04.12.2022

Wenn der Staat allzu bereitwillig beim Sterben hilft

von Dushan Wegner, Lesezeit 8 Minuten, Foto von Sergiu Vălenaș
In Kanada explodieren die Zahlen der »assistierten Selbsttötungen«, und es wird ausgeweitet. Es ist eine Frage der Zeit, bis Bürgern aktiv der Suizid zur Kostenersparnis empfohlen wird – und manche berichten, dies habe schon begonnen.
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Wenn du es baust, dann werden sie kommen! – Diesen motivierenden Aufruf kennen wir aus dem Film »Field of Dreams« (1989) – oder so meinen wir.

Der Farmer Ray Kinsella (gespielt von Kevin Coster) hört, durch sein Maisfeld gehend, mehrfach eine Geisterstimme eine Prophezeiung raunen. Im englischen Original (siehe YouTube) lautet dieser Satz: »If you build it, he will come.« – Das heißt, dass er kommen wird. Es schillert etwas, wer wirklich gemeint ist.

Kinsella beschließt, auf seinem Land ein Baseballfeld zu bauen – und den Bankrott zu riskieren.

Der Satz ging mit der dritten Person Plural ins kollektive Gedächtnis ein, was ja auch zur Hoffnung der Hauptfigur passt: Wenn du es baust, werden sie kommen.

»Wenn du es baust, dann werden sie kommen!« – damit meint man heute: Wer eine Idee in den Raum stellt, der kann darauf hoffen, dass Menschen sich davon angezogen fühlen, allein weil sie Teil von etwas sein möchten.

Wenn du »es« baust, stehen die Chancen gut, dass »sie« kommen werden. Dank Internet stehen die Chancen gut, dass wenn eine Idee auch nur die geringste Attraktivität aufweist, sie ein Publikum finden wird.

Manchmal sind die »Ideen«, die sich wie von selbst ein Publikum finden, so nostalgisch wie ein Baseballfeld, von Geistern in Auftrag gegeben. Und manchmal besteht die Idee daraus, nicht die Verstorbenen aus dem Geisterreich zurückzubringen, sondern die Lebenden in ebendieses zu überführen.

Wer hört auf so einen?

Sogenannte »Eliten« haben recht unzweideutig erklärt, dass es ihr Ziel ist, die Zahl der Menschen weltweit zu verringern. Nein, keiner von denen wird aktiv sagen, er wolle Menschen töten – aber allzu militant kämpfen sie auch nicht dagegen.

Bill Gates etwa sagte 2010, dass die Weltbevölkerung durch Impfungen um 10 bis 15 % gesenkt werden könne (hier ist das Original-Video bei YouTube inkl. Kontext, relevante Stelle ca. 4:29). Gates meint natürlich, dass durchs Senken der Kindersterblichkeit, also durch Impfung, die Motivation der Armen Afrikas sinkt, zur »Altersversorgung« möglichst viele Kinder zur Welt zu bringen.

Überhaupt haben diese Leute nie gemeint, was wir Normalsterblichen aus dem Gesagten falsch verstehen. Und selbst wenn sie es einmal genau so meinten und täglich wiederholen, wie wir es verstehen – siehe Klaus Schwab vom WEF – dann steht es dem Normalsterblichen nicht zu, wörtlich das Gerede von »Great Reset« und »Transformation« zu wiederholen.

Und wenn es um die Umsetzung von Eliten-Phantasien geht, dann zeigt das WEF-Musterland Kanada mit Justin »Blackface« Trudeau an der Spitze bekanntlich immer zuerst auf und schnippt auch noch mit den Fingern.

Wenn Kanadier sehr unglücklich sind – etwa weil sie sich die horrenden Preise nicht mehr leisten können – nehmen immer mehr von ihnen die aus China importierte Droge Fentanyl. Die praktischen Folgen sieht man live vor Ort in Städten wie Vancouver, oder auf YouTube. (Hinweis: Kanada ähnelt darin Deutschland, dass es genug »Inseln der Seligen« gibt, in denen die relativ wohlhabenden Einwohner nicht mitbekommen – und nicht mitbekommen wollen – welches Elend anderswo herrscht. Sollten sie aber selbst dorthin abrutschen, dann ist es für sie zu spät, denn wer hört schon auf »so einen«?)

