28.12.2019

Wenn arme Rentner im Staatsfunk als »Umweltsau« beleidigt werden

von Dushan Wegner, Lesezeit 10 Minuten, Bild von Cristian Newman
Arme Rentner kaufen billiges Essen (um sich fürs Flaschensammeln zu stärken?), im Staatsfunk werden sie dafür als »Umweltsau« beleidigt – von Kindern! Wir wissen, dass totalitäre Denkweisen die Familien angreifen, doch es live mitzuerleben, das ist heftig.
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Unter den Kulten und Ideologien, welche die Menschheit befielen, ist der Kommunismus mit seinen Spielarten die bislang tödlichste, tödlicher als der Nationalsozialismus. Doch, der Kommunismus entfaltet seine zerstörerische Wirkung nicht erst, wenn man im Gulag oder im Stasi-Gefängnis dahinsiecht, es beginnt früher, weit früher.

Marx und seine Mitstreiter sahen – völlig richtig – dass das, worüber sie verächtlich als »bürgerliche Familie« sprachen, ihnen im Wege stand. Schon früh erkannten Kritiker, dass Marx & Co. die »Aufhebung der Familie« betrieben. Im »Manifest der Kommunistischen Partei« etwa bestreiten Marx und Engels es nicht einmal; sie betreiben das, was man heute im Englischen »to double down« nennt: »Die Familie der Bourgeois fällt natürlich weg mit dem Wegfallen dieser ihrer Ergänzung, und beide verschwinden mit dem Verschwinden des Kapitals.« (via mlwerke.de)

Ich kann mich noch an den Schrecken erinnern, den es mir einjagte, als aus der SPD angekündigt wurde, die »Lufthoheit über den Kinderbetten« erlangen zu wollen (welt.de, 10.11.2002). Wir erleben, fürchte ich, was diese gruselige Formulierung praktisch bedeutet.

Andere Ideologien sind wenigstens schlau genug, die kleinste Einheit der Gesellschaft, die Familie, für ihre Zwecke einzuspannen – fast als wollten Kommunisten die Gesellschaft von innen heraus zerstören, greifen sie diese direkt an. Alle Ideologien führen letzten Endes zu Leid und Zerstörung, doch die Ideen des Kommunismus sind darin besonders, dass sie bereits mit Leid und Zerstörung beginnen.

Nicht der Stürmer

Wer eine Ideologie verbreiten will, der braucht dafür Trägermedien. Die Nationalsozialisten waren wohl die erste »multimedial« auftretende Diktatur, doch neben »Funk und Fernsehen« fand auch ganz traditionell bedrucktes Papier einen Markt (es gab ja kein Internet).

Im Dritten Reich diente der »Stürmer« dazu, antisemitische Topoi in die Bevölkerung zu tragen (oder sie, wenn bereits vorhanden, zu verstärken). Der »Stürmer« trug den Untertitel »Deutsches Wochenblatt zum Kampfe um die Wahrheit«, was man heute in etwa als »Faktensucher« oder ähnlich übersetzen würde. Neben dem »Kampfe um die Wahrheit« sah der »Stürmer« seine Aufgabe explizit im »Kampf gegen das Judentum«, was sogar richterlich festgestellt wurde.

(Man kann natürlich nicht den Stürmer etwa mit dem heutigen Staatsfunk vergleichen. Der Stürmer war eine privatwirtschaftliche Zeitung, er konnte also niemanden ins Gefängnis werfen lassen, wenn der für den Mist nicht bezahlen wollte, und es gibt wohl auch andere Unterschiede.)

Die Spaltung der Gesellschaft, welche der »Stürmer« betrieb, wurde oft von den Zeichnungen begleitet, die im Kleid angeblichen Humors üble antisemitische Klischees einführten und verstärkten. (Der Zeichner »Philipp Rupprecht« illustrierte übrigens auch das Kinderbuch »Der Giftpilz«, mit dem schon Kinder auf antisemitische Klischees eingeschworen werden sollten, und »Giftpilz« ist bis heute eine besonders unter den sogenannten »Guten« beliebte Bezeichnung für Andersdenkende – man sieht: Propaganda an Kindern wirkt, über Generationen hinweg.)

