Dushan-Wegner

06.07.2023

Panik nur verschoben

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Bild: »Wo geht es hier zum Weltraum?«
Das Verfassungsgericht verschiebt den Heizungswahnsinn ein wenig. Doch die Leute, die darauf bestehen, »demokratisch« genannt zu werden, wollen das um jeden Preis durchpeitschen, gegen die Menschen, für Konzerne und Investoren. Warum?
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Eine erschütternde These hörte ich letztens: Was, wenn nicht der CO2-Anstieg die Wärme verursacht, sondern umgekehrt die Wärme den CO2-Anstieg? (daily sceptic.org, 10.6.2022)

»Faktenchecker« sagen, das sei weitgehend falsch (newswise.com, 10.6.2022), was nach aller Erfahrung bedeutet, dass da wahrscheinlich etwas dran ist.

Ich bin kein Klima-Wissenschaftler, also kann ich nicht selbst beurteilen, ob der CO2-Anstieg die Wärme verursacht oder andersherum.

Ich kann aber meine Erfahrung nutzen und die Menschen beurteilen, die mir davon berichten.

Dabei gehe ich wie ein Firmenboss vor, wenn er Leute einstellt: Er selbst kann sich als Boss nicht in allen Themen auskennen, aber er muss gut darin sein, Leute zu erkennen, die ihr Gebiet beherrschen und – ganz wichtig! – denen er vertrauen kann.

Würden Sie als Boss Leute einstellen, die Klimapanik machen?

Die Leute, die Klimapanik machen, glauben ganz offensichtlich selbst nicht daran, sonst würden sie nicht in Privatjets umherfliegen und Villen direkt am Meer kaufen – aber sie verdienen sehr, sehr viel Geld damit, dass wir daran glauben.

Die verdienen sehr viel Geld damit, dass sie die Politik zwingen, drei Dinge zu tun:

  1. Politik soll öffentlich so tun, als würde sie an die Klimapanik glauben.
  2. Politik und Propaganda sollen so tun, als würden sie glauben, dass es dem angeblich bedrohten Klima hilft, bestimmte (für Konzerne) profitable Maßnahmen zu ergreifen.
  3. Und dann soll die Politik die Bürger und den Staat zwingen, genau dies zu tun, nämlich das Geld der Bürger im Namen des Klimas an global tätige Investoren umzuverteilen.

Nein, kein zurechnungsfähiger Firmenchef würde Dauer-Paniker in eine Position mit Verantwortung einstellen. Nicht nur der aktuellen Klimapanik wegen! Das sind Leute, die mit fragwürdiger Bildung auffallen – oder mit erstaunlich zuverlässig vorhersagbaren Ergebnissen ihrer Forschung.

Pumpenpanik 1

dw.com, 23.7.2018 titelt: »Klimaanlagen heizen die Welt auf«. Wenn Sie den Rest des Artikels aus der Überschrift schließen, liegen Sie richtig.

Das Problem ist bekannt: Statt ein Fenster zu öffnen, etwas Kaltes zu trinken oder schlicht die Wärme zu ertragen, schalten Menschen bei Wärme ihre Klimaanlagen an. Das verbraucht so viel Strom, dass schon mal die Stromnetze zusammenbrechen.

Gut, dass in Deutschland nicht ganz so viele Klimaanlagen verbaut werden!

Wenn Sie allerdings auf obigen Link klicken und sich das Foto anschauen, könnten Sie sich fragen: Moment, sind das nicht diese »Wärmepumpen«?

Klivago, ein »Onlineshop für Klimaanlagen und Wärmepumpen«, klärt auf: »Sucht man nun nach dem wichtigsten Unterscheidungsmerkmal zwischen der Klimaanlage und der Wärmepumpe, dann findet man dieses im jeweiligen Einsatzgebiet.«

Einfacher: Im Grunde sind Wärmepumpen ein wenig anders eingestellte Klimaanlagen. Und moderne Geräte lassen sich oft für beide Zwecke benutzen.

Pumpenpanik 2

Wie aus dem Nichts scheint die deutsche Regierung plötzlich davon besessen, alle Deutschen zum Einbau einer Wärmepumpe zu zwingen.

Damit will man aber zugleich alle Deutschen zwingen, de facto eine Klimaanlage einzubauen.

Nicht nur von der Windkraftgewalt wissen wir, dass Klimapaniker auf die Natur und Gesundheit der Menschen pfeifen. (Irgendwer muss ja das Pfeifen übernehmen, wenn der drehende Sondermüll die Vögel schreddert.)

