Dushan-Wegner

03.02.2024

An die Marschierenden

von Dushan Wegner, Lesezeit 3 Minuten
An die Marschierenden »gegen Rechts«: Man redet euch ein, diesmal sei es nicht verwerflich, gegen Andersdenkende zu marschieren, weil ihr ja die »Guten« seid. Doch das glaubten sie damals auch. Man lügt euch an.
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Ihr marschiert wieder, gegen die Gegner der Regierung. Man hat euch davon überzeugt, dass die Gegner der Regierung auch eure Gegner seien.

Ihr und ich haben doch mal in den gleichen Schulbänken gesessen. Ihr und ich haben mal gelernt und gewusst, dass es in der Geschichte stets böse endete, wenn man die Menschen gegen Andersdenkende aufmarschieren ließ.

Dass es gefährlich war, wenn man Menschen hassen sollte, die der Regierung widersprachen.

Dass nichts dadurch wahr wurde, dass eine Masse es skandierte.

Dass es böse war, wenn man die andere Meinung niederbrüllte und verbot, ja, wenn man die andere Meinung zur Nichtmeinung erklärte und damit den anderen Menschen zum Nichtmenschen.

Doch heute hat man euch davon überzeugt, dass all diese Lehren der Geschichte magischerweise ins Gegenteil gekehrt seien. Dass heute alles anders sei, weil die Regierung und ihr doch jetzt die Guten seid – und ich der Böse.

Glaubt mir eines: Das haben sie auch all denen gesagt, die in anderen Zeiten und Staaten marschierten.

Und sie irrten, alle.

Und ihr irrt auch.

Falsche Moral

Man wiegelt euch auf. Man lässt euch glauben, irgendeine Ideologie stünde über dem Wunsch und dem Recht von Volk und Familie, selbstbestimmt in Würde, Frieden und Freiheit zu leben – zu überleben.

Die, die euch aufwiegeln, die haben ihre Schäfchen längst im Trockenen. Die leben in Villen und Palästen, mit privaten Parks und Zäunen und Bodyguards, fernab von euren Häuschen und Zweizimmerwohnungen. Deren Kinder gehen auf Privatschulen und deren Vermögen ist sicher.

Wenn euren Töchtern empfohlen wird, nicht allein auf die Straße zu gehen, wenn die Stadtteile der Armen in Gewalt versinken, wenn eure Heimat und euer Lebenswerk verloren sind, dann werden die, denen ihr jetzt folgt, über euch lachen. Nein, nicht einmal lachen werden die über euch, denn ihr kümmert die schon heute nicht.

Die, denen ihr folgt, bewerfen Leute wie mich mit Worten wie »Schmeißfliege« und »Blinddarm«, weil ich zu widersprechen wage. Die wollen, dass ihr euch vor mir ekelt.

Die nennen mich ein Kind, das dem Rattenfänger folgt, oder gleich eine »Ratte« im »Kanal«.

Doch bedenkt: Wenn sie Leute wie mich »Schmeißfliegen« nennen, glaubt ihr wirklich, dass die in euch etwas sehr anderes sehen? Belügt euch doch nicht selbst!

So, genau so!

Ach, wärt ihr wenigstens ehrlich zu euch selbst, und würdet euch eingestehen, dass ihr aus Lust gehorcht und mitmarschiert. Aus Lust, in der Masse aufzugehen. Aus Lust, von den Autoritäten gelobt zu werden. Und aus Lust, Menschen, die anders denken als die Regierung, als ihr selbst, mit Genehmigung der Regierung zu hassen.

Ihr, die ihr für die Regierung marschiert, die ihr die Opposition verbieten lassen wollt, die ihr euch in der Menge so wohlfühlt – wenn ihr heute Abend eure Zähnchen putzt, dann macht euch zwei Sekunden lang gerade und stellt euch die Frage: Wie konnte es »damals dazu kommen«?

Schaut euch im Spiegel an, blickt euch selbst in die Augen und antwortet dann einmal ehrlich: »So, genau so kommt es heute dazu.«

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