Man sagt: Geld macht nicht glücklich, doch im Mercedes weint es sich angenehmer. Soll heißen: Die simple Lebenserfahrung lehrt, dass Armut doof ist, und wissenschaftliche Studien bestätigen, dass ein niedriger sozial-ökonomischer Status und Depression wahrscheinlich nicht nur statistisch korrelieren, sondern einander bedingen könnten – siehe etwa ncbi.nlm.nih.gov, 2016.

Was aber tun Kanadier, wenn sie zu Tode unglücklich sind und nicht in die Fentanyl-Hölle hinabsteigen wollen?

Kanada verfügt über ein Angebot, das in Deutschland nach gewissen Ereignissen im 20. Jahrhundert doch etwas verpönt ist: In Kanada kann der Staat dir dabei »helfen«, dich selbst zu töten.

Im Jahr 2016 haben knapp über tausend Kanadier gewählt, sich »assistiert« das Leben zu nehmen.

2017 waren es über zweitausend.

2018 über viertausend.

Danach verlangsamte sich die Verdopplung der Zahlen etwas. Letztes Jahr aber, 2021, wurde die nächste signifikante Zahl erreicht.

Im Jahr 2021 nahmen sich 10.064 Kanadier mit ärztlicher Unterstützung das Leben. (Alle Zahlen von statista.com, Juli 2022; siehe auch englischsprachige Wikipedia zu »Euthanasia in Canada«.)

Jetzt neu!

Als ginge es gewissen Mächten nicht schnell genug mit den legalen Suiziden, weitet Kanada kontinuierlich die Bedingungen aus, unter denen einem Menschen »angeboten« wird, mit staatlich-medizinischer Hilfe sein Leben zu beenden.

Es war übrigens auch Bill Gates, der schon 2010 öffentlich die Frage ins Gespräch brachte, dass man die Kosten von Lebensverlängerung gegen sonstige Kostenpunkte eines Staates gegenrechnen müsse. De facto würde man überlegen, ob es nicht besser wäre, einen Patienten sterben zu lassen, wenn man dafür die Entlassung von zehn Lehrern verhindern könne (cspan.org, 8.7.2010, ca. ab 0:31:10).

Im Science-Fiction-Roman »Flucht ins 23. Jahrhundert« wird, als Maßnahme gegen Überbevölkerung, den Menschen eine maximal erlaubte Lebenszeit zugewiesen – und Euthanasie-Kandidaten werden gejagt. (Wehe, wenn Sie hier an die Jagd auf Corona-Maßnahmen-Gegner vor kurzem in Deutschland denken!)

Kürzlich kam die Möglichkeit dazu, sich das Leben wegen beeinträchtigter geistiger Gesundheit zu nehmen, also nicht nur wegen nachweisbarer körperlicher Krankheit. Sogar die abgedrehte New York Times fragt, ob es in Kanada nicht »zu einfach« sei, den »Tod zu wählen« (nytimes.com, 18.9.2022).

Die kanadischen Suizid-Zahlen für 2022 sind noch nicht publiziert. Wir ahnen aber, welche Entwicklung sogar stramm »progressive« Instanzen aktuell etwas grübeln lässt.

Die Fälle mehren sich, in denen Menschen vom kanadischen Staat angeblich auf Wunsch des Patienten getötet wurden, die  Familienangehörige jedoch die volle Freiwilligkeit bezweifeln, und Experten mahnen inzwischen, dass es doch nicht das »Default« sein kann, menschlichen Krisen mit einem Suizid-Angebot zu begegnen (so apnews.com, 11.8.2022).

Inzwischen tauchen sogar die ersten Berichte auf, wonach mehreren Patienten empfohlen wurde, statt auf kostspielige staatliche Hilfe zu warten – etwa den Einbau eines Treppenlifts – sich doch lieber das Leben zu nehmen, mit staatlicher Hilfe (independent.co.uk, 3.12.2022).

Und, seien wir realistisch: Wenn Kanadier im Alter die Wahl haben zwischen Krankheit, Einsamkeit und Armut auf der einen Seite und Suizid auf der anderen, und wenn Suizid noch dazu »normalisiert« wird, dann ist jeder Tag eine Entscheidung nicht fürs Leben, sondern gegen die Selbsttötung – und irgendwann entscheidet man sich dann nicht mehr gegen die Selbsttötung.

