Dushan-Wegner

01.01.2024

Alexanderplatz ist Deutschlands Zukunft

von Dushan Wegner, Lesezeit 3 Minuten
Habt ihr die Bilder vom Alexanderplatz zu Silvester 2023 gesehen? Die »jungen Männer«, die Abwesenheit von Frauen? Ja? Gut. Schaut genau hin. Das ist Deutschlands Zukunft.
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Berlin, Alexanderplatz ist Deutschlands Zukunft, und dieser Satz ist wahr und doch falsch, denn »Deutschland« bedeutet in der (bereits begonnenen) Zukunft etwas anderes, als das schöne Wort bis eben noch bedeutete. (Dazu kommt, dass auch »Alexanderplatz« zwar immer denselben geografischen Ort bezeichnet, doch darüber hinaus eben auch mit weiterer und wechselnder Konnotation aufgeladen ist.)

Der Alexanderplatz, den ich heute meine, ist der Alexanderplatz an Silvester 2023.

Der verfluchte deutsche Staatsfunk beschwichtigt die Ereignisse. »Offenbar ruhige Silvesternacht«, heißt es bei der Tagesschau (vergleiche tagesschau.de, 1.1.2024).

Es habe mit 300 Festnahmen weniger als letztes Jahr gegeben, wenn auch »15 verletzte Beamtinnen und Beamten«.

Alles halb so schlimm?

Warum gab es weniger Festnahmen? Vielleicht weil die Polizei damit beschäftigt war, Rettungswagen zu begleiten und Rettungskräfte gegen die Freunde der Toleranz zu verteidigen. Oder weil es eh nichts bringt. Eine Kuschelrichterin – oder ein Kuschelrichter, klar – wird die ja eh alle wieder laufen lassen.

Dank der sozialen Medien verbreiten sich die wirklichen Bilder des Alexanderplatzes unter den Deutschen, derer ja wenig vor Ort sind.

Der Alexanderplatz ist an Silvester 2023 von »jungen Männern« bevölkert, und mit »jungen Männern« meinen wir junge Herren mit teils kräftigem Körperbau und selbstbewusstem Auftreten in Eroberungslaune, die nicht »Frohes neues Jahr« sagen, sondern »Allahu Akbar«.

Ja, »Eroberungslaune« ist das richtige Wort, doch der Alexanderplatz wird nicht mehr erobert, der wurde bereits erobert. Er gehört, in dieser Nacht zumindest, nicht mehr den Berlinern.

Doch das tolerante Berlin ist nicht allein mit diesem Phänomen. Im toleranten New York marschieren die Eroberer zu Silvester mit Palästinenserflaggen und rufen »from the river to the sea« (@AviKaner, 31.12.2023), das moderne arabische Äquivalent zu »Juden ins …«.

Auch der kälteste Zyniker sei an mein Video und meinen Essay vom 15. Dezember erinnert: Die, die so etwas rufen, wollen nicht »nur« die Juden töten – die wollen die Juden »nur« zuerst töten, und dann dich, du Goy, oder wie die sagen, du Kuffar.

Und wenn ihr zwischendurch lachen wollt: In der Karnevalistenhochburg Köln warnte zu Weihnachten der bekennende »Gutmensch« Kardinal Woelki vor »Rääääächts« – während die Polizei den Dom vor Islamisten beschützen musste (siehe @szteffienchen, 1.1.2024). Man seufzt — die Kirche und der Propagandastaat.

Kein Platz für Frauen

Wissen Sie, was man Silvester 2023 am Berliner Alexanderplatz nicht fand? Deutsche (außer man betrachtet deutschlandverachtende junge Herren, denen außer Gratiswohnung und Gratiseinkommen auch ein deutscher Gratispass nachgeworfen wurde, als Deutsche).

Und Frauen.

Man fand auch keine Frauen am Alexanderplatz.

Der Alexanderplatz ist (theoretisch) ein öffentlicher Ort, und zu Silvester ist er Deutschlands Zukunft. In Deutschlands Zukunft ist kein Platz für Frauen an öffentlichen Orten.

Übrigens: Der 1927 erschienene Roman »Berlin Alexanderplatz« von Alfred Döblin erscheint mir in der aktuellen Situation nicht besonders relevant. Er handelt von einem Sträfling, einem Grobian, der sich nach seiner Entlassung zurechtfinden muss in der Gesellschaft der Anständigen, oder zumindest der übrigen Berliner. Die Konfliktlage ist heute … eine andere.

Ich bin verwundert, dass der Alexanderplatz überhaupt noch »Alexanderplatz« heißen darf. Der Alexanderplatz wurde 1805 nach dem russischen Zaren Alexander benannt. Preußen strebte damals eine Allianz mit Russland an, um sich gegen das kriegerische Frankreich abzusichern.

Heute schmiedet man Bündnisse gegen das kriegerische Russland, und zwar mit den stets friedfertigen USA, die niemals nie nicht einen Krieg anzetteln oder Pipelines sprengen oder die Welt abhören oder Menschen foltern oder Regime stürzen oder gar Biolabore betreiben würden. Und diese Allianz des Friedens bringt man dann bis an die Grenzen Russlands.

Ach ja.

»Näheres mündlich«

Habe ich genug gesagt? Zu wenig? Zu viel?

Ich bin versucht, dazu hier doch Döblin zu zitieren, und zwar aus dem Anhang zu »Berlin, Alexanderplatz«, aus einem Referat aus dem Jahr 1932.

Ich will den letzten Satz dieses Referats zitieren, eigentlich keinen Satz, sondern einen Ausruf, einen Verweis, und zwar: »Näheres mündlich!«

Freunde, auch in diesen Zeiten empfiehlt es sich, nicht jede Schlussfolgerung oder gar jede Wahrheit zu verschriftlichen oder zu videographieren.

Für jetzt nur: Der Alexanderplatz ist Deutschlands Zukunft, aber es ist nicht die Zukunft der Deutschen.

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