Dushan-Wegner

16.12.2023

Sind die doof? Oder böse? Oder verstehe ich bloß nicht?

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten
Es gibt diese Leute, wo man sich fragt: »Sind die so doof? Oder böse? Oder begreife ich bloß nicht?« – So ähnlich geht es mir heute mit der Ukraine-Politik … und jetzt soll die Ukraine in die EU aufgenommen werden!
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Ich treffe im Leben auf diese Leute, da frage ich mich: »Ist der wirklich so blöd, oder habe nur ich etwas nicht begriffen?«

Und bezüglich der großen Politik frage ich mich das bald täglich.

Die große politische Frage lautet dieser Tage: »Sind die Politiker wirklich so blöd, oder haben wir nur etwas nicht begriffen … oder werden die Politiker erpresst/gekauft/gezwungen?« (Letzteres wäre im Effekt identisch.)

Ich bin immer wieder ratlos.

Ich bin zum Beispiel etwas ratlos, was die Ukraine-Politik der EU und Deutschlands angeht. Und ich bin extra ratlos, die deutsche Berichterstattung darüber betreffend.

Mit jeder Milliarde, die dorthin gepumpt wird, mit jeder bedingungslosen Zusage stellen sich mir Fragen nach den Lücken in der Logik, nach fehlenden Erklärungen und Zusammenhängen. (Und nach den Fragen, die von Politik und Medien nicht gestellt werden – aber gestellten werden sollten!)

Ukraine ist, ähnlich wie bei der Corona-Panik, eines der Themen, wo sich die Position des deutschen Mainstreams um 180 Grad gedreht zu haben scheint.

Wenn nun aber alles falsch und irrelevant ist, was zuvor gesagt wurde, woher wissen wir, dass das, was heute gesagt wird, die ganze oder zumindest die wichtigste Wahrheit ist?

Als Beispiel: »Dies ist Krieg, mitten in Europa«, mahnte ein Georg Restle noch 2014, und das ukrainische Militär »terrorisiere die Zivilbevölkerung« (Tagesschau, via facebook.com, 29.7.2014).

Warum ist dieser Aspekt der jüngeren Geschichte plötzlich ein Nichtthema?

Nicht die richtige Zeit

Die Ukraine verteidigt heute die Demokratie, so heißt es. Allerdings fürchtet Zelensky, der TV-Clown mit der juckenden Nase, offenbar, dass Wahlen etwas verändern würden – also sind sie in der Ukraine ausgesetzt – jetzt sei nicht die richtige Zeit für Wahlen (radiosvoboda.org, 6.11. 2023).

Die Ukraine ist eines der korruptesten Länder Europas – das Land ist derart korrupt, dass sogar die Bidens dort Geschäfte machen (theguardian.com, 27.2.2022).

Erlauben Sie mir, das Intro meines Essays vom 1. März 2022 zu zitieren, welches selbst wiederum aus Zitaten der Süddeutschen Zeitung besteht:

»Korrupt wie eh und je«, »Selenskij führt das postsowjetische Herrschaftssystem einfach fort«, »akzeptiert Korruption und Rechtlosigkeit im Austausch dafür, dass er und sein Apparat weitgehend die Kontrolle behalten«. (Essay vom 1.3.2022)

Das ist nicht RT, das ist SZ, allerdings im Jahr 2021!

Und was schlussfolgert die EU aus all dem? Was schlussfolgert Deutschland daraus?

Während dem deutschen Steuerzahler schon wieder die Heizkosten erhöht werden, pumpen Deutschland und EU immer weiter Milliarden Euro in die Ukraine – und wohlhabende Ukrainer fahren derweil aktuell zum Skifahren.

