Dushan-Wegner

02.02.2023

Auch in Freiburg gewinnt am Ende immer die Realität

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Was sind deine relevanten Strukturen?
Freiburg meldet 5 Großeinsätze an 1 Tag. Es geht um junge Männer. In Freiburg sind die Grünen die mit Abstand stärkste Partei, also ist man tolerant. Doch auch in Freiburg gilt: Am Ende gewinnt immer die Realität.
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Lachen Sie, wenn ein Mensch auf die Nase fällt und sich sein Gesicht vom Trottoir deformieren lässt?

Vielleicht antworten Sie hier mit »Ja, aber nur heimlich«, oder mit »Nein, das gehört sich nicht«.

Die realistische und also wohl auch »richtige« Antwort scheint mir auch hier zu sein: Es kommt drauf an!

Es kommt darauf an, was derjenige vorher tat, bevor er hinfiel. Machte er »Faxen« und »ließ es drauf ankommen«? Beschimpfte er gar die Leute, die nicht dieselben »Faxen« treiben wollten wie er?

26,5 Prozent

Bei der Gemeinderatswahl 2019 wurden die Grünen in Freiburg mit 26,5 Prozent die mit riesigem Abstand stärkste Kraft (siehe Wikipedia), und also lesen wir aktuell Schlagzeilen wie diese: »Fünf Großeinsätze in 15 Stunden – Kriminelle nordafrikanische Flüchtlinge bringen Freiburg »an die Grenzen«« (focus.de, 1.2.2023).

Offenbar kommt es in Freiburg »verstärkt zu Gewalt in einer Flüchtlingsunterkunft und Straftaten in der Öffentlichkeit«. Die Zahl der Delikte wie »Massenschlägereien« schnellt nach oben. Die Polizei versucht, Herr der Lage zu werden (darf man »Herr« überhaupt noch sagen?), wird aber leider bespuckt, und auch sonst wird Freiburg zur Stadt der gelebten Toleranz.

Zusammen unter

Betrachtet man das gesamte Freiburger Wahlergebnis von 2019  (wieder siehe Wikipedia), stellt man fest, dass »linksgrüner Irrsinn« insgesamt zwischen absoluter und totaler Mehrheit pendelt. Neben den Grünen gibt es noch die Splitterpartei »Grüne Alternative« (quasi die Freiburger Version einer Alternative-Partei) mit 4,5 eigenen Prozenten. Die umbenannte Partei der Mauermorde und Foltergefängnisse fährt in Freiburg stabile 6,9 Prozent ein. Und die beiden linken Parteien SPD und CSU sind auch noch da, wenn auch zusammen unter den Grünen.

Der Bürgermeister von Freiburg ist ein Herr Martin Horn (wie Merkel aus evangelischem Pfarrer-Haushalt).

Offiziell ist er »parteilos«, doch er beschimpft schon mal ein AfD-Ratsmitglied wegen dessen angeblichem »eingeschränkten Demokratieverständnis« (und dieses versucht dann auch noch ganz naiv, die notwendige Neutralität des Bürgermeisters im Propagandastaat vor Gericht durchzusetzen, siehe baden.fm, 23.11.2022.)

Als 2018 die Freiburger Polizei acht Männer festnahm (sieben Syrer und ein Deutscher), weil sie eine 18-Jährige vergewaltigt haben sollen, wurde Martin Horn auch über Freiburg hinaus bekannt, weil seine größte Sorge die vor „Pauschalurteilen gegen Flüchtlinge“ (stuttgarter-zeitung.de, 26.10.2022) zu sein schien.

Noch zwei Jahre später gab sich Herr Horn ganz erschüttert, als ein AfD-Landtagsabgeordneter öffentlich bei einer Demo rief: »Das Blut dieser Frau klebt an euren Händen.« (sueddeutsche.de, 23.6.2022)

Ich weiß ehrlich nicht, ob Herr Horn nur ein eiskalter Karrierist im kaputten Propagandastaat ist, oder ob er wirklich glaubt, gut zu handeln.

Es ergibt wenig Unterschied.

Einfach nicht gleichtun

Die Entwicklung von Städten wie Freiburg ist ein paradigmatisches Beispiel dafür, dass ein grober, womöglich ideologisch gefärbter Irrtum und ans Kriminelle grenzende Bösartigkeit von außen nicht zu unterscheiden wären – und im Effekt keine Rolle spielen.

