15.9.2020

Betrunkene Konservative unter Straßenlampen

von Dushan Wegner, Lesezeit 8 Minuten, Bild von Vidar Nordli-Mathisen
Merkel will weitere 1500 Migranten holen, auf dass die Brennpunkte Deutschlands noch heißer brennen. Signal nach Afrika: Erpressung lohnt sich! – Man fragt und wundert sich, weltweit: Warum begehren die Deutschen nicht auf?!
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Die Parabel vom Betrunkenen, der seine Schlüssel sucht, ich gehe davon aus, dass sie wohlbekannt ist (ich habe sie etwa im April 2018 und dann nochmal im November 2018 angerissen). Die Parabel gehört zur Allgemeinbildung (und wurde in klügeren Zeiten in der Schule gelehrt).

Der Vollständigkeit halber hier eine neue, knappe Fassung:

Ein Polizist sieht einen Betrunkenen auf allen Vieren auf dem Boden um eine Straßenlaterne herum kriechen.

Der Polizist: »Was tun Sie da?«

Der Betrunkene lallt: »Ich suche meinen Schlüssel!«

Es ist kein Schlüssel zu sehen, also fragt der Polizist: »Wo haben Sie den Schlüssel denn verloren?«

Betrunkener: »Drüben, im Gebüsch!«

Polizist: »Warum suchen Sie dann hier?«

Betrunkener: »Hier ist besseres Licht!«

Wir Parabelerzähler

Ich habe die Parabel vom Betrunkenen, der seinen Schlüssel lieber dort sucht, wo das Suchen einfach ist, statt da, wo er ihn verlor, über die Jahre oft gehört, und ich erzähle sie selbst gern. Ich beginne jedoch zu befürchten, dass wir aus der Geschichte nicht »alles herausholen«. Es könnte sein, so schwant mir, dass wir einen sehr wichtigen Aspekt übersehen…

Die Populär-Psychologie kennt den »Above Average Effect« (zu Deutsch etwa »Über-Durchschnitt-Effekt«): Die meisten Autofahrer halten (angeblich) ihre eigenen Fahrkünste für überdurchschnittlich (ich bin da wohl die Ausnahme) – doch von einer gleichmäßigen Bell-Kurve ausgehend, können nicht die meisten Autofahrer überdurchschnittlich sein!

Was, wenn sich auch bei den Erzählern und Hörern der Parabel vom Schlüsselsucher eine Variante des »Above Average Effect« einstellt?

Ausnahmslos alle, welche ich die Parabel vom Schlüsselsucher erzählen hörte – inklusive mir selbst, kein Zweifel! – alle gingen wie selbstverständlich davon aus, dass sie selbst im jeweiligen Kontext nicht diejenigen sind, die aus Faulheit oder Unwissenheit am falschen Ort suchen – als fehlgeleitet sahen auch und gerade kluge Leute selbstverständlich stets die jeweiligen Argumentgegner an.

Was, wenn wir Parabelerzähler uns irren sollten?

Liefern die bereits automatisch?

Erpressung lohnt sich – wenn man es mit einem erpressbaren Gegner zu tun hat und man selbst (praktisch) außerhalb von Recht und Gesetz agieren kann.

Die aktuell auf der griechischen Insel Lesbos wartenden Kunden afrikanischer Schlepper haben, so die aktuelle Nachrichtenlage, durch Brandstiftung und Gewalt wohl erfolgreich Deutschland erpresst (siehe auch Essay vom 9.9.2020: »Illegale Migration als Erpressung«).

Aktuell wird gemeldet:

Bundeskanzlerin Merkel und Innenminister Seehofer verständigen sich darauf, zusätzlich rund 1500 weitere Migranten von den griechischen Inseln aufzunehmen. (n-tv.de, 15.9.2020)

Es ist eine Art »legales Unrecht«. Die Ära Merkel sieht heute wie eine Ära des legalen und/oder ungeahndeten Unrechts aus, und natürlich wie eine Ära dauernder Propaganda und der ganz großen Lügen. »Wir schaffen das« etwa ist eine Jahrhundertlüge (siehe Essay vom 12.9.2020).

Gemäß der Faustregel, dass Merkel stets das will, das schlecht für Deutschland ist, will sie mehr Schlepperkunden aufnehmen als alle anderen EU-Staaten zusammen (bild.de, 15.9.2020).

Diverse deutsche Zeitungen schreiben Varianten der Meldung, »Merkel und Seehofer werden 1.500 Flüchtlinge aufnehmen«. Es ist wahr, dass einige dieser Zeitungen viel Geld von der Merkel-Regierung erhalten. Die Schlagzeile selbst dagegen ist vielleicht nicht vollständig wahr, und enthält, je nach Deutung, bis zu zwei Lügen.

