März 2026

Es ist Krieg im Nahen Osten, und doch bin ich erstaunlich unaufgeregt. Nicht, weil es nicht gefährlich wäre. Womöglich weil mir endlich »Gelassenheit« gelingt. Vielleicht aber auch, weil mir andere Entwicklungen noch mehr Sorge bereiten.

Die Glaubwürdigkeit der deutschen Publizistik ist eine Skala von Journalismuspreis bis Hausdurchsuchung. Es gilt heute: Journalismus bedeutet, zu schreiben, wofür eine Hausdurchsuchung droht; alles Übrige ist Propaganda.

Unsere Empathie ist suizidal – und sehr schräg. Wir lieben nicht »den Nächsten wie uns selbst« – wir lieben den Fernsten so sehr, dass wir dafür den Nächsten, die eigenen Kinder und dazu unsere Heimat opfern. Wie kam es eigentlich dazu?

Nuestra empatía es suicida - y muy extraña. No amamos al "prójimo como a nosotros mismos" - amamos al más lejano tanto que sacrificamos por ello al prójimo, a nuestros propios hijos e incluso nuestra patria. ¿Cómo llegamos a esto?

Our empathy is suicidal - and very skewed. We do not love "our neighbour as ourselves" - we love the most distant ones so much that we sacrifice the nearest, our own children, and finally our nation. How did this actually come about?

Vor dem Treffen mit dem US-Präsidenten prahlte Merz, was er Trump alles sagen würde. Und danach verbreitet er Fotos, die Merz als Welterklärer zeigen. Nur dazwischen, beim tatsächlichen Treffen mit dem POTUS, war Merz ganz zahm. Woran erinnert euch das?

Kafka in »Unserer Demokratie«: Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. Später wurde klar, dass der Verfassungsschutz ihn bloß verwechselt hatte, aber da war es schon zu spät.

Mal angenommen, dass Trump uns NICHT alle belogen hat, dass er wirklich Frieden wollte. Dann existieren zwei Erklärungen, eine ernüchternd, die andere »spannend«: a) Er wurde »überredet«. b) Er glaubt, dass Irans Unterwerfung zum Weltfrieden führen wird.

Am Weltfrauentag wurden wie jedes Jahr in Mexiko wieder Kirchen attackiert. Kommunisten hassten Christus/Christen schon immer. Ja, es ist unschön. Doch fragt mal andersrum: Was sagt es über deinen Glauben aus, wenn Kommunisten dich NICHT attackieren?

The concept »Islamophobia« is blatantly false: We don't fear Islam, which is firstly a set of ideas (as any ideology). We fear the consequence of people acting on some of those ideas – because ironically THEY could be afraid of our ideas like »freedom«.
also: German

Der Begriff »Islamophobie« ist falsch: Wir fürchten nicht den Islam, der zunächst eine IDEE ist (wie jede Ideologie). Wir fürchten die HANDLUNGEN einiger der Leute, die diese Idee umsetzen – wenn ironischerweise SIE Angst vor Ideen wie »Freiheit« haben.
auch: English

In der Jüdischen Allgemeinen heißt es über den Angriff auf den Iran: »Die erste Phase dieses Krieges hat Spaß gemacht.« – Uff. Man fragt sich, in welchem Kontext so eine Zeile entsteht (und freigegeben wird).

Es gibt Wahrheiten, die können dir viel Ärger einbringen. Es gibt Lügen, die werden geglaubt, weil die Propaganda sie oft genug wiederholt. Und dann gibt es Wahrheiten, die werden nicht geglaubt, weil sie ebenso unvorstellbar wie schrecklich sind.

2024 hieß es, dass »wegen Bedrohungslage« strategische Raketen nach Deutschland verlegt werden – in 2026. »Warum erst 2026?«, fragten wir. Scholz beruhigte, das sei »lange vorbereitet«. – Hmm. Es ist nun 2026. Wer außer Russland ist NOCH in Schussweite?

Ein extra perfider rhetorischer Trick unserer Zeit geht so: Wer etwas kritisiert (z. B. offene Grenzen, Israel, Islam), der »hasst« angeblich alle mit diesem Thema verbundenen Menschen, also muss er bekämpft und vernichtet werden.

