15.7.2020

Wählt anders oder… tja!

von Dushan Wegner, Lesezeit 6 Minuten, Foto von Scott Webb
In Bremen beschweren sich Bürger über Müll, den kampierende Großfamilien in einst schönen Stadtteilen verbreiten, und andere Toleranz-Effekte. Und dann wählen sie immer wieder dasselbe. Mal offen: »Bremer, wählt anders oder ihr seid halt selber schuld!«
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»Also Papa, ich erzähle dir einen Witz. Also, Papa, das Fritzchen geht mit der Oma spazieren, und da findet Fritzchen einen 10-Euro-Schein. Fritzchen will den aufheben, und Oma sagt: Was auf dem Boden liegt, das hebt man nicht auf!« – ich muss den Witz nicht zu Ende erzählen, denn wir wissen alle, wie der Witz ausgeht! Oma rutscht auf einer Bananenschale aus, und Fritzchen weigert sich, Oma aufzuhelfen, denn – und jetzt alle! – »Was auf dem Boden liegt, das hebt man nicht auf!«

Als meine Kinder diesen Witz begeistert nach Hause brachten, war er für sie neu und aufregend – doch ich hatte ihn schon vor Jahrzehnten gehört, wie auch die Generationen (deutscher) Eltern einige Jahrzehnte zuvor denselben Witz gehört hatten. Es gehört zum Reiferwerden dazu, dieselben Witze öfter zu hören.

Vieles ändert sich in dieser merkwürdigen Welt, und da ist es schön, wenn zumindest die Witze wiederkehren! Und wo wir von wiederkehrenden Witzen reden, lassen Sie mich auch einen meiner Lieblingswitze erzählen!

Es ist ein Witz, den ich selbst oft erzählt habe. Es besteht eine Chance, dass wenn ich den Witz zu erzählen beginne, Sie ihn selbst weitererzählen können und werden.

Der Witz beginnt so:

Kommt ein Mann zum Arzt, er sagt: »Herr Doktor, es tut weh, wenn ich die Hand so bewege!«

Wie geht der Witz weiter. Die Pointe lautet:

Antwortet der Arzt: »Dann bewegen Sie die Hand halt anders!«

Nein, es ist kein neuer Witz – aber definitiv ein aktueller Witz.

Aber insgesamt, als Gruppe?

Im Essay vom 19.6.2020 legte ich Ihnen nicht nur ein mir persönlich wichtiges Lebensmotto vor (»Es gibt kein Leben im Konjunktiv!«), ich notierte auch Ereignisse im Bremer Stadtteil Gröpelingen – und fast scheint es, als käme der Stadtteil mit dem althochdeutschen Namen (wörtlich bedeutet er in etwa: »Die Leute vom Graben«) gar nicht aus den Regionalschlagzeilen heraus!

Auf der offiziellen Website lesen wir nicht einen alten Witz, zumindest nichts mit Absicht als Witz gemeintes, aber doch Worte, die wir so häufig gehört haben, dass sie längst zu einem eigenen Schmerz-Marker wurden – was sie wiederum mit jedem funktionierenden Witz gemeinsam haben.

Bremen-Gröpelingen sei, so lesen wir, ein »Internationaler und lebendiger Stadtteil«, »Multikulturell und bunt« (mehr Politsprech aus dem linken Stempelsortiment bei bremen.de). Die einst lieblichen Worte, heute durchgekaut und ihres angenehmen Aromas beraubt, haben selbst für manchen Linksillusionsjunkie ihre Süße verloren. Was bedeutet es ganz handfest und konkret, dieses linke Dogma, wonach keine Kultur »schlecht(er)« sei – außer ausgerechnet der einen, welche die moralisch übelste von allen ist, nämlich jene, in welche Millionen Bürger anderer Kulturen einwandern wollen, und selbst wenn sie dafür alles verkaufen und ihr Leben aufs Spiel setzen müssen. – Was bedeutet das Bremer Gesäusel denn praktisch?

Aktuell lesen wir Hilferufe aus dem moralisch einwandfreien Gröpelingen: »Wir ersticken im Dreck« (bild.de, 15.7.2020); eine Kellnerin Petra wird zitiert: »›Es ist ekelhaft! Auch tagsüber laufen hier katzengroße Ratten rum!‹ Seit zwei Jahren gehe das so – seit der Einwanderung der Bulgaren in das Viertel.«

Die Stadt reagiert, wie einer im linken Heile-Welt-Wahn reagieren würde: Man will »Hinweisschilder« aufstellen. Es geht wohlgemerkt um »Großfamilien«, die wild zelten und sich Straßenschlachten mit anderen »Großfamilien« liefern. Mancher meint ja heute, dass »bulgarische Großfamilie« oder »Armutsmigranten aus dem Osten« ein Code sei.

Muss man »die Bremer« bedauern? Nun, den einzelnen Bremer gewiss durchaus, denjenigen, den es betrifft – aber insgesamt, als Gruppe?

