15.09.2021

Elefantenherde und Elefantenleugner

von Dushan Wegner, Lesezeit 6 Minuten, Foto von Sergi Ferrete
»Rechts«, das bedeutet heute: Einer, der frech sagt: »Hier steht ein Elefant im Raum, was tun wir?« – »Gegen Rechts« aber, das sind die Elefantenleugner, die lieber uns alle tottrampeln lassen, als die Elefantenherde im Raum zuzugeben.
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Für ein europäisches Land, das zwar kulturell und im Politikstil gewisse Züge weit südlicherer Länder annimmt, aber bislang doch eher kontinental und kühl wirkte, finden sich im deutschen Raum erstaunlich viele Elefanten – und ja, natürlich meine ich die metaphorischen Elefanten im Raum.

Dieses aus dem englischen Sprachraum stammende Sprachbild von den Rüsseltieren im Zimmer, es will besagen: Da ist eine Sache, die ist ganz offensichtlich der Fall, und als solcher Fall ist sie auch sehr dominant, doch alle Anwesenden tun so, als sei sie nicht der Fall – in Wahrheit können aber alle den Elefanten sehen, sprich, sie sind Elefantenleugner.

Es ist nicht zu leugnen, und doch tun die Elefantenleugner eben dies. Und wenn sie auf den Elefanten angesprochen werden, dann tun die Elefantenleugner ganz empört, und rufen sinngemäß, wie Jimmy Durante im Film Jumbo von 1962: »Welcher Elefant?« (siehe YouTube, tatsächlich verwendete er diesen »Running Gag« schon viel früher, in seinen Vaudeville-Zeiten).

So ein Elefant im Raum können unangenehme Fakten sein, bei einer Familien- oder Unternehmensfeier etwa, die Krankheit eines Familienmitglieds, eine unappetitliche Affäre oder auch mal der wahre wirtschaftliche Ausblick.

Kurze Zoologie der Elephantidae

Im großen Raum, den wir die »deutsche Gesellschaft« nennen, da steht nicht nur ein Elefant – da steht heute eine veritable Elefantenherde!

Ich will nur schnell einige der größeren Elefanten nennen.

Da wäre etwa der Elefant »Sozialwesen, Renten, Wohnungen und Gerechtigkeit«. Ja, es ist ein »Elefant im Raum«, dass deutsche Rentner nach vielen Jahrzehnten harter Arbeit mit ein paar Hundertern abgespeist werden – aber Großfamilien aus gewissen Ländern tausende Euro und dazu eine schöne Wohnung gratis bekommen (vergleiche aktuell etwa @VonDorset, 14.9.2021). Es ist ein Elefant im deutschen Raum, über den laut zu reden tabu ist – cui bono?

Politik und Propaganda belegen ihre Gegner mit Worten wie »Rechter«, »Populist«, »Rechtsextremer« oder »Faschist«. Es verschwimmt, denn die Worte bedeuten bald nichts mehr. Solche Beschimpfungen dienen der Ausgrenzung der Unbotsamen, welche es wagten, den Elefanten einen Elefanten zu nennen.

Ein anderer Elefant im deutschen Raum sind die vielen Ansteckungen von »Geimpften«. Es ist absurd: Man kann davon sogar in den Mainstream-Nachrichten lesen, etwa von jener »2G-Party« in Münster mit inzwischen 72 Infizierten (n-tv.de, 14.9.2021). Der »Elefant im Impfraum«, wenn man so will, ist die Tatsache, dass die Impfung wohl nicht ganz so zuverlässig schützt (siehe auch die Zahlen vom CDC aus dem Juli 2021, die nahelegen könnten, dass die mRNA-Injektion noch weniger Gutes bewirkt als versprochen; siehe sciencefiles.org, 31.7.2021) – aber wehe jemand wagt es, diesen Elefanten zu sehen und auch zu benennen (oder gar von denen zu sprechen, die nach der Impfung starben; siehe aktuell etwa corrieresalentino.it, 15.9.2021). Dass dieser Elefant im Raum steht, er lässt all die »2G«-Verordnungen (siehe etwa tagesschau.de, 14.9.2021) immer deutlicher wie Machtrausch und Schikane wirken.

Der Unterschied zwischen »Guter« und »Rechter« ist ja oft, ob es einen selbst betrifft. Ein Mensch, der einen Impfschaden erleidet, und dann darüber spricht, der findet sich plötzlich als »Rechter« wieder. Die Flutopfer, die hilflos zusehen, wie die Merkelbande wie selbstverständlich hundert Millionen Euro an den Taliban-Staat überweisen will (bild.de, 14.9.2021), aber die EU für die Opfer der Flut wohl leeeeider kein Geld auszahlen kann (rnd.de, 14.9.2021), dann ist diese Ungerechtigkeit ein großer, gefährlicher, trampelnder Elefant mitten im Raum – den auch nur zu sehen als »räääächts« und »nazi« gilt.