Klimapaniker-Herzen schlagen, ähnlich wie Corona-Paniker-Herzen, für die Profite der befreundeten Konzerne. Und wenn befreundete Konzerne eben Klimaanlagen verkaufen wollen, funktioniert man diese zu »Wärmepumpen« um und erlässt Gesetze, um die »neuen« Klimaanlagen allen Bürgern aufzuzwingen. (Im Prinzip ließe sich ja eine moralische oder sonstige Panik für Beliebiges inszenieren, gewiss sogar für magische Herde.)

Pumpenpanik 3

Etwas überraschend hat das Verfassungsgericht eine Entscheidung getroffen, die nicht gegen das Demokratieverständnis des Normalbürgers geht: Das demokratisch nicht zu erklärende Hauruckverfahren, mit dem die Regierung viele Millionen von Hausbesitzern zum Einbau von »Wärmepumpen« zwingen will, das »Gebäudeenergiegesetz«, wurde vom Bundesverfassungsgericht kurzfristig gebremst (taz.de, 6.7.2023).

Die Abgeordneten sollten doch bitteschön die Zeit bekommen, die Gesetze zu lesen, die sie da abnicken. Man könnte auch sagen: Es soll zumindest demokratisch aussehen.

Aus der SPD hört man lapidar, dass man dann halt etwas später abstimmt. Man erwägt sogar, den Bundestag so bald wie möglich zu einer Sondersitzung einzuberufen, um die Investorenbeglückung abzunicken. So etwas macht man sonst eher, wenn etwa ein Kriegseinsatz abzunicken ist (deutschlandfunk.de, 16.10.2018).

Der Wahnsinn ist gar nicht anders zu erklären, als dass vermutlich sehr mächtige Investoren einigen Regierungspolitikern im Nacken sitzen. Für »das Klima« ergeben die umfunktionierten Klimaanlagen ja eher wenig Sinn.

Demokratiepanik

In der ZDF-Talkshow Markus Lanz durfte dieser Tage der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erklären (siehe zdf.de, 5.7.202), was Demokratie ist: dass das Volk bestimmt, von wem und wie es regiert wird. (Der Moderator hatte um eine Definition gebeten, vielleicht hatte er seine kurz verlegt.)

Aiwanger stellte fest, dass Deutschland »formal« eine Demokratie ist, woraufhin der Staatsfunk-Moderator ihm aggressiv ins Wort sprang und ihn darauf festnageln wollte, gesagt zu haben, Deutschland sei »nur« formal eine Demokratie.

Tatsächlich stellt Aiwanger fest, dass das Vorgehen der aktuellen deutschen Regierung wenig demokratisch sei. Einmal gewählt und an der Macht, regieren sie gegen den Willen von 80% der Bürger.

(Zum Thema: Der ach so demokratische Bundestag hat es gerade abgelehnt, einen Untersuchungsausschuss zum Cum-Ex-Steuerskandal und der Rolle von Kanzler Erinnerungslücke einzusetzen; siehe taz.de, 6.7.2023. Es ist die erste Ablehnung seit 1949, doch »formal« ist das gewiss demokratisch.)

Was wäre, wenn?

Ach, es stellen sich so viele »Was-wenn«-Fragen heute! Was, wenn das CO2 von der Wärme kommt und nicht andersherum? Was, wenn Wärmepumpen de facto Klimaanlagen sind und logischerweise mit deren Nachteilen und Problemen einhergehen? Was, wenn es den aktuellen grünen Bonzen komplett egal ist, ob sie nach dieser Wahlperiode in der Politik mitspielen können? Was, wenn die bereits die informellen Zusagen von Investoren für eine maximal lukrative Anschlussverwendung in der Tasche haben?

Es gibt kein Leben im Konjunktiv. Diese »Was-wenn«-Fragen haben sehr reale Antworten, egal, ob wir sie bereits kennen (und aussprechen dürfen) oder nicht. Und wir täten gut daran, in eigener Sache wie ein Firmenboss zu denken.

Wir sollten also weiter eigene Fragen stellen: Wäre das, wofür ich verantwortlich bin, gut vorbereitet, wenn diese Szenarien sich bewahrheiten sollten? Vertraue ich diesen Leuten und wenn nein, welche Konsequenzen ziehe ich?

Eine Wahrheit aber können wir von Firmenbossen und vom »Anhalter« lernen: Keine Panik.

Ja, es sind wilde Zeiten. Nein, wir erkennen nicht immer das Demokratische. Ja, wir haben erhebliche Zweifel daran, ob die Politik gemäß Amtseid handelt.

Doch gerade weil die »Panik machen«, ist es an uns, Ruhe zu bewahren – aber keinesfalls in der Ruhe zu verharren, sondern ohne Panik und gegen die Panik selbst in eigener Sache zu handeln.

Weiterschreiben, Wegner!

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