Bis 2018 war Freiburg die »kriminellste Stadt in Baden-Württemberg« (badische-zeitung.de, 18.2.2022) – und stärkte daraufhin bei den Kommunalwahlen die Grünen. 2019 und 2020 gab man die »rote Laterne« kurz ab, doch man strengte sich an und 2021 ist man wieder die kriminellste Stadt im Land.

Ja, die Frage stellt sich heute immer wieder, wann und wie viel Häme erlaubt ist, wenn jemand alle Warnungen in den Wind schlug und sich von Ideologie und Propagandadruck getrieben in Gefahr begab. Ist Häme »erlaubter«, wenn derjenige sich moralisch über jene erhob, die ihn warnten oder es ihm einfach nicht gleichtun wollten? (Die Frage stellt sich extra schmerzhaft bei Menschen, die gegen mRNA-Verweigerer hetzen, und dann nach ihrem x-ten »Booster« dauerkrank sind – oder sogar sterben.)

Darf man über Freiburg höhnen, dessen Wähler regelmäßig im Wahllokal das Äquivalent zum Aufschneiden der eigenen Venen praktizieren?

Nach Sicherheit sehnen

Die Opfer, deren Blut an den Händen der Gutmenschen klebt, kann und will ich natürlich nicht verhöhnen. Selbst wenn ein junges Toleranzopfer zuvor die linken Lügen des »Narrativs« nachgeplappert oder sogar geglaubt haben sollte, so ist es doch zuerst ein Opfer der Propaganda.

Ab einem gewissen Alter muss der Mensch aber natürlich selbst die moralische Verantwortung für seine mutwillige Ignoranz übernehmen.

Jedoch, gerade Mittelschicht-Grünenwähler entziehen sich regelmäßig und zu lange den Folgen ihrer Lebenslügen, verbarrikadieren sich in Einfamilienhaus-Siedlungen, und lagern die Konsequenzen ihrer Moral in die bekannten Brennpunkte aus, denn »Gutmenschen riskieren das Leben anderer Leute« (Essay von 2018).

Wenn die Grünen-Wähler aber plötzlich selbst mit den Konsequenzen ihrer Lebenslügen konfrontiert werden, dann finden sie plötzlich tausend Gründe, warum es zwar bei anderen Menschen total »nazi« und »rechtsextrem« und »undemokratisch« ist, wenn die ihre Familie schützen wollen und sich nach Sicherheit sehnen, bei den Gutmenschen selbst aber nicht – denn es gilt: »Aus Gutmenschen, die es selbst betrifft, werden schnell Bösmenschen« (noch ein Essay von 2018).

Auch in Freiburg

Darf man aber höhnen? Hach, man sollte es nicht zu laut tun, denn das könnte einen Menschen unsympathisch wirken lassen, und als selbstdenkender Abweichler ist man heute ohnehin kein Sympathieträger.

Jedoch, sollten wir nicht unsere Moral zuerst für uns pflegen – also gegenteilig zu dem, was die Gutmenschen tun, die öffentlich das Klima retten, und privat nach Bali jetten?

Im Privaten also unterscheide ich, und zwar zwischen dem abstrakten Konstrukt »Freiburg als die Stadt und Gesellschaft«, und jedem einzelnen Bewohner, inklusive all der irregeleiteten Grünenwähler.

Es tut mir um jeden einzelnen Freiburger leid, ob er bereits die Folgen des linksgrünen Wahns am eigenen Leben spürt oder nicht – und ob er als Wähler selbst ursächlich Schuld daran mitträgt oder nicht.

Die Stadt Freiburg als Ganzes aber, die hat es ein Stück weit verdient. Freiburg hilft in Wahrheit niemandem. Nicht wirklich den jungen Männern aus Nordafrika, nicht den eigenen Bürgern, nicht Deutschland, und ganz bestimmt nicht der Welt insgesamt.

Freiburg handelt aus Moralinrausch, aus einer ignoranten Überheblichkeit, einer vulgären Gesinnungsethik, welche aktiv die Folgen des Handelns ausblendet – sie zu nennen sogar aggressiv ächtet – um sich in einer an Solipsismus grenzender mikrokollektiven Egomanie am moralischen Gefühl des Moments zu berauschen.

Um die einzelnen Freiburger tut es mir leid, und im zwei Stufen größeren Maßstab auch um Deutschland. Aber an Freiburg als Stadt und abstrakte Instanz darf man schon mal sagen: Das habt ihr von euren Lebenslügen! Was dachtet ihr denn, dass passieren würde? Auch in Freiburg gilt: Am Ende gewinnt immer die Realität.

Weiterschreiben, Wegner!

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