Dushan-Wegner

06.01.2024

Robert H. und das Fähr-Play

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten
Robert H. kann nicht nur mit Deutschland wenig anfangen, sondern auch mit Bauern. Also kehrt er mit der Fähre wieder um. Die Propaganda bläst das zum Terror-Akt des Demonstranten-Stadels auf. Nach der Chemnitz-Lüge die Fähr-Lüge?
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Geschichte wiederholt sich bekanntlich nicht wirklich, doch sie reimt sich. Dass sich die Geschichte reimt, das hat mit den Mustern der menschlichen Psychologie zu tun, der Psychologie der Masse wie auch der Psychologie des Einzelnen – und dazu, zu allen Zeiten von der Masse gefährlich unterschätzt: der Psychologie der Mächtigen.

Die Mächtigen lernen dazu – leider oft viel bewusster als wir, die Unmächtigen. (Deshalb sind die ja mächtig und wir sind es nicht – wir sind nur mächtig sauer.) Sie lernen, was »funktioniert« und was nicht.

Was für den Erwerb und den Erhalt der Macht funktioniert, das wiederholen sie, wieder und wieder. Diese Wiederholung ist dieser Reimklang, den wir hören, der Immer-wieder-ähnlich-Klang der Geschichte.

Fällt der Reim aber – ob durch zynischen Zufall oder durch ebensolche Absicht – mit gewissen anderen Ereignissen zusammen, dann erklingt er in ironischer Tonart. So auch just in diesen Tagen!

Gestern sprach ich davon, dass und wie Herr Maaßen eine neue Partei gründet, eine Ausgründung der WerteUnion.

Herr Maaßen wurde bekanntlich »gegangen«, weil er sich weigerte, die von der Merkel-Regierung verbreitete Chemnitz-Lüge zu stützen.

Die Chemnitz-Lüge der deutschen Regierung – Rechtsextreme sollen Flüchtlinge durch die Stadt gehetzjagt haben – war eine Propagandalüge.

Und just am selben Tag, als die Parteigründung mit Herrn Maaßen als Galionsfigur bekannt wird, verbreiten Politik und Propaganda in Deutschland ein neues Verfolgungs-Märchen.

Das Schlüttsiel-Gambit

Protestierende Bauern hatten sich in Schleswig-Holstein am Fähranleger von Schlüttsiel versammelt, um den von einem Urlaubsausflug zurückkehrenden »Wirtschaftsminister« Robert H. zur Rede zu stellen.

Robert H. kann nicht nur mit Deutschland wenig anfangen und findet Vaterlandsliebe zum Kotzen – mit deutschen Bauern geht es ihm offenbar ähnlich. Also ließ man die Fähre wieder umkehren (siehe etwa nius.de, 5.1.2024).

Die Polizei rückte an, sah aber keinen Grund, irgendwen zu verhaften. Dass Kinderbuchautor Robert H. keine Lust hat, mit dir zu sprechen, ist kein Grund, verhaftet zu werden – noch.

Die Maschinerie des deutschen Propagandastaates aber sah eine Chance. Die kommunikative Unlust des Deutschlandkaputtmachers war das Senfkorn, aus dem man eine neue große Lüge wachsen ließ.

»Gewalt gegen Menschen oder Sachen hat in der politischen Auseinandersetzung nichts verloren!«, ließ etwa der Justizminister verlauten (@MarcoBuschmann, 4.1.2024). Mit »Gewalt« meinte er natürlich nicht die Polizei, die auf Grundrechte-Demonstranten einschlägt, sondern den Versuch von Bürgern, mit einem Minister zu sprechen.

Die Journalisten des Propagandastaates – jeder ein ewiger Bewerber zum nächsten Regierungssprecher – überboten einander mit Hass und Hetze. Traktorfahren mache »offenbar dumm«, pöbelte ein ARD-Mann. Vom »Mistgabel-Mob« las man, von »Gepöbel« und »Verrohung«, und überhaupt sei alles »verachtenswert«.

Der Minister selbst faselt von einem »Angriff« auf ihn, andere von »Gewalt« der Bauern. »Kriminelle Bauern überfallen Robert Habeck«, halluzinierte jemand, und unter den Bauern seien offenbar »Terroristen«.

