30.07.2022

Corona, Panik, Rausch

von Dushan Wegner, Lesezeit 3 Minuten
Im Rausch der Corona-Panik sagten einige Bürger schreckliche Dinge. Wenn man sie zitiert, werden einige davon rasend wütend. Und sie schlagen zurück. Querdenker seien »Terroristen«, so hetzen sie – und wir wissen ja, was man mit Terroristen macht.
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Ein Mensch im Rausch sagt schon mal Dinge, die er später bereut. Das gilt auch für den Corona-Panik-Rausch.

Im Rausch, da fallen die Hemmungen. Der berauschte Mensch verstellt sich nicht mehr – dafür legt er offen, was Erziehung und gute Sitten sonst bedeckt halten.

Die Coronapanik war ein Rausch. Einige sind noch immer berauscht. Einige leiden am Entzug. Und einige wirken eher verkatert.

Im Rausch der Coronapanik aber sagten einige Leute sehr schreckliche, geradezu faschistisch klingende Sätze.

Es waren zumeist Leute, die sich für »die Guten« halten.

In den letzten Monaten machten sich nun gewissenhafte Zeitgenossen dran, die schrecklichen Sätze zu sammeln, die im Rausch der Corona-Panik so gesagt wurden.

Webseiten wie »ich-habe-mitgemacht.de« dokumentieren, was »die Guten« unter den Teppich kehren wollen.

Im Essay vom 7. April 2022 dokumentierte ich selbst einige krasse Beispiele der Ausgrenzung. Es ist üble, aggressive Diffamierung von Menschen, die auf der Selbstbestimmung über ihren Körper beharren.

Ein Beispiel von ekelhaft vielen: Eine deutsche Staatsfunkerin verglich Andersdenkende mit dem »Blinddarm«, der ja angeblich nicht essenziell sei. Die Implikation: Der Blinddarm kann herausgeschnitten und als medizinischer Abfall entsorgt werden – ähnlich soll es wohl Ungeimpften ergehen (siehe @sarahbosetti, 3.12.2021/ archiviert).

Es sind ekelhaft viele Beispiele, in welchen die sogenannten »Guten« die Abweichler entmenschlichen und herabwürdigen.

Dieser Tage listete ein Internetnutzer mit dem Twitter-Namen »Mic de Vries« eine neue Auswahl dieser gruseligen Zitate. Er stellte sie online, unter dem Hashtag »#Wirhabenmitgemacht« (@micLIBERAL, 26.7.2022).

Einige der Zitierten sind aber wütend darüber, dass ihnen ihre eigenen Hasszitate neu aufgetischt werden. Rasend wütend sind sie.

Es sei »Hetze« und »faschistisch« sowieso, öffentliche Original-Zitate einfach so zu wiederholen.

Ein ehemaliger Bundespräsident beleidigt etwa die Ungeimpften als »Bekloppte«. Ein ehemaliger Rockstar schwafelt von »hirntoten Risikopiloten«. Immer wieder wird gefordert, die Ungeimpften auszuschließen und auszugrenzen, ja, ihnen im Notfall medizinische Versorgung zu verwehren.

Wenn aber ein Panik-Berauschter aus seinem Rausch erwacht, sollte er sich manchmal durchaus für die Sachen schämen, die er im Rausch so von sich gab.

Doch viele Hasstäter des Corona-Panik-Rausches kennen keine Scham – sie praktizieren dafür die bekannte Täter-Opfer-Umkehr: Wirf dem, der dich anklagt, eben das vor, was du selbst getan hast.

Frei nach Tucholsky: Nicht der, der im Rausch gefährliche Dinge sagt, gilt in Deutschland als gefährlich, sondern derjenige, der es zur Mahnung zitiert.

Die Zitierten werfen dem Zitierenden vor, allein durchs Zitieren der im Corona-Rausch getätigten Auswürfe einen »Online-Pranger« zu erstellen.

Laut Duden wird man wegen einer als »verachtungswürdig empfundenen Tat« an den Pranger gestellt. – Ist der Pranger-Vorwurf also ein Schuldeingeständnis der Zitierten?

Ich frage mich: Lernen die Berauschten denn etwas daraus, dass man ihnen vorhält, was sie sagten?

Wir ahnen die Antwort: Nichts lernen sie, genau nichts – sie drehen vielmehr auf.

Aggressiver.

Kreischender.

Bösartiger.

Derzeit hetzt man gegen Andersdenkende unter dem denkbar radikalen Hashtag »#QuerdenkersindTerroristen«.

Wer die einzig erlaubte Wahrheit anzweifelt, so impliziert der Hashtag, der gehört eingesperrt – oder was man sonst so mit Terroristen tut.

Ich befürchte, einige der Corona-Berauschten sind längst zu Panik-Süchtigen geworden. Die brauchen ihren Panik-Rausch, die brauchen die Ausgrenzung Andersdenkender, so wie der Junkie den nächsten Schuss braucht.

Werden wir eigentlich diesen hasstrunkenen Mitläufern irgendwann vergeben können?

Das würde natürlich voraussetzen, dass »es« irgendwann vorbei ist – derzeit wird ja vom »ewigen Ausnahmezustand« fantasiert.

Aber gut, nehmen wir an, dass »es« am Tag X wirklich »vorbei« ist. – Ich frage Sie: Würden Sie einem betrunkenen Autofahrer vergeben, der so berauscht war, dass er im Rausch absichtlich draufhielt?

Ich überlasse es Ihnen, ob Sie vergeben wollen, was in den letzten Monaten und Jahren passierte.

Aber vergessen sollten wir auf keinen Fall. Es werden ja die nächsten Paniken bereits angekündigt.

Was war, wird wieder sein.

Die, die sich gestern an der Panik berauschten, werden sich morgen an einer neuen Panik berauschen.

Die Berauschten werden sich neu erhitzen und gegen Abweichler und Andersdenkende hetzen.

Lasst uns einen kühlen und klaren Kopf bewahren. – Und, vor allem, lasst uns Mensch zu bleiben.

Danke, Wegner!

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