»Was darf Satire?«, fragen heute manche sogenannten Satiriker des deutschen Staatsfunks (beziehungsweise deren Führungsoffiziere, pardon, ich meine: Vorgesetzten), und natürlich antworten sie selbst: »Alles!« – Man möchte fragen: »Darf« Satire auch Antisemitismus? (Oder: Dürfte Satire einen Menschen töten?) – »Darf« sie Familien spalten und Hass säen?

So gut wie gar nix

Ein Trend der letzten Jahre in Deutschland ist die Spaltung nicht nur der Gesellschaft, sondern sogar der Familien selbst, durch Propaganda und sogenanntes »Gutmenschentum« (siehe etwa »Hast du deinem Verräter die Windeln gewechselt?«). Jugendliche erhalten von »Haltungsjournalisten« quasi »Kampfanleitungen«, wie sie bei Familienfeier oder Verwandtenbesuch die Debatte auf linke Linie bringen können. Leser berichten mir, wie Kinder in der Schule gezielt auf »Haltung« hin erzogen werden, auch gegen die Eltern. Wer heute als Mutter oder Vater eine nicht-linke Meinung hat, der sollte sie lieber nicht vor den Kindern diskutieren – nicht dass die sich noch verplappern! Es sind die kleinen Teile der sich wiederholenden Geschichte.

Am 23. Dezember 2019, einen Tag vor Heiligabend, verkündete »Fridays for Future Germany« nun:

Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei. (@FridayForFuture, 23.12.2019)

Etwas später erklärten sie ihre Hassbotschaft zur »Satire«. – Ein weiterer von vielen »Ausrutschern«? So hasserfüllt denken »die Guten« doch nicht, oder? Nun…

Der Staatsfunk veröffentlichte gestern die Aufnahme mit den Mädchen des Kinderchores, und die Mädchen sangen »Meine Oma ist ne alte Umweltsau«. (Aktuell ist das Video offline, aber im Internet könnten sich archivierte Versionen finden.)

Im Video sehen wir zweifellos niedliche, kleine Kinder (übrigens statistisch auffällig viel blondes Haar dabei, wie so oft unter »Öko-Kindern«). Aus den Liedzeilen der Kinder:

Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett, weil Discounter-Fleisch so gut wie gar nix kostet. Meine Oma ist ‘ne alte Umwelt-Sau! (WDR-Kinderchor, meine Mitschrift)

Am Ende spricht man ernsthaft eine Drohung in die Kamera, als »Greta«: »We will not let you get away with this.« (»Wir werden euch damit nicht durchkommen lassen.«, siehe welt.de, 28.12.2019). Es wirkt wie eine zynische Instrumentalisierung von Kindern für ideologische Zwecke (der Staatsfunk selbst beharrt darauf, es sei nicht Instrumentalisierung – man wirkt wie der erwischte Fremdgänger, der nackig ruft: »Es ist nicht so wie es aussieht!«, siehe WDR 2 bei Facebook). Auf der Website des Kinderchores kann man übrigens nachlesen, dass die Kinder zu »Klimaschützern« gedrillt wurden, via »Tagesakademie« (siehe wdr-kinderchor.de: »[…] werden die Sängerinnen und Sänger als Botschafter für Klimagerechtigkeit von anderen Kindern ausgebildet.«– Kurze Frage zwischendurch: Wie nennt man es, wenn sie alle gleich schalten?) Den meisten Kindern, die ich kenne – inklusive meiner, die wahrlich keine Engel sind – würde es nicht über die Lippen kommen, ihre Großmutter als  »Umweltsau« zu bezeichnen, geschweige denn wiederholt und öffentlich. Mich gruselt ob der Frage, welche Vorgänge beim WDR-Kinderchor abliefen, bevor die Kinder fröhlich und überzeugt derart ihre Großmutter verächtlich machten. Nicht nur mir fällt hier das Stichwort »Kulturrevolution« ein. (Derselbe Kinderchor war übrigens zuvor um die Welt geflogen, bis nach Korea sogar (siehe ardmediathek.de) – das Weltbild von Linken ist bekanntlich auf Lügen gebaut – das Selbstbild auch.)

