Die SPD-nahe Jugendorganisation ist die Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD, kurz: Jungsozialisten, oder noch kürzer: JuSos.
Zunächst das Offensichtliche: Ja, es ist schockierend, dass Deutschland so wenig aus der Geschichte gelernt hat. Wie viele Millionen Tote (siehe Wikipedia) braucht es, bis alle Deutschen verstehen, dass »Sozialismus« ein mörderisches Konzept ist?
Auf dem jüngsten Bundeskongress dieser Jungsozialisten sprach unter anderem ein gewisser Gidion Zieten. Er bewarb sich für den Bundesvorstand der Jungsozialisten und sagte dabei Bemerkenswertes:
Deswegen ist klar, wenn wir an Kriminalität denken, müssen wir zuerst über Männer in Anzügen sprechen.
– Gidion Zieten (zitiert nach @Alex__Steffen, 29.11.2025)
Herr Zieten wurde nach dieser Rede dann auch gewählt. Also dürfen wir davon ausgehen, dass er zumindest dem Geiste nach für die Jungsozialisten insgesamt spricht.
Und die Jungsozialisten wollen die Begriffe Kriminalität und Männer in Anzügen zusammendenken. Ja, wir müssen davon ausgehen, dass dieser konkrete Jungsozialist es ernst meint – und dass er genau weiß, was er sagt. (Laut jusos-freiburg.de, 30.11.2025 ist er studierter Jurist.)
Nicht »alle« Männer
Vermutlich werden auch die Jungsozialisten nicht wirklich alle »Männer in Anzügen« meinen. Immerhin tragen auch SPD-Funktionäre bisweilen Anzüge, ob nun Brioni, Boss oder Burberry. Einen Lenin etwa kennen wir nur im Anzug (siehe Foto.jpg)). Die verschiedenen, oft (aber nicht immer) diskreten Financiers der NGOs und Stiftungen, mit denen sich Genossen so blendend zu verstehen scheinen, sind zumeist selbst »Männer in Anzügen«.
Was hören, verstehen und meinen Jungsozialisten also wirklich, wenn sie von Männern in Anzügen reden?
Wir müssen einen Zusammenhang herstellen zu einer Rede der Arbeitsministerin Bärbel Bas, die auf dem Arbeitgebertag von ihrem Publikum jüngst öffentlich ausgelacht wurde. (So erschien es zumindest vielen Journalisten. Für eine alternative Deutung siehe meinen Essay »Die Ministerin versteht das Lachen nicht«.)
»Daheim« bei den JuSos jammerte sie dann über diese Schmach durch Männer »im Maßanzug« (siehe welt.de, 30.11.2025).
Mehr als »nur« Kriminalisierung
Die SPD-Ministerin meinte, dass für sie beim Arbeitgebertag »deutlich geworden ist, gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen«.
Die SPD in der CDU-Regierung sagt nach meiner Deutung nun unverblümt, was Essayisten wie ich seit Jahren als mahnende Übertreibung formulierten: Die deutsche Regierung kämpft offen gegen Deutschlands Arbeitgeber, sprich: gegen Wohlstand und wirtschaftliches Fundament.
Doch zu den »Männern in Anzügen« des Gidion Zieten sehe ich noch eine weitere Deutung als »nur« die mögliche Kriminalisierung von Arbeitgebern.
Ich deute die »Männer in Anzügen« hier als Tradition und alte Autoritäten, als alles, was sich als überlebenswichtig bewährt hat.
Sozialismus ist in meinem Verständnis des Begriffs nicht wirklich ein »soziales« Anliegen, sondern eine Strategie zur Machterlangung unter Ausschaltung traditioneller und bewährter Legitimierung von Macht (siehe dazu meinen Essay »Die Erklärung beginnt mit »Soz««).
(»Soziale« Begründungen sind zumeist populistisch und vorgeschoben; genauso gut könnte eine andere Moralpanik verwendet werden, etwa ein »Virus«, »Russland« oder »das Klima«.)
Das sich leicht knechten lässt
Die »Männer in Anzügen« mit Kriminellen gleichzusetzen bedeutet tatsächlich, alte Weisheit und Lebenserfahrung zu entwerten. Statt alter Weisheit sollen sozialistische Parteikader eine neue Weisheit erlassen, die zu hinterfragen dann als »Hass und Hetze« gilt, was schon heute ohne Anklage und Verfahren mit demütigenden Hausdurchsuchungen bestraft wird.
Sozialisten wollen Macht um jeden Preis. Dafür brauchen sie ein schwaches Volk, das sich leicht knechten lässt.
Die stärkste und wichtigste Einheit des Volkes ist die traditionelle Familie, so wird die traditionelle Familie aktiv torpediert.
Doch ein Volk mit kaputten Familien könnte noch immer Kraft und Selbstbewusstsein finden, wenn es sich alter Werte und gewachsener Traditionen bewusst wird, die eben von »Männern in Anzügen« getragen und praktiziert werden.
Es war lange Zeit vor allem eine Frage des Anstands und des Selbstrespekts, sozialistischen Ideen zu widersprechen. Heute geht es um weit mehr als »nur« um dein Selbstbild.
Heute ist es nichts weniger als eine Frage des seelischen Überlebens, mindestens privat, möglichst mit Freunden oder dem Partner, den kaputten Ideen dieser Zeit zu widersprechen.
Widersprich ihnen! Nicht nur weil sie Falsches sagen und falsch sind. Widersprich ihnen, um sicherzustellen, dass du selbst nicht falsch wirst.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Sozialisten vs. »Männer in Anzügen« von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/maenner-in-anzuegen/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