Die Wahrheit zu verschweigen, kann dich zum Feigling machen. Die Wahrheit aber zu bestreiten (ob wissentlich oder einfach überprüfbar), macht dich zum Lügner und Lump. Beides sind Entscheidungen – aber nur eine davon lässt sich korrigieren.

2025 titelte t-online: »Netanjahu träumt von Israel in biblischer Größe«, und auch Tagesschau erwähnte es. Doch 2026 rätselt unser Staatsfunk plötzlich: »Welche Kriegsziele verfolgt Israel?« (Wehe aber, jemand leidet NICHT an dieser plötzlichen Amnesie!)

Freiheit, sagt Janis Joplin, ist nur ein anderes Wort dafür, nichts mehr zu verlieren zu haben. Ich beginne zu verstehen, was das bedeutet — und es hat nichts mit Geld zu tun. Und ja, auf eine SEHR wichtige Weise fühle ich mich heute frei.

»Unsere Demokratie« will die nächste totalitäre Maßnahme durchziehen. Man sucht den Aufhänger und fährt Kampagne. Dass der Aufhänger gar nicht zur geplanten Freiheitsbeschränkung passt – egal. Moralpanik treibt die Schafe in immer engere Gatter.

Ich will nicht über den Staat Israel schreiben. Nicht über Pogrome von Siedlern in der West Bank oder meine Angst vor der Samson-Option. Ich will über Feindesliebe und Poesie schreiben. Und Leonard Cohen zitieren.

Wart ihr schon mal auf einem Berggipfel, der komplett im Nebel lag?

¿Alguna vez han estado en la cima de una montaña completamente cubierta de niebla?

Have you ever been on a mountain peak completely shrouded in fog?

Die Eliten verstellen sich nicht mehr. Was früher hinter Phrasen versteckt wurde, wird jetzt offen gesagt. Kalt und ohne Entschuldigung. Es ist verständlich, wenn der Normalbürger entmutigt ist und die Hoffnung aufgibt. Verständlich, aber tödlich.

Es gibt keinen gesellschaftlichen Konsens mehr darüber, was eine Aussage wahr macht (dass es tatsächlich der Fall ist). Oder was gut ist und was böse. Zugleich sind zu viele von ihrer Bewertung ABSOLUT überzeugt. Es ist die »absolute Zersplitterung«.

Zu Palmsonntag jubelte die Menge palmenwedelnd Jesus zu, rief: »Hosianna!« – Fünf Tage später grölten sie: »Kreuzigt ihn!« – Bildet euch nicht viel drauf ein, wenn man euch bejubelt. Grämt euch nicht, wenn sie euch verfluchen. Die Menge ist wankelmütig!

On Palm Sunday, the crowd waved palm branches and cheered Jesus, calling: "Hosanna!" – Five days later, they roared: "Crucify him!" – Don't pride yourself too much when you are celebrated. Don't be distressed when they curse you. The crowd is fickle!

En el Domingo de Ramos, la multitud vitoreaba a Jesús agitando ramas de palma, gritando: «¡Hosanna!» – Cinco días después, clamaban: «¡Crucifícalo!» – No os enorgullezcáis demasiado cuando os aclamen. No os apeséis cuando os maldigan. ¡La multitud es voluble!

Montag der Karwoche: Jesus wirft Tische der Geldwechsler im Tempel um. Ist es Aktivismus oder Terrorismus? Nun, kein Wunder, dass sie Jesus bald darauf kreuzigten. Er bedrohte auch die Einnahmen der Moralhändler. Welche Tische gilt es HEUTE umzuwerfen?

Monday of Holy Week: Jesus overturns the tables of the money changers in the temple. Activism or terrorism? Well, no wonder they crucified him soon after. He also threatened the revenues of the moral merchants. Which tables need to be overturned TODAY?

Lunes de la Semana Santa: Jesús voltea las mesas de los cambistas en el templo. ¿Activismo o terrorismo? Bueno, no es de extrañar que lo crucificaran poco después. También amenazó los ingresos de los comerciantes de moral. ¿Qué mesas hay que voltear HOY?

Spätestens wenn sie im israelischen Parlament jubeln und mit Schaumwein anstoßen, weil sie sich erlaubt haben, »Terroristen« am Galgen zu töten (Gesetz wird vor allem Palästinenser treffen), wird es wichtig, zwischen »Israel« und Juden zu unterscheiden.