Es wäre ja moralisch verwerflich genug, dass Deutschland für alle Länder und Kulturen rund um die Welt viel Geld zu haben scheint, aber die eigenen Väter und Mütter sich von ihrer Mindestrente billigstes Fleisch kaufen müssen, um sich fürs Flaschensammeln zu kräftigen – dass satte Kinder im Staatsfunk die armen Rentner dann noch verhöhnen und übel beleidigen, das ist eine ganz eigene Dimension – aber es ist konsequent. (Die Staatsfunker nennen die Spaltung von Familien »Satire«, doch das müssen wir nicht mehr wirklich debattieren.)

Man stelle sich das vor: Großeltern, die sich buchstäblich das Essen vom eigenen Mund absparen, um ihren Enkeln oder den Kindern der Nachbarn einen Gulasch zu kochen oder einen Kuchen zu backen (wenn die Enkel noch mit ihnen reden – die Propaganda macht da heute einiges kaputt), die ihr Leben lang geschuftet haben bis die Gelenke einfach nicht mehr wollten, und die dann vom Staatsfunk hören, dass sie eine »Umweltsau« seien, weil sie sich nicht das teure Zeug vom ideologisch korrekten Biomarkt leisten können. Das Deutschland der Guten ist böse – kalt, grausam und böse.

Ich habe keine Angst vor der Klimaerwärmung – die Herzenskälte der Gutmenschen kühlt das locker wieder runter. Ich würde mich ja gern mit den Eltern unterhalten, die ihre Töchter für dieses üble Machwerk bereitstellten, doch ich fürchte mich fast schon davor. Würde ich in glasige Augen blicken, während der Mund in Roboterstimme politisch korrekte Slogans murmelt? Würde ich mit Menschen reden, die gar nicht mitbekamen, wofür ihre Kinder da eingespannt wurden und nun genauso sauer sind auf den Staatsfunk wie ich?

Der Zweck der Macht

Der Denkfehler des Kommunismus ist schlicht: Er geht nicht vom Menschen aus, wie er ist, sondern wie er sein soll – und erklärt den Menschen zum Material (siehe auch »Razzien, Deiche und der Bau der Chinesischen Mauer«). Der Zweck der Ideologie ist die eigene Macht, und der Mensch stört dabei.

Es ist ein Kennzeichen totalitärer Ideologien, Kinder von Anfang ihres Lebens an zur Ideologie hin zu erziehen. Was Hänschen gelernt hat, verlernt Hans nimmermehr? (Frage am Rande: Gilt das eigentlich auch für FDJ-Kader, die in Moskau studieren durften?) Für totalitäre Ideologien ist die Familie nicht heilige Zelle der Gesellschaft, sondern wenig mehr  als ein lästiger Widerstand auf ihrem Weg zur Macht; eine Macht, deren letzter Zweck eben dieselbe Macht ist.

Wir reden in diesen Tagen öfter von der Bibel; eben erst war ja Weihnachten. Das vierte Gebot, wonach man seine Eltern ehren soll (2. Mose 20:12), ist das einzige Gebot, das ein konkretes Versprechen erhält (»Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird«), und damit eine Warnung davor, was bei Nichtbeachtung geschieht. – Wer beim Versuch, die Welt besser zu machen, mit der Zerstörung der Familie beginnt, dem wird kurzfristig nur die Zerstörung gelingen – und wir hoffen, langfristig nicht einmal das.

»Kinder werden sich empören gegen ihre Eltern«, so beschreibt Jesus die Endzeit (Matthäus 10:21). Sogar Öko-Aktivisten selbst werden kaum bestreiten, dass sie zentrale Eigenschaften einer klassischen Weltuntergangs-Sekte aufweisen (siehe auch »23% für die Grünen ist ein Alarmsignal«), sie reden ja mit wechselnden Zeitangaben davon, wie wenig Zeit uns angeblich noch bleibt (Grund genug, vorher noch schnell in die weite Welt zu reisen, wenn man denn das Geld dafür hat) – und es ist diesen Sekten oft eigen, dass sie die halluzinierten Endzeiten selbst herbeizuführen versuchen, und dazu gehört es eben, Kinder gegen ihre Eltern (und Großeltern) aufzubringen.

