3.2.2021

Wer Merkel hat, braucht keine Feinde

von Dushan Wegner, Lesezeit 6 Minuten, Foto von Robert Bahn
Was Merkel anfasst, wird zum Desaster. Was von der Leyen anfasst, wird zum Skandal. Beim Impfstoff aber arbeiten sie zusammen: Es ist ein Desaster UND ein Skandal! Wer Merkel hat, der braucht echt keine Feinde mehr.
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»Das ist doch eine Plandemie!«, so hört man jemanden rufen. Er meint vermutlich, es sei eine »geplante Pandemie«, eine aus wenig edlen Motiven inszenierte Massenpanik – für einige Akteure sehr profitabel, für nicht wenige Menschen aber ruinös.

»Coronadiktatur« hört man einen anderen Menschen raunen. Er vertritt eine steile These, wonach was nicht demokratisch sei, eben undemokratisch sei, und wenn dieses die Regierung auch noch zum »Diktieren« ermächtigt – und wir reden nicht von Schulaufsätzen – na dann… es erklärt sich dann doch selbst.

Als wollte der Merkel-Apparat all jene Bürger bestätigen, die sich fragen, ob die Corona-Aufregung nicht eben mehr Hysterie denn Wissenschaft ist, ein Griff nach Macht auf Kosten von Jahrzehnten harter Arbeit der Bürger, heißt es am 2.2.2021 von Merkel: »Es wird keine neuen Freiheiten geben« (z.B. focus.de, 2.2.2021) – auch nicht, wenn man geimpft ist. Es ist bemerkenswert ehrlich.

Die Corona-Impfstoffe sind knapp in Deutschland, und es ist die eindeutige Schuld des reichlich ideologisch agierenden Merkel-Systems.

In frecher Missachtung ihres Amtseids gab Merkel die Verantwortung für die Impfung der Deutschen an ihre adlige Parteikollegin ab, welche vor ihren Skandalen aus Berlin nach Brüssel geflüchtet war, vor Plagiaten (zeit.de, 9.3.2016) und gelöschten Smartphones (nzz.ch, 13.2.2020) – eine gewisse Frau von der Leyen (siehe auch nzz.ch, 1.2.2021).

Am 2.2.2021 gewährte Merkel dem deutschen Staatsfunk eine Audienz; sie wurde um 18:00 und zur allerbesten Sendezeit ausgestrahlt (tagesschau.de, 2.2.2021).

Zwei Staatsfunker stellten ihr pseudokritische Fragen (man unterbrach sie sogar, das sollte wohl »Journalismus« darstellen, vielleicht ähnlich wie Putin darauf besteht, »kritisch« gefragt zu werden), und so lieferte der Staatsfunk ein Ventil für den Frust der Bevölkerung. Merkel blieb dabei, dass »im Großen und Ganzen« bei der Beschaffung des Impfstoffs »nichts schiefgelaufen« sei. Im Stil eines religiösen Volkserziehers besteht sie in ihrer Kindersprache gleichzeitig darauf, dass es für Geimpfte keine Sonderrechte geben wird, und dass wer nicht geimpft ist, »vielleicht auch bestimmte Dinge nicht machen« darf. 

Ändern tut sich durch so ein »Interview« natürlich nix, und genau das war vermutlich der Zweck. Das Hinnehmen – und damit Merkels Macht – soll auch weiterhin gefühlt »alternativlos« bleiben. Das Motto: »Es wurde ja drüber gesprochen, sogar kritisch, im TV und mit der Kanzlerin, das geht halt jetzt alles nicht anders.«

Was Frau Merkel anfasst, wird zum Desaster für Deutschland, und was Frau von der Leyen anfasst, wird zum Skandal. Jetzt haben sich von der Leyen und Merkel in Sachen Impfstoff zusammengetan, und es ist logischerweise ein Desaster für Deutschland und zugleich ein Skandal.

Mancher Bürger sähe die DDR-Funktionärin Merkel heute lieber im Knast als im Kanzerlamt, aber sie sitzt nun einmal an Berliner Schalthebeln, bei ihrem Zerstörungswerk verteidigt von einem Netz voneinander abhängiger Unter-Funktionäre, dazu einem sehr gut geölten Staatsfunk und einer Freiwilligen-Armee von Hauptstadtjournalisten aus Redaktionen, die ohne Steuergeld vermutlich längst pleite wären.

Dass es zu wenig Impfstoff in Deutschland gibt, es ist Merkels Versagen – und es ist ihr Machtgewinn. Krisenzeiten haben den Vorteil, dass sie der Regierung eine Mit-uns-oder-gegen-uns-Rhetorik leicht machen.

Wenn Krieg geführt wird, etwa der Krieg gegen ein Virus, dann wirkt jeder Gegner der Regierung als wäre er auf der Seite der Gegner, und damit ein Feind des Volks (oder, um es in der Sprache von NSDAP und heutiger Oppositionsgegner zu sagen: In Krieg und Krise ist die Kritik an der Macht »zersetzend«).

Corona und der Mangel an Impfstoff geben Merkel die Handhabe, endlich »durchzuregieren«, ermächtigt und ermutigt von einem Jasager-Parlament, das alles, wirklich alles abnickt. Sollte aber gegen Merkels beste Bemühung doch noch eine nennenswerte Zahl von Menschen geimpft werden, wird die »Jungkommunistin« den Menschen dennoch noch lange nicht »neue Freiheiten« geben. (Wofür impfen wir dann überhaupt?!)

