Dushan-Wegner

04.12.2023

Weihnachtszeit ist Terrorzeit

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Bild: »O Irgendwasbaum!«
Weihnachten 2023 im »toleranten« Europa: Deutscher in Paris gemessert, Anschlag in Leverkusen gerade noch verhindert. Tja, Weihnachtszeit ist Terrorzeit. Ich bin so alt, ich weiß noch, wie das nicht »normal« war – und ich will mein Weihnachten zurück!
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Im Winter wird es früher dunkel. Es ist kalt, wir fühlen uns verletzlich und nostalgisch zugleich. Bald ist Weihnachten! Nostalgie und Erinnerung an die Kindheit. Und im Winter wollen Terroristen uns töten.

Was ist eigentlich eine Utopie, die Vergangenheit betreffend? Ist unser Wunsch nach einem Weihnachten »wie früher« – das doch nie war, was ein anderer Teil unseres Gehirns auch weiß bzw. wissen muss – unser eigener kleiner Paradies-Mythos?

O du tödliche

Weihnachten ist eine Zeit der Freude – und Freude mit christlichem Hintergrund mögen weder Linke noch Terroristen.

In Leverkusen wurde ein Anschlag gerade noch verhindert. Wer sind die Verdächtigen? Wo kommen sie her?

Ich vermute schwedische Atheisten. Oder polnische Katholiken.

Ach, nein. Wir lesen: »Die beiden islamistischen Jugendlichen hatten laut Generalstaatsanwaltschaft vor, Besucher eines Weihnachtsmarktes in Leverkusen zu töten. Nach der Tat wollten sie aus Deutschland ausreisen und sich dem ›Islamischen Staat‹ anschließen.« (rp-online.de, 1.12.2023)

Einer ist ein »Deutsch-Syrer«, der andere hat wohl »russischen« Hintergrund, wobei das vieles und Verschiedenes bedeuten kann. Sehr einig waren sie sich aber in ihren Zielen.

Wissen Sie noch, als die Politik zynisch log, es sei rechte Panikmache, dass unter den jungen Männern Terroristen sein könnten?

Regelmäßig gilt: Es sind die Lügen der Beschwichtiger, nicht die Warnungen der »Panikmacher«, die wirklich unser Leben gefährden.

Doch die Lügner von damals sitzen nicht im Knast, ganz im Gegenteil. Die wirklich großen Lügner kassieren weiter wirklich großes Geld, die sind fürs Leben versorgt – und ihre (»indirekten«, klar …) Opfer sind fürs Leben tot.

Als die Polizei die Verfolgung aufnahm

Die Weihnachtsmärkte in größeren deutschen Städten werden aus gutem Grund zu Sicherheitszonen.

Stille Nacht, heilige Nacht, wenn wir nicht aufpassen, werden wir totgemacht.

In Paris aber, in der Nähe des Eiffelturms, hatte ein Islamist mehr »Erfolg«.

25 Jahre alt ist er, der »junge Mann«. Er bekannte sich zum Islamischen Staat und zur Hamas. Er ermordete einen deutsch-philippinischen Mann und verletzte zwei weitere Menschen.

In ausländischen Medien lesen wir die knallharten und doch auf schmerzhafte Art banalen Details des »neuen Europa«: »As police gave chase, he shouted ›Allahu Akbar‹ at officers, telling them he was wearing a belt of explosives. As he ran, pursued by police, he struck two more people in the head with a hammer – a 66-year-old British man and a 60-year-old French national.« (theguardian.com, 2.12.2023)

Auf Deutsch etwa: »Als die Polizei die Verfolgung aufnahm, rief er den Beamten ›Allahu Akbar‹ zu und sagte ihnen, er trage einen Sprengstoffgürtel. Als er von der Polizei verfolgt wurde, schlug er zwei weiteren Personen mit einem Hammer auf den Kopf – einem 66-jährigen Briten und einem 60-jährigen Franzosen.«

Für die Lage in Nahost

Der deutsche Staatsfunk erwähnt in einem Artikel zur Tat weder »Allahu Akbar« noch »Islamischer Staat«, in einem anderen Artikel erwähnt er es zwar, liefert aber die Rechtfertigungen des Mörders.

