Vor der Wahl: »Abschiebung von Schwerstkriminellen nach Afghanistan und Syrien soll wieder möglich werden.« – Nach der Wahl: »Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien noch nicht in Sicht.« – Oh Schreck, werden wir von Lügnern regiert?!

In Sachsen leben aktuell 1.400 ausreisepflichtige Täter, so lesen wir aktuell.

Habe ich »Täter« gesagt? Ich meinte Mehrfachtäter, Intensivtäter.

Die begingen jeder fünf Straftaten. Also mindestens fünf Straftaten, einige deutlich mehr. Und zwar nicht insgesamt, sondern pro Jahr.

Diese Täter sind zumeist junge Männer aus Staaten wie Tunesien, Libyen, Algerien und Georgien.

Eigentlich nur Ärzte und Ingenieure

Wisst ihr noch, als die CDU im Jahr 2015 die Grenzen offen stehen ließ und Merkel die Welt nach Deutschland einlud?

Wisst ihr noch, als die deutsche Propaganda Tausende deutscher Schafe aufmarschieren ließ, um »Refugees Welcome« zu brüllen und am Bahnhof junge nordafrikanische Männer im wehrfähigen Alter mit Teddybären zu begrüßen?

Und vor allem: Wisst ihr noch, als man die Deutschen anlog, da kämen eigentlich nur Ärzte und Ingenieure, deren innigster Herzenswunsch es sei, deutsche Renten zu finanzieren?

Nun, nicht alle davon haben sich ganz so gut integriert, wie die Propagandalügen es versprachen. Und einige der jungen Chirurgen praktizieren die Öffnung des Leibes mehr so spontan.

Und also will man die jungen Männer wieder nach Hause schicken – so behauptet man. Aber leider, leider, leider (und da ist man total traurig) sind Abschiebungen in Länder wie Afghanistan, Libyen und so weiter recht kompliziert.

Was daran kompliziert sein soll, einen Menschen von A nach B zu bringen, auch gegen seinen Willen, kann euch wahrscheinlich ein Politiker erklären.

Auspeitschen oder vernichten?

Deutschland pflegt ja etwa zu Afghanistan überraschend freundliche Beziehungen! Wir zahlen Millionen an Euro in Richtung des von Taliban regierten Landes über lupenreine Institutionen wie UNO und Weltbank. (Und die lupenreinen Demokraten in der deutschen Regierung wollten verbieten lassen, das auszusprechen.)

Die afghanischen Taliban haben des Weiteren ja erklärt, bei der Abschiebung von afghanischen Kriminellen mit der deutschen Regierung zusammenarbeiten zu wollen. Also sollte eigentlich alles funktionieren, oder?

Auch die Rechtssysteme der beiden Länder sind überraschend ähnlich! In Afghanistan wird man für moralische Verfehlungen öffentlich ausgepeitscht, in Deutschland wird man für moralische Verfehlungen vom Staatsfunk öffentlich bundesweit bloßgestellt, und mit Rückendeckung der Politik wird dir deine Existenzgrundlage genommen. (Tatsächlich ließe sich argumentieren, dass ein Auspeitschen, wonach die moralische Verfehlung gesühnt ist, weniger grausam ist, vor allem wenn ein ordentliches Verfahren voranging. Die ökonomische und soziale Vernichtung eines Menschen mit Hilfe von Staatsfunk und Propaganda – ohne Verfahren und Möglichkeit der Verteidigung – ist auf gewisse Weise barbarischer als das praktizierte Scharia-Recht der Taliban.

Aber gut, die deutsche Politik findet noch immer irgendwelche Gründe, warum afghanische Straftäter in Deutschland bleiben sollen.

Nun könnte man sich natürlich fragen, warum dieser deutsche und in dieser Form weltweit einmalige Wahnsinn wieder in den Nachrichten ist. Man könnte es sich fragen, wenn da nicht …

Nach der Wahl zu lesen

… wenn da nicht diese andere Schlagzeile und der Termin dazwischen wären.

Am 6. Juni 2024 titelte der Staatsfunk: »Scholz will Abschiebungen nach Afghanistan«: »Die Abschiebung von Schwerstkriminellen nach Afghanistan und Syrien soll wieder möglich werden.«

Ich selbst schrieb am 4. Juni 2024: »Die Regierung will nach Messer-Attacke ›prüfen‹, ob man Straftäter nicht heim nach Afghanistan abschieben kann.« – Und ich warnte gleich: Prüfen ist nicht machen!

Am 9. Juni 2024 dann wurde in Deutschland die »EU-Wahl« abgehalten – die »Rääääächten« gewannen EU-weit dazu. Warum bloß? Vielleicht, weil immer mehr Wähler genau wussten, was für Schlagzeilen kurz nach der Wahl zu lesen sein würden.

Am 17. Juni 2024 lesen wir beim MDR dann, unter einem Video-Standbild von Herrn Scholz: »Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien noch nicht in Sicht«.

Wir wussten ja, dass Herr Scholz bisweilen mit seiner Gedächtnisleistung kämpft, aber ist es schon so schlimm?

Um Frau Merkel zu zitieren, die das übrigens als Warnung sagte: »Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt.«

Ihr versteht schon

Ein afghanisches Sprichwort lautet: »Roz malang, shao palang.« – Das bedeutet etwa: »Tagsüber ein Heiliger, nachts ein Tiger.«

Für die Politik im besten Deutschland aller Zeiten könnte man dieses Sprichwort paraphrasieren: »Vor den Wahlen ein Deutschlandfreund, nach den Wahlen ein Deutschlandkaputtmacher.«

Allerdings: Einer, der mal gut und mal böse ist, ist tatsächlich immer böse, auch wenn er sich mal verstellt. Ein Lügner ist ja auch dann ein Lügner, wenn er mal die Wahrheit sagt. So wie ein Dieb auch dann ein Dieb ist, wenn er mal gerade nicht stiehlt.

Wenn deutsche Politiker nach den Wahlen wieder zu Deutschlandkaputtmachern mutieren, dann dürfen wir davon ausgehen, dass sie es die ganze Zeit schon waren.

Der Wähler aber, der den Versprechen der Mainstream-Politiker vor der Wahl traute und nach der Wahl dann wie ein Dummkopf dasteht, muss sich fragen … ihr versteht schon, ihr seid ja kein solcher.

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Der Essay Vor der Wahl ist nach Afghanistan von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/keine-abschiebung/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!