Ach, man könnte all die angeblich »rechten« Themen durchgehen, die »bösen« und »populistischen« Angelegenheiten.

Politik, Presse und Propaganda freuen sich darüber, dass die Briefwahl populärer wird. Der Staatsfunk versichert uns die sichere Sicherheit der Briefwahl. Nur die »rechtpopulistische AfD« (so etwa dw.com, 9.9.2021) stellt heute noch die Frage, die früher aus dem linken Spektrum gestellt wurde. Twitter zensiert sogar ganz offen Bedenken zur Briefwahl (vergleiche den Warnhinweis bei @dushanwegner, 14.9.2021). Im Staatsfunk wird in einer ganz speziellen Logik verkündet, dass wer die Briefwahl hinterfrage, ein faschistisches Deutschland wolle (ja, so irre Sachen sagen die, siehe @phoenix_de, 9.9.2021).

Extra spannend am Elefanten namens »Briefwahl-Risiko« ist doch, dass vor wenigen Jahren noch im Mainstream gewarnt wurde:

Die massive Ausweitung der Briefwahl öffnet Manipulation Tür und Tor. Doch auch darüber hinaus stellt sich damit die Frage, ob die Wahl per Post noch mit dem Grundgesetz vereinbar ist. (tagesspiegel.de, 13.9.2013)

Auch die PR-Abteilung des Bundeswahlleiters versichert uns, dass die Briefwahl »genauso sicher wie die Urnenwahl im Wahllokal« sei (@Wahlleiter_Bund, 31.8.2021). Auf die Nachfrage aber, wie man verhindere, dass Stimmen »geerntet« werden, dass also etwa das ganze Altersheim für die Präferenz der Pfleger stimmt, antwortet der Bundeswahlleiter mit einem ausweichenden Standardtext, dass es ganz schlimm doll verboten sei (@Wahlleiter_Bund, 1.9.2021). Man fragt sich, warum die Polizei den Bürgern empfiehlt, ihre Häuser gegen Einbrecher zu schützen, wenn Einbruch doch auch ganz schlimm doll verboten ist.

Ich tue mir schwer, eine Wahl ernst zu nehmen, die von geernteten, umhergesandten Briefen entschieden werden könnte. Der »Elefant im Raum« ist, dass die Briefwahlen niemals dafür gedacht waren, das Standard-Wahlverfahren zu sein.

Ach ja, und da ist noch ein »unsichtbarer Elefant«, und dieser ist der größte von allen, vielleicht weil er all die obigen Elefanten zu Kindern hat. Der ganz große Elefant ist, dass alle Länder um Deutschland herum sich wundern, was zum Kuckuck die Deutschen treibt. – Es ist der eine große Elefant, den zu erwähnen sich wirklich, wirklich nicht gehört.

Das Trampeln

Es ist ja nicht so, dass alle Elefantenleugner die Elefanten nicht sehen! Die Gewieften unter den Elefantenleugnern bringen sich selbst, ihre Kinder und ihre Schäfchen durchaus vor den Elefanten in Sicherheit – während sie das Volk unter Androhung gesellschaftlichen Ausschlusses zwingen wollen, weiter die Elefantenherde im Raum zu leugnen. (Siehe dazu auch den Essay »Aus Gutmenschen, die es selbst betrifft, werden schnell Bösmenschen« vom 3.4.2018.)

Manche »Elefanten im Raum« sind uralt und auf mehr als einem Kontinent zu finden. Der erste gedruckte Beleg für die exakte Formulierung findet sich in der New York Times vom 20.6.1951 (siehe englische Wikipedia). Damals wurde beklagt, dass die Finanzierung von Schulen ein Problem sei, das einem Elefanten im Zimmer gleiche – es sei so groß, dass man es einfach nicht ignorieren könne. Nun, auch dieser frühe »Elefant im Raum« ist einer, vor dem sich die Bessermenschen und Elefantenleugner in Sicherheit bringen – deren Kinder gehen auf Privatschulen.

»Rechts« und so weiter bedeutet heute keine politische Richtung (tatsächlich sprechen die angeblichen »Rechten« für den »kleinen Mann«, während die »Linken« diesen offen verachten). »Rechts« und »populistisch«, ja sogar »rechtsextrem« und »faschistisch«, es sind heute Codes für den Störenfried , der über den Elefanten im Raum spricht.

Das Kind im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern, welches frech »Der Kaiser ist nackt!« ruft, man würde es heute wegen rechtem Gedankengut ins Umerziehungslager schicken.

Der Elefantenleugner sagt dir, dass du die Elefantenherde im Raum ignorieren sollst. Das Ignorieren der Elefanten im Raum ist ein ganz wesentlicher Teil des »Narrativs«. – Das Trampeln der Elefanten sagt dir etwas anderes.

Hüte dich vor den Elefanten, und vor den Elefantenleugnern nicht minder. Eine Herde von Elefanten steht im Raum. Wehe, du schaust hin – und wehe, du schaust weg!

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