Im Mai 2020, im Text »Das Malzeichen des Tieres«, sowie im August 2020, im Text »Das Malzeichen der App« (URL: dushanwegner.com/666/), wies ich gleich zwei mal auf die spannenden Parallelen zwischen gewissen Passagen der biblischen Offenbarung und diversen Sonderrechten für nachweislich Geimpfte hin. Ach, es war zu optimistisch gedacht! Wenn es nach Merkels Willen geht, wird auch man auch geimpft ein Gefangener im eigenen Haus bleiben. Es geht um Macht – man ist auf das geplante »Endspiel« gespannt.

Ob Verschenken deutschen Geldes an internationale Banken, die sich in Griechenland verzockt hatten, und die darauf folgende Nullzinspolitik (nun unter der vorbestraften Lagarde), ob die vermutlich rechtswidrige Öffnung der Grenzen zum massiven, irreparablen Schaden Deutschlands, ob der reichlich irrationale Atomausstieg (dafür baut jetzt China neue Atomkraftwerke mit deutschen Ideen, siehe welt.de, 1.2.2021), oder zum Versuch, Deutschland mit den Corona-Maßnahmen maximalen Schaden zuzufügen: Deutschlands Feinde brauchen keine Armee und keine Soldaten, Deutschlands Feinde haben Merkel.

In der Einleitung des Essays »Gibt es Hoffnung nach Merkel?« schrieb ich im Dezember 2018:

Wer auf die Zerstörerin Merkel folgt, hat die Aufgabe, unseren ramponierten Glauben an Demokratie und Rechtsstaat zu reparieren. Ist eine deutsche Politik zum Wohl des Volkes heute überhaupt möglich?

Wer hätte gedacht, dass auch diese düsteren Worte von 2018 noch zu optimistisch waren! Wenn Merkel wirklich abdankt und sich nicht zu einer fünften Amtszeit »überreden lässt« (siehe auch »Kanzlerin, so lange sie will« vom 3.4.2020), dann wird ihr Nachfolger wohl ein Laschet werden – g’nug gesagt.

Das letzte Jahrzehnt über hielten wir uns eine Zeit lang seelisch über Wasser, indem wir uns einredeten: »Nur diese eine Krise noch, dann wird es wieder gut.«

Wenn »wieder gut werden« so etwas meint wie »so wie früher«, dann muss man leider sagen, dass die Wahrscheinlichkeit dafür mit jedem Jahr der unsäglichen Merkelherrschaft halbiert wird. (Übrigens: Eine 100-prozentige Wahrscheinlichkeit, die sich jährlich halbiert, beträgt nach 16 Jahren 0,001525879 Prozent, also etwa 1 zu 655. Es gibt etwa 195 Staaten auf der Erde, und wenn auf drei Planeten wie diesem jeder einzelne Staat sechzehn Jahre lang von Merkel regiert würde, wäre noch immer nicht statistisch sicher, dass planetenübergreifend auch nur ein einziger Staat es unbeschadet überlebt.)

Man braucht weder Koch noch Henne zu sein, man muss noch nicht einmal ein regelmäßiger Frühstücksesser sein, um zu wissen: Dieses Omelett wird nicht wieder zum Ei werden.

Nun denn! Wenn es einem erst gelungen ist, sein Herz von alter Liebe zu lösen, sie in der Erinnerung zu tragen, doch nicht mehr darauf zu hoffen, selbst von ihr getragen zu werden (und wenn man vielleicht noch die Relevanten Strukturen parat hat), dann wird man sehen, dass wir selbst es sind, die das »Gute« zu eben diesem machen. Ein von Merkel runterregierter Staat ist zuletzt einiges, aber nicht stabil.

»Wieder gut« kann auch bedeuten: »Es wird anders werden, aber zumindest im Kleinen kann es von uns derart geordnet werden, dass wir es aufs Neue ›gut‹ nennen können.«

Ja, es kann »anders, aber neu gut« werden, doch eine Garantie dafür kann wahrlich niemand geben. Um »anders, aber neu gut« zu werden, da braucht es Fleiß, Glück und Vorbereitung von Gruppen wie auch Individuen – und idealerweise eine Vorbereitung, die längst begonnen hat.

Wenn wir nun aber wissen, dass es aufs Neue gut werden kann, und wenn es dem Menschen eine Pflicht ist, das anzustreben, was gut ist – ist es dann nicht folglich unsere Pflicht, mit aller Kraft und ganzem Herzen daran zu arbeiten, dass es für uns und die Menschen in unserem Verantwortungsbereich auch wirklich »neu gut« wird?

Ach ja, bevor ich es vergesse, eine Sache noch: Dies ist, so weit ich weiß (und laut Zählung des Systems), mein Essay Nr. 1.000. Die gesamte Liste findet sich bei dushanwegner.com/liste. Wow. – Ich danke Ihnen für Ihre Treue! Ich hoffe, Ihnen bislang gut gedient zu haben – und ich bin sehr gespannt, wie die Welt nach tausend weiteren Essays aussehen wird!

»Weiterschreiben, Wegner!«

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