31.8.2017

Rassismus im Kanzleramt?

von Dushan Wegner, Lesezeit 2 Minuten, Bild von Daniel Tafjord

Kultur ist Teil dessen, was den Menschen zum Menschen macht. Es ist nicht unproblematisch, wenn Politiker einem Volk die eigene Kultur absprechen.

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Kultur ist, was den Menschen vom Tier unterscheidet. Die Doppelbedeutung von „Kultur“ als Errungenschaften der Zivilisation einerseits und Summe des Kunstschaffens andererseits ist kein Zufall.

Die Aborigines in Australien haben, neben ihrer wunderschönen Kunst mit ihren typischen Mustern, auch die Dreamtime, einen Katechismus mythischer Geschichten. Die Hopi in Amerika haben nicht nur ihre handwerkliche Kunst, darunter fein geschmückte Töpferwaren, sondern auch ihre Mythen und Prophezeiungen, wonach uns eine Zeit großer Umwälzungen bevorsteht. Geht es aber nach Angela Merkels „Beauftragter für Migration, Flüchtlinge und Integration“, dann haben einzig die Deutschen keine eigene Kultur, also das Volk eines Kant, eines Beethoven, eines Wagner und eines Goethe.

Wörtlich: „Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“

Es ist falsch, was Merkels Staatsministerin sagt, selbstverständlich. Jedes Volk und jede Nation haben ihre jeweils eigene Kultur. Eine eigene, gemeinsame Kultur ist Teil dessen, was ein Volk zu eben diesem macht.

Es gibt mindestens zwei Möglichkeiten, jene Aussage zu deuten:

  1. Der Dame, geboren im Bildungsverlierer Hamburg, fehlt grundlegendes Allgemeinwissen.
  2. Die Dame spricht den Deutschen ab, ein Volk mit einem Recht auf Geschichte und Kultur zu sein. Was aber bleibt von Menschen, wenn man ihnen die Kultur abspricht?

Was auch immer die Motivation der Dame ist, ihre Aussage scheint das Kriterium „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ zu erfüllen – und würde damit einen neuen, modernen Rassismus-Begriff triggern. Nach modernen Kriterien könnte man das, was Merkels Integrationsbeauftragte verlautbarte, als rassistisch verstehen.

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