Man »hilft« gern

Diese letzte Meldung fußt auf dem Bericht der Betroffenen Christine Gauthier, doch sie sagte es letzte Woche vor dem kanadischen Parlament aus (dailymail.co.uk, 3.12.2022), was die Wahrscheinlichkeit senkt, dass sie es sich »einfach so ausgedacht« hat.

Es bedarf jedoch gar nicht der konkreten Aufforderung im Einzelfall, wenn die entsprechende Möglichkeit, Grundstimmung oder sogar Erwartung aufgebaut wurden. In Kanada wird schleichend der ganz konkrete emotionale Druck aufgebaut, doch bitte das System zu entlasten, indem man sich das Leben nimmt – und man »hilft« dabei sehr gern.

»Wenn du es baust, werden sie kommen« – es ist viel Wahres dran. Wenn du Menschen die Möglichkeit bietest, sich das Leben zu nehmen, statt ihnen das Leben bezahlbar oder auf andere Weise lebenswert zu machen, dann werden einige von ihnen das nutzen.

Vergessen wir nicht das erklärte große Ziel eines Teils der Eliten: Die Zahl der Menschen zu reduzieren. Natürlich werden sie sagen, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Ich bin diese Leier aber leid. Nichts hat mit nichts zu tun, und dass es regnet und du die Regentropfen hast auf die Straße fallen sehen, heißt noch nicht, dass die Straße vom Regen nass ist – so sagt zumindest die Propaganda.

Wirklich wunderschön?

Nun könnte man dagegen argumentieren, dass doch kein Mensch den Tod wählt, wenn er auch andere Möglichkeiten sieht, ein lebenswertes Leben zu leben.

Das ist richtig – und der Kern des Problems: Du musst die Menschen nicht direkt töten – mach ihnen einfach nur den Tod attraktiv, und dann bitten sie selbst darum.

Und wenn Sie meinen, dass den Tod »attraktiv zu machen« übertrieben und makaber ist, dann darf ich Ihnen einen neuen Werbespot der kanadischen Modekette La Maison Simons vorstellen. Der Werbespot heißt »All Is Beauty« und glorifiziert den Suizid einer Schwerkranken als märchenhaftes, wunderschönes Erlebnis (siehe YouTube).

Wer demnächst als Firma »woke« sein will, soll nicht nur für die Tötung von Embryos und Entfernung von Geschlechtsorganen eintreten, sondern auch für den einfach zugänglichen Suizid.

Es ist gut und wichtig, wenn Ärzte in Krankenhäusern auf der Palliativstation den Sterbenden und ihren Angehörigen einen würdigen Abschied ermöglichen. Das ist aber etwas ganz anderes, als wenn in einer Gesellschaft der Suizid erst zur omnipräsenten Möglichkeit, dann buchstäblich zum Modethema, und dann schleichend – doch inzwischen leider wohl real – zum moralischen Druck wird.

Eben redeten wir von der mit Lügen begründeten »sozialen Pflicht«, sich mRNA-Gentherapie (»Impfung«) injizieren zu lassen. Ich fürchte, in einigen Ländern ist man kurz vor der »sozialen Pflicht«, sich doch bitte das Leben zu nehmen, bevor man noch mehr Kosten verursacht.

Was bauen wir?

»Wenn du es baust, werden sie kommen«, so sagt sich Kanada über die Möglichkeit, seinem Unglück zu entfliehen, indem man sich das Leben nimmt.

»Alles ist wunderschön«, heißt es, doch nein, der Tod ist nicht wunderschön. Der Tod ist das Gegenteil von schön, denn der Tod ist Nichtsein und damit das Gegenteil von allem.

Ich wünsche mir eine Welt, in welcher wir von einer besseren Zukunft träumen als nur vom staatlich finanzierten Tod.

Die gesellschaftlichen Kräfte, die uns Impfschäden und Inflation bescherten, könnten womöglich demnächst global auch den Suizid als Ausweg aus der armutsbedingten Depression nahelegen, diesen »Ausweg« gar zur moralischen Pflicht erheben – oder ihn schlicht in Kauf nehmen.

Wenn du es baust, dann werden sie kommen, so sagt man, und es kann mal traurig sein und mal wunderbar.

Ich selbst möchte lieber an einer Welt bauen, in der die Menschen leben möchten!

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