Dushan-Wegner

26.09.2023

Der Sohn lernt, Deutschland nicht

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten
Wer weder an dieser Zeit verrückt werden noch wie ein Gutmensch die Realität leugnen will, der sollte heute lernen, die Nachrichten im Auge zu behalten und doch im eigenen Leben das Gute voranzutreiben, das Schöne im Kleinen zu feiern. (Essay mit Audio)
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Gestern Abend, vorm Einschlafen, erzählte mir mein Sohn Leo von seinem Schultag – und es hat mich so sehr gefreut!

Er erzählt natürlich öfter von der Schule, nicht nur gestern, doch gestern war ein sehr wichtiges Detail anders.

Sonst erzählt er eher davon, welcher Mitschüler was gesagt hat, welcher Lehrer doof war, und so weiter.

Gestern aber erzählte er von Mathematik. Und zwar nicht, um auf den Lehrer oder die Mitschüler zu schimpfen. Oh nein!

Gestern erzählte Leo von Mathematikinhalten. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich nicht genau an die Einzelheiten erinnern kann. Ich meine, es ging um wissenswerte Eigenschaften potenzierter Zahlen. Ich stimmte ihm enthusiastisch zu, und heimlich dachte ich bei mir: »Wie viele Jahrzehnte ist es her, dass du das selbst wusstest?«

Ach, es ist doch unwichtig, ob ich das noch weiß! Ich werde weder Ingenieur noch Mathematiker werden. Ich bin Essayist. Der Zug anständiger Berufe ist für mich abgefahren, und der Bahnhof wurde abgerissen. Doch für Leo besteht Hoffnung!

Sicher, Leo war immer gut in der Schule, doch zwischen »gut in der Schule« und »begeistert von Mathematik« besteht ein Kategorienunterschied!

Was auch immer die Zukunft bringt: Für den Moment war und bin ich glücklich! Mein Sohn hat Spaß an Mathematik!

Die Armee naht

Ich weiß, ich weiß, es ist nicht alles Sonnenschein heute. Es ist nicht alles Mathematik für fröhliche Kinder, weder bei mir, noch in der großen weiten Welt.

Mittlerweile hat sich auch in deutschen Mainstream-Medien herumgesprochen, dass es in Lampedusa ein Problem gibt. Allerdings zeigen sie nicht, was die Zahlen konkret für die Menschen in Italien bedeuten – und damit auch bald für Deutschland.

In den Sozialen Medien kursieren Bilder von Gewalt und einem brutalen Aufeinanderkrachen von Kulturen (Bespiele von @RadioGenoa: 123).

Die Tagesschau wird aber lieber davon erzählen, wie Frau von der Leyen auf Lampedusa zum Fototermin vorbeikommt (tagesschau.de, 17.9.2023). Tatsächlich kursieren nicht nur Bilder von dramatischen Ereignissen in Europa, sondern von Zigtausenden weiteren jungen Männern, die an die südlichen Grenzen des Westens gebracht werden, und zwar nicht nur vor Europa, sondern auch südlich der USA.

Was wird das für eine Welt sein, in welcher Leo seine Mathematik praktizieren soll? Ich will gern gestehen, dass es mir bange macht.

Und was tut die deutsche Regierung diesbezüglich?

Richtig, die lupenreinen Demokraten suchen offenbar, den Schaden an Volk und Land zu maximieren, indem sie mit viel Geld die Organisationen unterstützen, welche die von den afrikanischen Schleppern verkaufte Leistung auch tatsächlich liefern, nämlich indem sie die illegalen Migranten kurz vor der afrikanischen Küste de facto auf dem Meer abholen und nach All-inclusive-Europa »retten« (siehe @rubnpulido, 21.8.2023 und tichyseinblick.de, 25.9.2023).

Und was bedeutet das konkret für Deutschland? Nehmen wir nur eine beispielhafte Meldung, um die Freude am Leben nicht allzu nah an den Gefrierpunkt zu drücken: Aus Nürnberg lesen wir (focus.de, 25.9.2023) vom »Streit« eines 27-Jährigen mit einer Gruppe von »rund acht Personen«. Das Ergebnis der euphemistisch als »Streiterei« bezeichneten Begegnung war, dass der 27-Jährige am Boden lag. Einer aus der »Gruppe« hatte Anlauf genommen und war auf den bereits am Boden liegenden Verletzten gesprungen.

Laut Polizei und Presseberichten handelte es sich bei der Gruppe um …

Wenn sich nur

Ach, genug der Nachrichten! Das verträgt ja keiner mehr. Noch gibt es sie, die Momente der Hoffnung. Noch gibt es ihn, immer wieder: den guten Grund zur Freude.

Ich bin glücklich, dass Leo seine Mathematik nicht nur ordentlich erledigt, sondern zumindest gestern Abend so begeistert davon war, dass er mir vorm Einschlafen davon erzählte.

Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Leo lernt dazu, Deutschland nicht – im Gegenteil! Deutschland wird von Gestalten regiert, deren mutmaßliches Innenleben nicht in höflichen oder auch nur legalen Begriffen zu beschreiben ist. Unser Leben, wie wir es kannten, wird aktiv kaputtgemacht. Wir wissen es ja, und neue Meldungen bestätigen es lediglich.

Und doch, und doch: Jetzt, in diesem Moment, freue ich mich.

Ich habe mal gehört, dass wer ein »Warum« hat, auch ein »Wie« findet. Wenn deine relevanten Strukturen kein Warum sind, was dann?

Ich bin sicher, dass jeder von uns ein »Warum« hat, für das zu streiten und zu arbeiten sich lohnt. Wenn sich jetzt nur endlich ein »Wie« fände, das für alle anständigen Menschen funktioniert!

So viel für heute

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