Dushan-Wegner

24.07.2023

Was wird die wichtigste Fähigkeit sein?

von Dushan Wegner, Lesezeit 3 Minuten, Bild: »Wie viele aufgehende Sonnen hätten’s denn gern heute?«
Gefragt, was die wichtigste Fähigkeit für die nächsten Jahre sei, antworten heute erschreckend viele nur mit: »Überleben!« – Uff. Das war nicht immer so!
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Ich habe meine lieben Leser auf Twitter gefragt, was die wichtigste Fähigkeit der nächsten 12 Monate sein wird – und der nächsten 12 Jahre. Ihre Antworten passten gut in das Prinzip »Realismus, aber nicht Resignation«. Ich will hier einige Ihrer Stichpunkte aufgreifen und kommentieren.

»Survival Skills« schreibt einer, »Überleben« mehrere andere. Einer schlägt vor »Krav Maga« zu üben (israelischer Militär-Kampfsport).

Das Thema »blankes Überleben« zieht sich als Faden durch (wenn auch nicht als der einzige Faden).

Ich bin so alt, ich kann mich an Zeiten erinnern, als Menschen noch Bausparverträge abschlossen und solide Ausbildungsberufe für ihre Kinder suchten.

Erinnern Sie sich noch an die Werbung »Mein Haus, mein Auto, mein Boot«? (siehe YouTube)

»Normale« Menschen konnten miteinander in Wettbewerb treten, wieviel Luxus sie im Leben erzielt hatten – damals, 1995, noch mit Papierfotos ihres Wohlstands, nicht auf dem Handy.

Heute wäre eine solche Werbung unvorstellbar, weil unrealistisch. Reichtum gilt für den Normalsterblichen als unerreichbar. Der Einzelne muss schauen, wie er überlebt, mehr soll er auch gar nicht wollen. In Deutschland ist Reichtum nur etwas für Politiker, Staatsfunker und Panik-Profiteure. Und natürlich für die, die es heute bereits geschafft haben.

Konkret oder humorvoll

Die aber, die es »geschafft« haben (oder »es« kurzfristig zu »schaffen« hoffen), bereiten sich seit einiger Zeit auf das vor, was kommen könnte.

»Fremdsprachenkenntnisse für das Auswandern«, schlägt ein Leser vor. Ein anderer rät: »Alles vorbereiten, um Deutschland zu verlassen (Osteuropa oder Schweiz)«.

Doch es finden sich auch einige eher humoristische Vorschläge!

»Weinflaschen entkorken« fordert einer. »Saufen, unglaublich viel saufen«, empfiehlt ein anderer und erklärt: »Anders lässt sich der galoppierende Wahnsinn nicht mehr aushalten«.

»Alles nicht so ernst nehmen«, sagt einer, und ich beziehe das gleich auf den nächsten Vorschlag: »Kalashnikow zerlegen & zusammensetzen«.

Ja, es ist sarkastisch gemeint, denn wir wissen, dass im Humor auch immer etwas Ernst enthalten ist.

Denn: Es wird gefährlich werden für den, der nicht vorbereitet ist. Für manchen ist es schon gefährlich.

Die kleinen Vorschläge

Bei all der pointierten Zuspitzung der teils ernst gemeinten, teils humorvollen Stichworte könnten einige leisere Ideen fast untergehen – doch sie sind wichtig!

»Urteilsfähigkeit« lautet eine Empfehlung, »Kommunikation außerhalb der Zensur« eine andere. Eine Leserin rät: »Fake News erkennen und ruhig bleiben, da uns gegebenenfalls viel mit Künstlicher Intelligenz vorgetäuscht werden wird«.

Zu den häufigsten Antworten gehörten »Überleben«, »Kampfkunst« und »Survival«, doch zur Überlebenskunst gehören heute nicht nur (aber womöglich auch!) »Holzhacken«, »Gärtnern« und die Verteidigung gegen angreifende Säugetiere.

»Überleben« erfordert heute auch Denk-Leistungen des Einzelnen, welche man bislang den Philosophen und Medienwissenschaften überließ.

So wie einer mit Allergien die Zutatenliste auf dem Nahrungsmittel prüft, so muss auch ein Propaganda-Allergiker die Nachrichten des Tages auf Wahrheit, Lüge, Propaganda und (ganz wichtig!) auf das Ungesagte hin prüfen.

Der Plan

»Glaube an Gott und seinen Plan«, so schlägt ein Leser als wichtigste Fähigkeit für die nächsten 12 Monate und 12 Jahre vor.

Nun, an welchen Gott man auch immer glaubt – und mit welcher Basistheorie: Alle Glaubensrichtungen sind sich darin einig, dass der Glaube nur mit den richtigen Handlungen vollständig ist. Und dazu zählt die Vorbereitung!

Machen wir uns nichts vor: So wie die Menschen einst auf Noah mit Unverständnis und Ablehnung reagierten, weil er sich auf die kommende Sintflut vorbereitete, und dann wahrscheinlich wütend waren, als er vorbereitet war und sie nicht, so sind sie es heute auf dich!

Einmal sind sie wütend, wenn und weil du dich vorbereitest (weil dein Handeln hinterfragt, was sie für vernünftig und sicher halten). Und dann sind sie wütend, wenn du im entscheidenden Moment vorbereitet bist (weil du sie wie faule Trottel aussehen lässt).

In Matthäus 10:16 sagt Jesus: »Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.«

Seid ehrlich – vor allem zu euch selbst! Seid auch klug, seid vorsichtig. Und bedenkt, dass nach den 12 Monaten und 12 Jahren nur eine Frage zählen wird: Bist du deiner Verantwortung für deine relevanten Strukturen gerecht geworden?

Weiterschreiben, Wegner!

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