Die 20-Uhr-Propaganda eröffnete mit einer blanken Lüge: Der Herr Minister sei »bedrängt« worden (tagesschau.de, 5.1.2024).

Nein, die Geschichte mag sich nicht wiederholen, doch sie wiederholt ihre Phrasen. Wenn irgendwer im Propagandastaat gegen die Regierung protestiert, wird man bald hören, dieser Protest sei »von rechts gekapert«, so auch hier (tagesschau.de, 5.1.2024).

Tatsächlich war Robert H. feige wieder umgekehrt, statt sich dem Gespräch zu stellen. (Noch einmal: Die Polizei sah keinen Grund, einen der protestierenden Landwirte festzunehmen, und dabei wissen wir, wie wenig zimperlich deutsche Polizei sonst ist, wenn die Demonstranten nichtlinke Deutsche sind.)

Einige Demonstranten wollten – einigermaßen unmotiviert – auf die Fähre gelangen, allerdings hatte die Fähre wohl bereits wieder abgelegt.

Lügen, Flucht und blanker Hohn

Doch als wäre es mit den Lügen der Propaganda, dem Hass und der Hetze der Mainstream-Journalisten nicht genug, gesellte sich noch der blanke Hohn des Ministers selbst dazu.

Zitat des Fährpassagiers Robert H.: »Was mir Gedanken, ja Sorgen macht, ist, dass sich die Stimmung im Land so sehr aufheizt.«

Es ist vulgärer, absichtlicher Hohn. Ein politischer Gewalttäter, der sich Sorgen darüber macht, dass seine Opfer sich über die politische Gewalt beschweren, die ihnen angetan wird, würde es genau so formulieren, vermute ich.

Was also soll man tun?

Protestieren? Wissend, dass die Propaganda sich Lügengeschichten ausdenken wird?

Wisst ihr, die Propaganda-Lügen, ob Chemnitz-Lüge oder Fährhafen-Lüge, sind nicht das einzige Problem.

Das größere Problem ist womöglich: In keinem mir einleuchtenden Szenario sind diese Politiker die wirklich treibenden Kräfte dieser Zerstörung von Deutschland.

Diese Figuren lassen nicht einmal die intellektuelle Kapazität erkennen, eine Gartenhütte fachgerecht zu zerlegen (geschweige denn, sie aufzubauen), und doch gelingt es ihnen, eine Industrienation in sensationellem Tempo zu demontieren.

Krieg den Handpuppen?

Wenn aber diese Figuren nur Marionetten sein sollten, dann würde das bedeuten, dass ihr gegen Marionetten protestiert.

Und das wiederum würde bedeuten, dass euer Protest in deren Rollen eingeplant und in deren Gehalt eingerechnet ist. Und wer auch immer die Fäden dieser Figuren ziehen sollte, würde genau wissen, dass er euer Land, euer Leben und euer Lebenswerk kaputtmacht.

Die wissen es, und man verhöhnt euch – oder lässt euch verhöhnen.

Ihr werdet durch euren Protest keine Veränderung des politischen Willens erreichen, allenfalls einen Gehaltsbonus für die Marionetten, als Stresszulage.

Euer Protest zwingt aber immerhin die Propaganda, so schrill zu kreischen, so dreist zu lügen, so wirr zu übertreiben, dass immer mehr eurer Mitbürger aufwachen – selbst wenn sie bislang nicht aufwachen wollten.

Einige der Figuren, die diese ominösen »NGOs« betreiben, haben ja öffentlich erklärt, die Weltbevölkerung reduzieren zu wollen oder andere »große« Ziele. Euer Protest kümmert die so wenig, wie euch das Schicksal der Bakterien im Wasser kümmert, wenn ihr es abkocht.

Doch egal, ob die sichtbaren Politiker tatsächlich nur ersetzbare Marionetten sind oder wirklich so böse: Ihr werdet deren Absicht, das Land zu zerstören, durch etwas Protest nicht brechen – aber ihr könnt es ihnen etwas schwerer machen.

Es wird Macht ausgeübt, zum Schaden von Land und Volk. Zur Macht aber gehören immer zwei: der, der sie ausübt und der, der sie an sich ausüben lässt, zumindest ohne Widerspruch ausüben lässt.

Es könnte enden, und etwas Neues könnte beginnen, wenn die Deutschen aufhören zu kriechen – und davon sehen wir womöglich gerade den Anfang.

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