Dushan-Wegner

16.06.2023

Wir kappen unsere Wurzeln

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten, Bild: »Wie tief reichen die Wurzeln?«
Wir kappen unsere christlichen Wurzeln, ohne neue Wurzeln parat zu haben. Und so werden wir nicht nur »ungläubig« statt »gläubig« – wir werden wurzellos.
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Lassen Sie es mich gleich sagen: Ich glaube, dass dieses Leben das einzige Leben ist. Irgendwann müssen wir loslassen.

Manche mit 80 oder 90 Jahren, andere, wenn sie krank werden, leider viel früher. Und wenn ein Kind der Mutter gerade nicht in die Lebensplanung passt, ist für manche Mitmenschlein das Leben schon im Mutterbauch vorbei. Und danach ist nichts, außer der Tatsache, dass wir da waren.

Doch dass wir unser Leben irgendwann loslassen müssen, das entwertet dieses eine Leben nicht, im Gegenteil! Es macht dieses Leben unendlich wertvoll, auch und gerade ohne »Leben danach«. Jeden Tag, jede Minute!

Evolution genügt

Manche sagen, es bräuchte Religion, um dem Menschen etwas Moral zu geben. Wir wissen aber auch, dass Religion und Ideologie nicht selten bewirken, dass Menschen mit reinstem Gewissen die bösesten Dinge tun.

Nein, es braucht keinen Gott, um den Menschen eine Ethik zu geben. Evolution genügt: Wir empfinden als gut, was relevante Strukturen stärkt, und als böse, was sie schwächt.

Und doch, bei all dem halte ich es für eine Fakten-Aussage, und ich halte es für einen wahren Satz, dass Sie und ich auf christlichem Fundament stehen.

Göttliche Balance

Nehmen wir etwa Artikel 1 des Grundgesetzes, von der unantastbaren Würde des Menschen.

Es ist inspiriert von 1. Mose 1:26–27: Der Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen. Von Matthäus 10:29-31: Der Mensch ist so wichtig, dass Gott jedes seiner Haare gezählt hat. Und auch von Matthäus 25:40: Was wir dem Geringsten unserer Mitmenschen antun, das tun wir Gott selbst an (siehe auch Essay vom 22.10.2019).

Die moralische Pflicht, Steuern zu zahlen, ist in der Bibel verankert (Matthäus 22:21). Ebenso die moralische Pflicht zur Arbeit: Sechs Tage sollst du arbeiten … (2. Mose 20:9), wie auch die Work-Life-Balance: … und am siebten Tag sollst du ruhen (2. Mose 20:10).

Letztens stieß ich sogar im Alten Testament auf einen Vers, der unsere Sicherheitsvorschriften im Baurecht vorwegnimmt: »Wenn du ein neues Haus baust, so mache ein Geländer ringsum auf deinem Dache, damit du nicht Blutschuld auf dein Haus lädst, wenn jemand herabfällt.« (5. Mose 22:8)

Und es waren übrigens christliche Länder, welche die Abschaffung der Sklaverei vorantrieben (siehe Wikipedia) – in anderen Regionen der Welt gibt es Sklaverei bis heute (siehe Wikipedia).

Göttliche Ordnung

Doch wir verlieren unsere christlichen Werte wieder. Und gerade da, wo man angeblich über Gott und die Bibel redet, wie auf dem »Kirchentag 2023«, werden alte christliche Werte extra kreischend verhöhnt.

Christen werden derweil weltweit verfolgt und bedrängt. Und in Deutschland ist es für christliche Schüler in immer mehr Schulen schlichtweg gefährlich (siehe aktuell etwa bild.de, 15.6.2023).

Ein angeblich auf christlichen Werten fußender Propagandastaat bedrängt heute Christen, die ihren Glauben ernst nehmen.

Wer »du sollst nicht töten« konsequent hochhält, gilt als »Friedensschwurbler«.

Die Bibel sagt, dass Gott den Menschen als Mann und Frau schuf (1. Mose 1:27) und dass sie fruchtbar sein sollen. Die Dualität ist eine göttliche Ordnung, und deshalb gilt wohl: »Eine Frau soll nicht Männersachen tragen und ein Mann soll nicht Frauenkleider anziehen; denn wer das tut, der ist dem Herrn, deinem Gott, ein Gräuel.« (5. Mose 22:5)

Wer sich wie der Fußballspieler Felix Nmecha auf seinen Glauben beruft und der Trans-Ideologie widerspricht, könnte dafür von den Institutionen im deutschen Propagandastaat schmerzhaft bestraft werden. Anna Schneider kommentiert es so bissig wie richtig: »Solange er Jesus über Diversität stellt, betet er eben zum falschen Gott« (welt.de, 15.5.2023).

Das ist die neue deutsche Religionsfreiheit: Du darfst glauben, was du willst, solange es den Vorgaben von BlackRock und WEF folgt – nur für konservative Muslime wird eine Ausnahme gemacht. Deren Glaubensinhalte werden stur ignoriert, denn man braucht arabisches Geld und Öl.

Wir verlieren unser christliches Fundament.

Wir verlieren, was uns zusammenhält.

Also zerbröseln wir.

Biblische Wurzeln

Politiker gebrauchen – oder: missbrauchen – den Namen Jesu in ihren wochentäglichen Sonntagsreden. Zugleich gehen sie wohl richtigerweise davon aus, dass ihr Publikum die Bibel genauso wenig ernst nimmt – oder in den letzten 10 Jahren gelesen hat – wie sie selbst.

Ja, ich glaube, dass dieses Leben das einzige Leben ist und wir irgendwann loslassen müssen. Doch die Wurzeln zu kappen, aus denen wir gewachsen sind, die uns noch immer mit Wasser und Nährstoffen versorgen, wird unserem Leben nicht »mehr Leben« geben – es wird uns schneller verdorren lassen.

Wir geben mit unseren christlichen Wurzeln auch unsere alte Ethik auf, und wir erhalten dafür nur menschenfeindliche Manipulation ohne Seele und ohne Zukunft.

Neue Äste

In unserer Bibel, die wir zu selten lesen, heißt es in Hiob 18:15–16: »In seiner Hütte wird wohnen, was nicht zu ihm gehört; über seine Stätte wird Schwefel gestreut. Unten verdorren seine Wurzeln, und oben verwelken seine Zweige.«

Es liegt an uns selbst, ob wir es sind, über welche da prophezeit wird.

Es liegt an uns selbst, ob wir abschneiden, woraus wir gewachsen sind – oder ob wir festhalten an dem, was uns einst stark machte, und womöglich sogar neue Äste sprießen lassen.

Weiterschreiben, Wegner!

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