Dushan-Wegner

01.06.2023

Kabinenleben (bis es kippt)

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten, Foto: »Gut festhalten« von DW
Nachrichten wie aus dem Irrenhaus. Linksextreme spaziert aus Gericht. Neue mRNA ohne klinischen Test. 4-Sterne für Flüchtlinge, aber Tafeln überlaufen. Wahnsinn! Was bleibt? Genieße das Leben – bis es alles kippt.
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In der Schule hatten wir eine Schülerzeitung, da haben wir Schüler über die Schule geschrieben. Betriebe haben schon mal eine Betriebszeitung – heutzutage auch als Blog im Intranet.

Haben aber Irrenhäuser eine eigene, interne Irrenhauszeitung?

Aus welcher Version der Realität berichtet eine Irrenhauszeitung? Berichtet Napoleon von seinen neuesten Eroberungen? Debattieren die drei Jesusse die neue Jesuslatschen-Kollektion in ihrer gemeinsamen Kolumne, genannt der »Jerusalem-Komplex«? Lesen wir Berichte von Zwiegesprächen mit den Schatten an der Zellwand? Krude Theorien über Verschwörungen, wie dass China stärker wird, indem eine globale Investmentfirma westlichen Konzernen einen Pseudo-Moralkodex aufzwingt, der das Gewebe der Gesellschaften, in denen sie operiert, wie ein aggressiver Krebs von innen zerstört?

Ach, es wären gar irre Nachrichten, die wir lesen würden, in der Irrenhauszeitung!

Ja, in der Irrenhauszeitung gäbe es sogar eine Satire-Kolumne. Da würden sie lustige Sachen erfinden. Zum Beispiel, dass in New York jetzt die Übergewichtigen als »geschützte Gruppe« gelten – siehe nyc.gov, 26.5.2023. Das heißt: Wenn du nicht mehr arbeiten, aber weiter Gehalt bekommen willst, friss dir 50 Kilo Übergewicht an – und du bist unkündbar!

Kurze Dokumentation

Ich kenne die Leser, welche über einige Jahre die alternativen und freien Nachrichten verfolgen und beobachten, wie es abwärts geht – und einige von uns scheinen daran zu verzweifeln, wie leicht sich die Mehrheit wie willige Wiederkäuer widerstandslos in die Wurstfabrik abführen lässt.

Und ich kenne die, die an den Punkt ihres Lebens kommen, dass sie sich all dem verweigern. Die, die »innerlich aussteigen« und nicht mehr Nachrichten lesen wollen, weil es ihnen doch zu negativ ist. (Nur selten ziehen sie es durch. Der Mensch ist dazu veranlagt, bei Gefahr auf ebendiese Gefahr zu starren.)

Ich kann gut verstehen, wenn Menschen die Nachrichten ausblenden wollen. Die Meldungen des Tages dokumentieren ja ein kollektives Irrewerden, und das kann den Bürger schon beim Hören mit- und runterziehen.

Etwa: Laut Europäischer Arzneimittelbehörde müssten »angepasste« mRNA-Impfstoffe keine klinischen Studien mehr durchlaufen – und das soll auch für weitere Impfstofftypen gelten (pharmazeutische-zeitung.de, 30.5.2023).

In Gladbeck wird für 600.000 Euro pro Monat ein 4-Sterne-Hotel für sogenannte Flüchtlinge angemietet (bild.de, 30.5.2023). Die einen tafeln, die anderen müssen zu den »Tafeln«. Die »Tafel« aber, die öffentliche Suppenküche im besten Deutschland aller Zeiten, berichtet im selben Ort von immer mehr »Kunden«, sprich: Familien, die sich das Leben als Deutsche in Deutschland nicht mehr leisten können (waz.de, 15.3.2023).

Leser, die in »migrantisch« geprägten Vierteln leben, sagen mir, dass Deutschland längst gekippt ist und ich viel zu milde schreibe. Andere Leser sagen, dass ich etwas übertreibe – die wohnen auf dem Land oder haben sich anders beschützt eingerichtet. Ich ahne, welche Gruppe größer und welche kleiner werden wird.

Für die deutsche Regierung plant Ferda Ataman, Unternehmen dazu zu verpflichten, die Abstammung ihrer Angestellten auszuforschen und Listen anzulegen, um sicherzustellen, dass nicht zu viele »Kartoffeln« (Zitat Ataman) in deutschen Unternehmen arbeiten (handelsblatt.com, 23.5.2023).

Das Oberlandesgericht Dresden hat die gewalttätige Linksextremistin »Lina E.« verurteilt, und mit »verurteilt« meint man in Deutschland, dass sie erst einmal frei aus dem Gericht spazieren durfte, auch weil sie Rheuma habe. Vorab hatten Linksextreme den Staat bedroht, sie würden für jedes Jahr Haftstrafe eine Million Euro an Schaden anrichten (bild.de, 1.6.2023). Manche Beobachter erwarten nun, dass die linksextreme Lisa abtaucht (jungefreiheit.de, 1.6.2023). Die Antifa feierte das Urteil, indem sie Bürgerkrieg spielte. Aus der Grünen Jugend solidarisiert man sich mit der Kriminellen (zeit.de, 1.6.2023).

Die Nachrichten, ob national oder international, lesen sich heute fürwahr wie die Hauszeitung einer Irrenanstalt. Ich kann jeden verstehen, der sich inhaltlich zurückziehen will – oder sogar muss.

Die meisten Absichtserklärungen zur medialen Abstinenz klingen aber wie die Erklärungen eines Verkaterten, nie wieder trinken zu wollen.

Meine Erfahrung ist: Leser, die sagen, sie wollten ab sofort die Nachrichten ignorieren – also eine negative Handlung –, werden bald wieder »dabei sein«.

Es gibt sie ja, die Leser, die tatsächlich nachhaltig aus den Nachrichten aussteigen, doch sie tun es durch eine positive Handlung: indem sie aktiv ihre relevanten Strukturen neu ordnen.

Der Rest von uns

Doch nicht jeder kann und will aussteigen, kann sich in seinen Innenhof zurückziehen, seine relevanten Strukturen neu bestimmen, seine Kreise ordnen und alles Übrige loslassen.

Der Bleibende könnte ja versuchen, es der Masse gleichzutun. Das 11. Gebot des braven Bürgers: Du sollst leugnen, dass es ist, wie es ist. Früher hämmerte man den Störenfrieden einen Metallnagel ins Gehirn – die Lobotomie – hört auf die Wissenschaft! – heute gibt man ihnen die Tagesschau – die duldende Mehrheit.

Der Rest von uns hier wird aber den Widerspruch leben müssen.

Wirklich gemütlich

Auf der einen Seite siehst du konkrete Anzeichen, dass der Widersinn zum Kollaps führen wird, bis und sodass wir bald billig übernommen werden können und bestenfalls Chinas China sind, nur halt im Kleinstformat.

Auf der anderen Seite hast du nur genau dieses eine Leben und genau diesen einen Tag. Also versuchst du, deinen Tag gut zu leben.

Noch ist ja so viel Schönes möglich! Noch kann (fast) jeder Tag gut werden.

Das Schiff geht unter. In den Rettungsbooten sitzen die, die uns gegen den Eisberg steuerten.

Das Schiff geht unter, doch deine Kabine ist wirklich gemütlich eingerichtet, also genieße es, bis zum Schluss – auch dieser Tag passiert nur einmal!

Weiterschreiben, Wegner!

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