Bremen wird stabil links regiert, aktuell und weiterhin von der Rent-a-Sozi-Partei, der umbenannten SED und jener Partei, welche für die Profite von Öko-Spekulanten und Vogelhäcksler-Betreiber den Wald abzuholzen und die Menschen zu quälen bereit ist (siehe auch »Windkraft ist Gewalt«). Konsequent liegt Bremen im INSM-Bildungsmonitor 2019 auf dem drittletzten Platz, noch dümmer gemacht werden die Kinder nur in Brandenburg (Regierung: Rent-a-Sozi, Merkelwahlverein, Vogelhäcksler) und Berlin (Regierung: Rent-a-Sozi, umbenannte SED, Vogelhäcksler). Im Stadtteil Gröpelingen wählten bei der Bürgerschaftswahl 2019 »die Leute vom Graben« SPD zur stärksten Kraft (siehe statistik-bremen.de).

Eigentlich hat bei der Bürgerschaftswahl 2019 die CDU als stärkste Partei gewonnen, doch die Regierung bildeten Rent-a-Sozi, Vogelhäcksler und damals erstmalig in einem westlichen Bundesland die umbenannte Partei der Mauermorde und Foltergefängnisse.

Wer CDU wählt, erhält immer SPD, so oder so, das garantiert Merkel, die es nicht mit ihrem Ego vereinbaren kann, dass ihr Wahlverein mit einer Partei koaliert, die sich selbst explizit und namentlich als Alternative zur Merkelschen Alternativlosigkeit aufstellt – und zum guten Teil aus ehemaligen CDU-Mitgliedern besteht, die teilweise weit tiefere Wurzeln in der CDU haben als die »Jungkommunistin« Merkel (Zitat Lafontaine).

Als Außenstehender, etwa wenn man in einem jener Bundesländer lebt, die das Pro-Kopf-Länderfinanzausgleich-Rekord-Nehmerland (dicht nach dem Failed State Berlin) finanzieren, könnte man sich glatt fragen, wie viel Berechtigung die Wähler im Bildungsverlierer-Land Bremen vorweisen können, sich über die Konsequenzen ihrer wiederholten Wahl aufzuregen.

Warum wählen sie so?

Wenn die Bremer es doof finden sollten, dass ihre Kinder wiederum etwa in Mathematik so doof sind, dass die Politik ernsthaft ihre Mathematik-Noten aus kosmetischen Gründen anheben möchte. Schilda, bist du es? (Man siehe siehe etwa butenunbinnen.de, 2.7.2020). Warum wählen die Bremer auf so doofe Weise?

Wenn die Bremer sich an regelmäßigen Gruppenschlägereien junger Männer stören (zuletzt etwa presseportal.de, 12.7.2020), warum wählen sie regelmäßig so doof?

Wenn die Bremer die praktischen Folgen von Multikulti und Toleranzlüge nicht mögen, warum wählen sie so, wie sie wählen?

Was stimmt mit denen nicht?

Der Witz mit dem Arzt und dem Patienten, der aufgefordert wird, eben nicht mehr zu tun, was den Schmerz aufkommen lässt, der Witz selbst behandelt gleich drei Arten des Schmerzes.

  1. Es geht buchstäblich um einen (körperlichen) Schmerz.
  2. Es geht um den Schmerz, dass auch anerkannte Experten häufig keine optimale Lösung parat haben.
  3. Es geht um die schmerzhafte Einsicht, dass wir uns unseren eigenen Schmerz bereiten.

Wenn das praktische Ergebnis ihrer Wahlen den Bremern wehtut – warum wählen sie wieder und wieder so doof? Wenn aber das praktische Ergebnis ihrer Wahlen den Bremern nicht wehtut, was stimmt mit den Bremern nicht?

Intermezzo: Thüringen

Thematisches Intermezzo: Während ich diesen Essay verfasse, verbreitet sich eine interessante aktuelle Nachricht: In Thüringen, wo schon mal Wahlergebnisse von der CDU-Kanzlerin für »unverzeihlich« erklärt werden, hatten noch vor den Wahlen die umbenannte SED, die Rent-a-Sozis und die Vogelhäcksler ein nicht-nur-gefühlt antidemokratisches Gesetz verabschiedet, wonach Parteien nicht mehr frei bestimmen dürfen, wer auf ihren Listen aufgestellt wird, sondern alle Listen zu gleichen Teilen nach den zwei Arten von Geschlechtsorganen besetzt zu sein haben. Es ist offensichtlich verfassungswidrig – und nach einer Klage der AfD wurde dies nun vom Thüringer Verfassungsgericht bestätigt (welt.de, 15.7.2020). Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut – und ihre Politik gelegentlich auf Ideologie und Rechtsbruch. Es wäre mehr als verständlich, wenn Linke die AfD nun noch mehr hassen. Linke mögen Entlarvung wirklich, wirklich nicht. – Ende des Intermezzos.

Endlich dazulernen!

Wenn Oma hinfällt, und Fritzchen ihr nicht aufhelfen will aufgrund von Regeln, die sie ihm selbst beibrachte, dann lernt die Oma fürs nächste Mal dazu, bei der Benennung von Regeln präziser zu sein.

Ach, würden die Bremer, und wir gemeinsam, nur endlich dazulernen!

»Herr Doktor«, sagt der Patient im Witz, »es tut weh, wenn ich die Hand so bewege.« – Man möchte seufzen, den Kopf schütteln, und den Bremern antworten: Natürlich tut das weh! Dann bewegen Sie die Hand eben anders, etwa das nächste Mal im Wahllokal.

»Weiterschreiben, Wegner!«

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