresden starb dieser Tage ein NRW-Tourist nach einem Messerangriff (welt.de, 5.10.2020). Falls es nicht gelingt, den Täter festzunehmen und dann irgendwie propagandistisch der Opposition anzulasten, wird sich der Fall wieder »verlaufen«. Man fragt sich: Wieviel und welche Selbstverteidigung braucht es in Deutschlands Straßen?

Wenn sich aktuelle Linien fortzeichnen, könnte »robuste Selbstverteidigung« in Zukunft noch dringender werden: Falls nicht bald ein Impfstoff gegen das China-Virus gefunden wird, droht in einer Reihe von Staaten und Gebieten der wirtschaftliche Kollaps. Staaten, die sich schon jetzt schwer tun mit dem durch linke Politik forcierten Verfall öffentlicher Sicherheit (vergleiche etwa Berlin, Schweden), werden bei einer sich durch wirtschaftliche Not verschlechternden Sicherheitslage die Bürger motivieren, sich privat zu verteidigen. Wenn der Bürger das Vertrauen in Sicherheitswillen und -fähigkeit staatlicher Organe verliert, wenn er zudem die Kriminalität mehr fürchtet als die auf eigenmächtige Bewaffnung stehenden Sanktionen, dann wird das Gewaltmonopol des Staates bröckeln.

Der Sinn der Nachrichten

Mit Hilfe von Nachrichten versucht der Bürger, seine eigene Position in der Welt zu verstehen.

Kriminalität und Moralverstöße ergeben »gute« Schlagzeilen, da es uns angeboren ist, unsere ganze Aufmerksamkeit auf solche Nachrichten zu lenken. Früher, im Stamm, waren äußere Gefahr oder innere Unordnung beide existenzbedrohend. Der Zweck von Nachrichten und Skandalen ist es eigentlich, uns frühzeitig Bedrohungen erkennen zu lassen, die uns das Leben kosten könnten – doch diese Nachrichten sind nicht immer jene, welche Regierung und internationalen Akteuren in ihre Pläne passen.

Die Aufgabe der Propaganda ist es, dem Bürger eine Position in der Welt vorzugaukeln, aus der sich für ihn ein Verhalten ergibt, dass ihn zu einem nützlichen und gehorsamen »Rädchen im Getriebe« werden lässt.

Wir denken etwa an den Anfang von 2020 zurück, als deutsche Politik und Staatsfunk das Corona-Virus herunterspielten und alle Warnenden als »Verschwörungstheoretiker« diffamierten (siehe »Corona-Virus? ›… alle erstmal durchatmen‹!« vom 13.3.2020) – um bald darauf von extremer Leugnung zum wieder extremen Beschädigen von Wirtschaft und demokratischen Grundrechten umzuschlagen.

Der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière ging in die jüngere deutsche Geschichte ein, als er 2015 die Absage eines Fußball-Länderspiels nicht kommentieren wollte, und dies damit begründete, ein »Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern« (er fürchtete zu jener Zeit einen Terroranschlag in Hannover, so welt.de, 26.3.2016).

Die globale Nachrichtenlage legt es nahe, dass Menschen sich sehr bald sehr viel mehr Gedanken über Selbstverteidigung werden machen müssen (man denke etwa auch an den weltweit erstarkenden Antifa-Terror).

Und wen nicht

Menschen weltweit machen sich Gedanken, wie sie sich selbst verteidigen, wenn der Staat sie nicht mehr verteidigt. Auffallend häufig lassen sich die Gründe in den Folgen sogenannter »Toleranz« finden.

Nennen Sie mich altmodisch, doch ich finde, dass Kinder nicht Handkantenschläge und rettende Tritte lernen müssen sollten, zumindest nicht als ernsthafte Vorsorge gegen die Gewalt. Vor allem aber: Selbst die eleganten Wurftechniken werden wenig helfen, wenn eine Gruppe erfahrener, bewaffneter Straßenkämpfer es wirklich auf einen abgesehen hat.

Ja, wir werden Pläne schmieden und Vorbereitungen treffen müssen, wie wir in einer durch linke Lügen täglich gefährlicheren Welt überleben.

Ich sage: Bereitet euch vor. Verstärkt eure Türen, zieht weg von den Brennpunkten und geht nicht in den Park, wenn es gefährlich ist.

Doch, zugleich: Kämpft für eine Gesellschaft, in der es keine Selbstverteidigung braucht, in welcher man Judowürfe nur zum Spaß übt und der Bürger sich gar nicht erst informieren muss, was das Waffenrecht ihm alles erlaubt.

Wem dient der Staat? Wem gehört er? Wem der Staat wirklich dient und wem er wirklich gehört, können wir vielleicht daran erkennen, wen der Staat wirklich schützt — und wen nicht.

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