Wir lesen Zeilen wie: »In einem Bekennervideo machte er Frankreich für die Lage in Nahost mitverantwortlich.« (tagesschau.de, 3.12.2023) Und: »Er habe angegeben, es nicht ertragen zu können, dass Muslime in der Welt getötet würden.« (tagesschau.de, 3.12.2023)

Die Propaganda-Technik, die der Staatsfunk hier anwendet, heißt übrigens »Framing«, siehe auch »ARD-Framing-Manual«.

Was bedeutet aber dieses »Allahu Akbar«, das der Mörder gerufen haben soll?

Ich informiere mich bei Sawsan Chebli, einer anerkannten Expertin für Integration und Beleidigtsein:

›Allahu Akbar‹ wird für viele Gefühlsregungen verwandt. Wie oft hab ich als Kind meine Mom rufen hören: ›Allahu Akbar bist du stur‹. Beim Spaziergang entlang der Corniche rufen Männer fröhlich Frauen zu: »Allahu Akbar, bist du schön«. (@SawsanChebli, 17.4.2019/archiviert)

Mir erschließt sich jetzt nicht unmittelbar, warum der Täter, bevor er mordete, seinem Opfer vermitteln wollte, dass dieses besonders stur oder besonders schön sei, aber ich bin auch kein Integrationsbeauftragter.

Ich dachte ja, das heißt »Gott ist größer«. (Gemeint ist wohl: Mein Gott ist größer, nicht deiner – und wehe, du siehst das anders, und wehe, wenn du dich nicht unterwirfst und dich zugleich in der Minderheit wiederfinden solltest.)

In Kauf genommen

Ach ja, ein Nachtrag noch. Kanzler Erinnerungslücke kommentiert: »Ich bin bestürzt über die terroristische Attacke in Paris, bei der ein Deutscher getötet und mehrere Menschen verletzt wurden. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, Familien und Freunden der Opfer. Wieder wird klar, warum wir uns Hass und Terror entschlossen entgegen stellen [sic!].« (@Bundeskanzler, 3.12.2023)

Er ist bestürzt? Immerhin hat der Twitter-Praktikant nicht »überrascht« geschrieben. Frankreich ist ein tolerantes Land.

Terror, Gewalt und Auseinanderbrechen der Gesellschaft sind der Preis der Toleranz.

»Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, Familien und Freunden der Opfer.«

Nein, wirklich?

Nennen Sie mal ein einziges der Opfer, Herr Erinnerungslücke!

Daran kann er sich wahrscheinlich wirklich nicht erinnern – und das liegt diesmal vermutlich nicht an »Erinnerungslücken«. Was man nie wusste, was einen nie kümmerte, das immerhin kann man auch nie vergessen.

Und dann: »Hass und Terror« – was für eine perfide, schmutzige Propaganda-Formulierung.

»Hass« ist bekanntlich Propaganda-Code für abweichende Meinung. Unterschwellig setzt Herr Erinnerungslücke hier abweichende Meinung mit Terror gleich.

Und man wolle sich beidem entgegenstellen?

Indem man diese Leute mit Millionen und Milliarden Euro an Steuergeld ins Land lockt – und es dann illegal macht, sich vorm also herbeigeführten Tod zu fürchten?

Wirklich wichtig

Oh ja, wir müssen uns entgegenstellen. Wir müssen uns dem deutschen Versuch, sich als Land, Volk und Gesellschaft umzubringen – immerhin dieses Mal ohne zuvor der Welt den Krieg zu erklären – diesem Versuch müssen wir uns entgegenstellen.

Wie tun wir das?

Indem wir schüchtern Weihnachten feiern? Oder es sogar wagen, uns »weihnachtlich« zu fühlen?

Nun, jedes Weihnachtslied könnte vorzeitig abgebrochen werden, wenn es einem bombenbewehrten Islamisten nicht gefällt. (Weshalb man vermutlich in Karlstadt zur »Sicherheit« den »Wintermarkt« vom Imam eröffnen lässt; siehe apollo-news.net, 1.12.2023).

Eines weiß ich: Es beginnt damit, zu wissen und benennen zu können, was einem wirklich wichtig ist.

Deine Familie?

– Gut.

Deine geistige Gesundheit?

– Sehr gut.

Dein Volk?

– Danke!

Die Wahrheit und der Mut, die Wahrheit auch dann zu sagen, wenn sie nicht »nur« deine Mitmenschen ärgert, sondern auch dich reichlich nervös werden lässt?

– Lebensnotwendig.

Weiterschreiben, Wegner!

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