Zuerst: Wahrscheinlich handelt es sich nicht um »Flüchtlinge«, sondern um die Kunden von Schleppern, welche tausende von Dollar in die illegale Einreise in die EU-Kolonien investieren und darauf zählen, dass ihre Investition vom deutschen Steuerzahler ein Leben lang vielfach vergoldet wird.

Zweitens, und das wäre natürlich eine Formulierungsfrage: Weder Merkel noch Seehofer werden selbst die illegalen Einwanderer bei sich »aufnehmen« – man wird sie, wie es die Schlepper ja verkaufen und versprechen, in Deutschlands Brennpunkte bringen, auf dass diese noch heißer brennen. (Ein Zyniker könnte fragen: Hat man bei den Wohlfahrtskonzernen die Nummern der Limousinen- und Champagner-Lieferanten eigentlich auf der Kurzwahltaste gespeichert oder liefern die bereits automatisch?)

Feuer in der Seele der Masse

»Wir müssen endlich etwas tun!«, so ruft es heute, »Merkel und ihre Söldner in den Redaktionen machen das Land kaputt! Wir müssen auf die Straße gehen! Die Menschen aufrütteln! Demonstrieren! Protestieren! Einen wirklichen Aufstand der Anständigen!«

Ich teile Ihre Wut ob der Ungerechtigkeit, der Gewalt und der Unvernunft, welche Deutschland auf Jahre und Jahrzehnten hin beschädigen werden.

Ich will das tun, was meiner besten Einsicht nach die »am wenigsten geringen« Chancen zeigt, zum Erfolg zu führen.

Der Zweck einer Demonstration ist es, sich an den gewöhnlichen Wegen der politischen Vertretung vorbei eine politisch relevante Stimme zu verschaffen (siehe auch »Wogegen demonstrieren eigentlich Politiker?« vom 24.3.2019). Prima facie wäre es also plausibel, für Vernunft und gegen Zerstörung des Landes durch das »System Angela M.« zu demonstrieren, weitere Parteien zu gründen, et cetera – doch denken wir es weiter, denken wir es zu Ende! (Wir sind ja keine Linken.)

Die Notwendigkeit einer Demonstration ist darin begründet, eine politische Stimme an den »üblichen« demokratischen Wegen vorbei zu finden. Doch mal gehört zu werden würde uns hier nicht genügen, eine Demonstration braucht einen Zweck und ein Ziel über das »sich etwas von der Seele brüllen« hinaus.

Demonstrationen zu politischen Richtungsentscheidungen, auch eine konservative Demonstration für Vernunft und Rechtsstaat (es klingt ja schon ungelenk), sind darauf ausgelegt, Mehrheiten zu finden, also weite Teile der Bevölkerung für das eigene Anliegen zu gewinnen.

Von all den psychologischen Fragen abgesehen (wie mobilisiert man Menschen, dafür zu demonstrieren, in Ruhe gelassen zu werden?), liegt hierin das entscheidende Problem konservativer Demonstrationen: Man kann nicht Menschen für eine »feurige Vernunft« gewinnen, deren Mehrheit von der Propaganda zum geistigen Gleichschritt erzogen wurde.

Eine Demonstration will immer ein Feuer in der Seele der Masse entfachen – was aber, wenn in den Seelen wenig »Brennbares« mehr ist, wenn die Botschaften der Propaganda das Gewissen verdrängten, wenn der Mut kaum noch atmet und der Verstand in den Ketten der politischen Korrektheit dahinsiecht?

Laut genug in ihre Ohren

Ich verstehe die Wut, auch ich »möchte etwas tun«. Doch ich will nicht wie der Betrunkene sein, der dort sucht, wo die Suche ihm komfortabel und also selbstverständlich erscheint – ich will dort suchen, wo ich nach meiner besten Einschätzung eine echte Chance sehe, so diese Chance nur »größer Null« ist.

Ich verstehe den Wunsch, zu demonstrieren, zu protestieren, laut zu sein und seine Wut gegen Berlin zu brüllen. Ich denke nicht, dass diese Methode von Erfolg gekrönt sein kann – und allein um mich abzureagieren ist mir meine Zeit zu kurz (und das Problem zu drängend).

