Dushan-Wegner

02.01.2024

Wer beschützt die Beschützer?

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten
Es wird gefordert, dass Rettungskräfte beschützt werden – wohl von der Polizei. Aber die wird auch angegriffen. Also muss jemand die Beschützer beschützen. Und jemand die. Eine ewige Rekursion. Es ist Wahnsinn, doch auf bittere Weise ist es lustig.
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Darf man darüber lachen? Stellt euch folgende Szene vor: Ein Auto fährt wilde Schlangenlinien, kracht hier rein und da rein und immer wieder gegen die Leitplanken. Der Fahrer ist offensichtlich irre. Die Passagiere kotzen schon und brüllen vor Angst.

Nochmal die Frage: Darf man lachen über so eine Szene? Würdet ihr darüber lachen?

Nun, es hängt wesentlich davon ab, ob man ein Zuschauer dieser Szene ist – oder einer der kotzenden, brüllenden Passagiere.

Nicht das Feuer?

Apropos »Kotzen«: Verdi hat sich zu Wort gemeldet. Also nicht Giuseppe Verdi, der Komponist der berühmten Oper Rigoletto. Sondern »Verdi«, eine jener Organisationen im deutschen Propagandastaat, die vor allem damit auffallen, gegen Abweichler, Andersdenkende und die Opposition zu hetzen.

Man glaubt es kaum, aber »Verdi« scheint nicht nur Propaganda zu treiben, sie sind formal auch eine Gewerkschaft.

Und Verdi fordert aktuell, so lesen wir, »nach Angriffen auf Feuerwehrleute« »mehr Schutz für Einsatzkräfte« (focus.de, 1.1.2024).

Es ist inzwischen »neues Normal« im toleranten Deutschland, dass Feuerwehrleute und Krankenpersonal von »jungen Männern« attackiert werden.

Nennt mich naiv, alt, rechtsextrem, aber sollte die größte Gefahr für Feuerwehrleute nicht das Feuer sein?

An irgendeiner Autorität

Wenn aber ausgerechnet Verdi, welche zuletzt praktisch nur noch durch Beschimpfung der AfD auffiel, nun die Feuerwehrleute schützen will vor einer Gefahr, welche laut AfD-Gegnern gar nicht existieren dürfte, dann ist das … auf gewisse Weise zum Lachen.

Doch ignorieren wir den Mangel an irgendeiner moralischen Autorität dieses Verdi-Vereins.

Es wurden und werden ja nicht nur Feuerwehrleute angegriffen. Es werden auch Polizisten angegriffen. Und dieselbe Polizei, die bei deutschen Grundrechte-Demonstranten brutal und rabiat durchgriff – Faust in den Rücken, Knie ins Gesicht – wird bei »jungen Männern« plötzlich ganz schüchtern oder gleich ganz blind. Lieber Augen verschließen als einen aufs Auge zu kriegen (und »Rassist« genannt zu werden, wenn man sich wehrt).

An dieser Stelle muss der Logiker und Politik-Genießer in mir bitter, aber ehrlich lachen. Ich erkläre euch gern den Witz.

Wir kennen ja das Wer-bewacht-die-Bewacher-Problem, das sich unter anderem in Diktaturen stellt. Es wurde schon im antiken Rom formuliert: Sed quis custodiet ipsos custodes? Aber wer bewacht die Bewacher?

Wenn jeder Mensch im Staat bewacht wird, wer bewacht die Bewacher? Es ist rekursiv, eine mathematisch bedingte Unmöglichkeit.

Staaten wie die DDR »lösten« dieses »Problem«, indem sie ein generelles Misstrauen säten, sodass alle Menschen im Glauben lebten, dauernd überwacht zu werden, und nicht wussten, von wem. (Heute, weißt du sicher, dass die NSA dich überwacht. Kann die eigentlich dem Herrn Scholz bei seinen Erinnerungslücken helfen?)

Drei Jahrzehnte nach dem Anschluss der BRD an die DDR stoßen wir nun auf eine ganz eigene Variante des Bewacherproblems, und das ist lustig.

Wenn Schutzkräfte die Schutzkräfte schützen, wer schützt die Schützer, pardon: die »Schützenden«.

Irgendwann schützt jeder irgendwen, und jemand ihn wieder, es wird ein wahres Schützendenfest.

Ach, seien wir ehrlich: Der beste Schutz besteht darin, sich gar nicht erst der Gefahr auszusetzen. (Oder denke ich da zu altmodisch?)

Wir sollten eine neue moralische Regel im Propagandastaat einführen, nicht nur für Verdi: Wer im Gleichschritt mit der Regierung sich gegen die Opposition ausgesprochen hat, der soll bitte die Klappe halten bezüglich Problemen, die von der Regierung verursacht und einzig von der Opposition angegangen werden.

(Nebenbei: Nein, mit »Opposition« meine ich nicht die CDU. Die will jetzt offen den Merz zu dem aufbauen, wovon wir immer ahnten, dass er ist: Merkel 2.0. Zitat CDU-Generalsekretär: »Unter ihr wurde Deutschland gut regiert.« (siehe welt.de, 2.1.2023)

Wie kann man da denn nicht lachen?

Darf man aber lachen? Man muss!

Und wir müssen uns keine Gewissensbisse beim Lachen machen.

Das ehrliche Lachen legt bloß, wo der wirkliche Schmerz köchelt.

(Deshalb wollen Linke so oft den Humor canceln! Linkssein bedeutet heute, Lügen zu glauben und Lügen zu leben, und echtes Lachen deckt wahren Schmerz und seine wahren Ursachen auf – und Wahrheit wirkt auf Linke wie Tageslicht auf Vampire.)

Darf man lachen? Ja, definitiv.

Und dann? Was tun?

Diesen Pfad entlang

Giuseppe Verdi, der Komponist, sagte einst: »Tornate all’antico e sarà un progresso.« – »Kehrt zum Alten zurück und es wird ein Fortschritt sein.«

Können wir zum Alten zurückkehren? Zur Klugheit? Zu etwas weniger suizidalem Irrsinn?

Ich weiß es nicht, nicht sicher, aber der sentimentale Traum schmerzt so schön.

Was wollen die denn heute wirklich groß korrigieren, solange sie diesen Pfad entlang stolpern?

Einen Beschützer für jeden Beschützer, und für den wieder einen Beschützer, bis in Deutschland mehr Beschützer Beschützer beschützen als Atome im Universum vibrieren?

Lacht, Freunde! So lokalisiert ihr euren Schmerz.

Und dann schaut, ob ihr an der Ursache des Schmerzes etwas ändern könnt.

Wenn ihr etwas ändern könnt, dann ändert etwas. Und wenn nicht, dann ändert etwas anderes.

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