(Und die neuen Skier zum Skifahren finanzieren sie sich womöglich vom deutschen Bürgergeld. tagesspiegel.de, 30.11.2023 schreibt: »Zurzeit zahlt die Bundesrepublik Deutschland rund 700.000 Ukrainerinnen und Ukrainern im Land Bürgergeld aus. Das Bundesfinanzministerium geht von bis zu sechs Milliarden Euro Kosten dafür aus.«)

Für eine Kaffeepause

Wenn ein Land korrupt ist, wenn es Wahlen aussetzt und Journalisten ins Gefängnis wirft, dann kann die EU offenbar nicht anders, als dieses Land aufnehmen zu wollen – natürlich wieder beginnend mit einem Trick.

Man will jetzt »Beitrittsverhandlungen« mit der EU aufnehmen (siehe tagesschau.de, 15.12.2023). Das hat man einstimmig beschlossen (nachdem Viktor Orbán wohl zur Gesichtswahrung den Raum für eine »Kaffeepause« verließ).

Nochmal die große politische Frage: »Sind die Politiker wirklich so blöd, oder haben wir nur etwas nicht begriffen … oder werden die Politiker erpresst/gekauft/gezwungen?«

Alles drei gar?

Einige Politiker wirken ja blank blöd – sind aber offensichtlich geschickt darin, politisch nützlich zu sein. Und dann wäre da noch die Erklärung, dass diese Leute tatsächlich »Sachzwängen« unterliegen, weshalb sie auch nur müde grinsen, wenn wir an ihren Anstand und demokratischen Pflichten appellieren. Und es bleibt natürlich als Erklärung, dass Sie und ich halt doch nicht so schlau sind, das alles zu »verstehen«.

Gründlich durch den Kakao

Ich weiß nicht, ob und wie viele der an die Ukraine gezahlten Milliarden wieder als Kickback zurückfließen werden. Irgendwem kommt es ja zugute, und es werden nicht nur die armen Kriegswitwen sein.

Vielleicht werden wir in den nächsten Pandora-Papers davon lesen, also da, wo wir in der letzten Ausgabe von Zelenskys Geld lasen (theguardian.com, 3.20.2021).

Eines von zwei Wundern würde ich mir wünschen: Entweder, dass ich plötzlich einen Sinn in dem allen sehe – oder dass der Skandal auch zum solchen wird, und jemand öffentlich Rechenschaft ablegen muss.

Ich gestehe aber heute vor mir selbst, und vor Ihnen, dass ich das nagende Gefühl spüre, dass wir ausgenommen und gründlich durch den Kakao gezogen werden.

Und ich will lernen, zu ertragen, dass ich sage: Ich weiß es nicht.

Ich weiß es nicht, warum die das tun, doch es stinkt bis hinauf zum blauen Himmel.

Erst langsam, dann plötzlich

Die undurchsichtige Ukraine-Politik ist ja nur eine Szene eines viel größeren Theaterstücks namens »Deutschlands Geld für die Welt«.

Doch früher oder später wird die Bühne dem Ensemble unter Hintern zusammenbrechen. Diese Dinge passieren erst langsam und dann plötzlich.

Vielleicht geschieht ja ein Wunder, und der nächste Akt dieses Stücks reißt alles herum.

Mein Bauchgefühl raunt aber, dass das Theaterpersonal sehr wohl die Risse im System sieht und die Kulissen bereits unter sich aufteilt.

Ich verstehe nicht genau, was die vorhaben, doch ich hege so meine Ahnungen.

Sie, meine Damen und Herren, bestimmt auch. (Und ich bin sicher, dass Sie von weiteren offene Fragen gequält werden. Teilen Sie Ihre Frage doch als Kommentar bei YouTube!)

Wenn man uns aber nach unseren Ahnungen fragt, dann sollten wir uns zur Sicherheit lieber an den Rat von Leonard Cohen halten, den ich auch im Einstieg meines Romans »Warteraum 254« zitiere: »Wenn sie Informationen von dir fordern, genau dann stell dich dumm. Sag ihn, dass du auf das Wunder wartest – das Wunder, das noch kommen wird.«

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