Auch diesmal werden die Dinge, die Merkel diesem Land antut, für einen kurzen Sturm der Entrüstung sorgen. Herr Merz sagt etwas Fake-Aufmüpfiges und reiht sich dann doch brav wieder ein. Irgendwer in der CDU und CSU wird sich nach vorne wagen, und dann doppelt so demütig wie er vorher mutig war wieder das Schwänzlein einziehen und um Vergebung jaulen.

So wütend uns auch die neueste Untat der Zerstörerin Angela M. werden lässt – keine Demonstration wird es jetzt verhindern (der Staatsfunk, Propaganda-NGOs und die Schlägerbanden der Antifa würden es ohnehin durch regierungsfreundliche Aufmärsche in der Lautstärke annullieren).

Das Problem der Vernunft in Deutschland ist nicht, dass keiner sie laut genug ausgesprochen hätte. Das Problem ist, dass die Vernunft auf zu wenige Ohren trifft, die sie hören und verstehen.

Wenn ein Tourist einen Einheimischen nach dem Weg fragt, und der Einheimische merkt, dass der Tourist ihn nicht versteht, kann es dem Einheimischen passieren, dass er unwillkürlich dieselben unverstandenen Worte wiederholt, dabei jedoch plötzlich viel lauter spricht, in der Illusion, der Fremdsprachige hätte das Gesagte nur deshalb nicht verstanden, weil es nicht laut genug ausgesprochen wurde. So ähnlich kommt es mir vor, wenn Vernünftige meinen, die Unvernünftigen würden vernünftig werden, wenn man die Vernunft nur laut genug in ihre Ohren brüllte.

Etwas Ordnung im Geist

Der Betrunkene wird seine Schlüssel erst dann wiederfinden, wenn er den »naheliegenden« Suchort aufgibt – und stattdessen dort sucht, wo zumindest eine kleine Chance besteht, die Schlüssel zu finden, wie mühsam die Suche im dunklen Unterholz auch sein mag, wie viele Kratzer und Schmutz es ihm auch einbringen wird.

Solange Konservative politisch agieren, wie es ihnen naheliegend und angenehm erscheint, solange sie dem Irrtum anhängen, die Mehrheit sei wie sie selbst, also mit Argumenten allein von der Vernunft zu überzeugen, wenn diese nur laut genug gerufen würde, solange werden sie sich auch weiterhin in Rückzugsgefechten wiederfinden.

Die Unvernunft peitscht ihre Jünger mit Trommeln und Gebrüll auf – die Vernunft muss mühsam Seele um Seele gewinnen.

Wir werden niemanden gewinnen, höchstens Schwankende verschrecken, wenn wir in einer Sprache und in Begriffen brüllen, welche die Menschen dank Staatsfunk, Indoktrination und 24-Stunden-Propaganda schlicht nicht mehr verstehen.

Unser Angebot ist Klarheit, etwas Ordnung im Geist, aber auch der Mut, lieber den Fakten und Konsequenzen ins Gesicht zu sehen. Unser Angebot ist ruhiger und es kann ganz andere Zufriedenheit schenken, doch es ist eben auch anstrengender als die linken Lügen, die sich die Opfer der Propaganda in die Adern spritzen, und zwar in täglich höherer Lügendosis, um vor sich selbst die grausamen Konsequenzen ihres Tuns zu verstecken.

(Ich selbst versuche ja, Menschen dafür zu gewinnen, über die innere Mechanik ihrer ethischen Wertgefühle und ihrer »relevanten Strukturen« nachzudenken und also ihre Moral systematisch zu überprüfen.)

In eine gute Richtung

An einer Demo teilzunehmen ist verhältnismäßig einfach – es ist viel, viel, viel anstrengender, das Denken der Menschen neu für die Vernunft zu gewinnen, erst recht wenn man gegen übermächtige Gegner wie Staatsfunk, Propaganda und diese »NGOs« ankämpft.

Auch und gerade Vernunftmenschen sollten ihre Pläne und ihre Motivation regelmäßig auf den Prüfstand stellen. Ich verstehe die Wut – und wie! – und ich verstehe den Drang, »etwas zu tun«.

Ich will versuchen, das eine zu tun, das mir tatsächlich in Richtung des beabsichtigten Zieles ausgerichtet zu sein scheint: Einen Menschen nach dem anderen für Vernunft, Gewissen und das Nachdenken über die Folgen von Handlungen zu bewegen. Einen Menschen nach dem anderen, Tag um Tag.

Die Tatsache, dass Sie diese Zeilen lesen – und dass Sie damit nicht vollständig allein sind, wenn unsere Zahl auch noch viel zu gering ist – das gibt mir ein wenig Gewissheit, dass wir zwar im Schildkrötentempo gehen, aber immerhin in eine gute Richtung.

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