Kinder werden sich ja immer ein wenig gegen ihre Eltern auflehnen (unser Sohn etwa hat ganz eigene Vorstellungen über den Nährwertgehalt von Gummibärchen) doch hier geht es um etwas ganz anderes. Diese Ideologen erziehen eine ganze Generation von Kindern zur tiefsitzenden Verachtung gegenüber ihren Eltern. Unglückliche Menschen erziehen Kinder zum Unglücklichsein – auch dieses deutsche Experiment ist, äh, »spannend«.

Nicht 150-prozentig

»Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung«, so heißt es im Artikel 6 des Grundgesetzes, »Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.« – Über die Pflege und Erziehung aber, so heißt es weiter, »wacht die staatliche Gemeinschaft«. Wenn man Eltern erst einmal verächtlich gemacht hat, so ist vermutlich die innere Logik der linken Gern-Gehorsamen, wenn man es derart in der Debatte und innerhalb der »erlaubten« Moral etabliert hat, dass Eltern, die nicht 150-prozentig auf »Haltung« sind, quasi ihr Recht aufs Elternsein verwirkt haben, dann kann man das »Wachen« der »staatlichen Gemeinschaft« extra weit fassen – vielleicht sogar als »Lufthoheit über den Kinderbetten«.

Unter den Ideologien welche die Menschheit befielen, war der Kommunismus die tödlichste. Unter den Denkeigenschaften aber halte ich die Unordnung in den eigenen »relevanten Strukturen« für die gefährlichste.

Jeden Tag versuchen, aus Prinzip

Ich glaube den Öko-Bewegten nicht (mehr) – es scheint in Wahrheit um Entmündigung zu gehen, um Ideologie und Macht, um Geldtransfer von Bürgern zu Spekulanten und um ewige Steuererhöhung. Mir dreht sich der Magen um, wenn ich sehe, wie kleine Kinder aufgeheizt werden, wie ohnehin fragile Familienbande angegriffen werden. Ich denke an meine eigene Großmutter, die als Krankenschwester nur eine klitzekleine Rente bekommt, und die, ja, günstig einkauft – und die nun vom deutschen Staatsfunk via Mädchen-Kinderchor übelst beleidigt wird – und der Magen dreht sich mir um. Ich weiß nicht, ob der geistig-moralische Schaden, den der Staatsfunk in Deutschland anrichtet, repariert werden kann, bevor es zu spät ist (und doch will ich es jeden Tag versuchen, aus Prinzip).

Ich habe diesen üblen Machwerken des Staatsfunks keine »neuen« Thesen entgegenzusetzen, aber nicht, weil ich nichts wüsste, sondern weil ich es schon früher geahnt habe.

Ich halte die Frage nach der Entstehung persönlicher und allgemeiner moralischer Urteile für die wichtigste Frage dieser wie auch der kommenden Zeit – es ist die Frage nach den »relevanten Strukturen«. Totalitäre Ideologie will dem Menschen die Familie »weniger relevant« machen und sich selbst an Stelle der Familie einsetzen.

Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, dass Ideologien für ihre Macht unsere Familien spalten wollen (und traurige Leser berichten mir, dass es linken Ideologen immer wieder gelingt, dass gehirngewaschene Kinder dumpfe Thesen nachplappern, die sie in Schulen und im TV gelernt haben, dass Familienmitglieder von lieben, freundlichen Mitmenschen zu kalten Haltungs-Zombies wurden und wie gefühlskalte, programmierte Roboter wirken). Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte und nicht der einzige Ort, dass Ideologie eine Gesellschaft befällt und die Familien zu spalten sucht.

Ich sehe nur einen Weg heraus, nur ein Mittel dagegen, und selbst dieses ist nur persönlich und privat, aber immerhin das: Wisse, was dir wirklich wichtig ist. – Gehe in dich und lege (neu) fest, was deine »relevanten Strukturen« sind – und dann kämpfe um diese! Oder, in nur drei Wörtern: Ordne deine Kreise!

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