Dushan-Wegner

11.01.2023

Für welches Leben?

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten
Nicht für die Schule sollen wir lernen, so sagt man, sondern fürs Leben. Wir lernen aber nun mal in der Schule – doch für welches Leben bereitet man die Kinder dort wirklich vor?
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In einer der Schulen, die ich besuchte, hatten sie an die Wand jene Worte gemalt: »Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.«

Nun, jene Weisheit ist im Original, bei Seneca, eigentlich andersherum formuliert, nämlich als sarkastische Kritik: »Non vitae sed scholae discimus.«

Aber gut, dass ist eh Latein. Damals lernten wir noch Latein. Heute lernen die Kinder nicht mehr Latein in den Schulen, dafür aber Dutzende von neuen Theologen ausgedachte Geschlechter.

Ich habe letztens erst überlegt, was ich kommenden Generationen weitergeben möchte. Ich gab als Lebensregel zu Protokoll: »Gehe am Abend klüger schlafen, als du am Morgen aufgewacht bist.«

Lernen soll der Mensch, doch was soll er lernen? Leisten die Schule und der junge Mensch in dieser denn nicht genug in der Angelegenheit des Lernens?

Nun, leider bereitet die gewöhnliche Schule den Menschen nicht wirklich auf alle Facetten des Lebens vor, und schon gar nicht auf alle Rollen in der Gesellschaft. Öffentliche Schulen bereiten dich im besten Fall darauf vor, ein produktives Rädchen zu sein. Die wollen, dürfen und können nicht anders!

Jedoch, nehmen wir einmal jene These ernst, die Schule solle den jungen Menschen tatsächlich aufs Leben vorbereiten. Oh, welche Lücken bestünden dann im Lehrplan!

Nicht ohne Schäden

Falls Sie gleich bei der Erwähnung bestimmter Themen die Augen verdrehen, dann könnte womöglich feststehen, dass Sie die öffentlichen Schulen nicht ohne Schäden überstanden haben.

Jenes Themengebiet heißt »Weisheit und Selbsterkenntnis«.

Und, verdrehen Sie schon die Augen?

Der einfache Bürger »braucht« weder Weisheit noch Selbsterkenntnis – im Gegenteil! Allzuviel Weisheit kann den Bürger sehr schnell sehr unbequem werden lassen.

Du lernst nicht Weisheit in den Schulen. Du »lernst«, geduldig zu ertragen – und man nennt es manchmal auch die »Toleranz«.

Ein guter Bürger zu sein, das bedeutet, sich täglich neu rupfen zu lassen ohne zu klagen – das nennt man die »Solidarität«.

Du sollst deine Ketten lieben, sollst sie »Freiheit« nennen, und hoffnungsfroh sollst du sein, wenn sie dir etwa »Freiheit durch Impfung« versprechen.

Die Herrschaften, die sich Ideen wie »Great Reset« oder »Migrationsabkommen« ausdenken, oder die sich große Lügen wie »Impfung ist Nebenwirkungsfrei« oder »der Irak hat Massenvernichtungswaffen« ausgedacht haben, die haben nicht dieselben öffentlichen Schulen besucht wie deren Opfer, und selbst wenn, so wurden sie rechtzeitig »korrigiert«.

Die Mächtigen haben nicht gelernt, »tolerant« und »solidarisch« zu sein, sondern wie sie die Verschaltung von Menschen und Gesellschaften betreiben.

Die lasen Bücher wie »Propaganda« und »Psychologie der Massen«. (Ich habe sogar gehört, einige hätten mein Buch »Talking Points« gelesen, und mit »gelesen« meine ich: ihren Mitarbeitern zum Lesen aufgetragen.)

Vor allem aber: Diese Leute verdrehen nicht irritiert die Augen, wenn von Weisheit und Selbsterkenntnis die Rede ist! Einige treffen sich sogar zu esoterischen Veranstaltungen wie »Bohemian Grove« und anderen einst hochgeheimen Treffen, und für die Dinge, die sie dort lernen, ist »alte Weisheit« ein arg mildes Wort, aber kein falsches.

Schnell, wissen Sie aus dem Kopf, wie Macchiavellis bekanntes Büchlein heißt? Wem ist es gewidmet?

Heißt es »Der Bürger«? Nein.

Es heißt: »Der Prinz«.

Eigentlich ist jener Titel ja auf Italienisch, und heißt: »El príncipe«. Man könnte sich sarkastisch fragen wollen: Ist Heinrich Manns »Der Untertan« das deutsche Gegenstück zum »El príncipe «?

Noch mehr als jene

Es geschieht ja keineswegs alles heimlich, und selbst manches, was verborgen ist, kommt über die Jahre ans Tageslicht – doch nur wer hinsehen will, sieht es auch.

»Lerne zeitig klüger sein«, so mahnt Goethe, und so lehren die Reichen und Mächtigen ihre Kinder: »Du musst steigen oder sinken, du musst herrschen und gewinnen oder dienen und verlieren, leiden oder triumphieren, Amboss oder Hammer sein.«

»Wir sind mehr«, lehren sie dagegen in den Schulen der Armen und Untertanen. Es soll suggerieren, in der Masse läge Rechtfertigung oder sogar Macht. Noch mehr als jene, welche »Wir sind mehr« krakeelen, sind die Insekten, und noch mehr sind die Bakterien – was soll das rechtfertigen?

Man hat dir beigebracht

»Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir« – es mag wahr sein, doch welches Leben soll das sein?

Ja, lerne jeden Tag, und sei der beste Mathematiker, der zu sein dein Gehirn hergibt. Doch sei dir dessen bewusst, dass die Schule dich nicht jede Weisheit lehren will, nicht die Kunst der Macht, und ganz gewiss nicht die Kunst, »zum Volk« zu reden.

»Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir«, es ist ja wahr, doch manches Lernthema fürs Leben musst du selbst und freiwillig auswählen.

Wie du dich aus der Geisteshaltung des Untertans befreist, das wurde besser versteckt, als wenn dieses Wissen im tiefsten Meer versenkt worden wäre: Man hat dem Volk beigebracht, mit den Augen zu rollen und es als »Psychogebabbel« abzutun, wenn ihm einer mit echter Weisheit kommt.

Ja, du lernst für das Leben, in der Schule und auch im Leben lernst du fürs Leben. Doch lerne auch die Dinge, die du wirklich brauchst, um das Leben zu führen und der Mensch zu sein, der du sein willst!

»Wir sind mehr«, so brüllt der Untertan im Propagandastaat, und er könnte damit sogar die Wahrheit sagen.

»Ihr seid mehr«, so darfst du denen gewähren, doch für dich sage: »Ich will genau der sein, der zu sein ich gewählt habe, ob ich dabei tausende Weggefährten finde, millionen gar, oder ob ich damit erstmal allein bin – und für dieses richtige Leben lerne ich.«

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