16.04.2021

Infektionszahlen, Tests und Macht

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Foto von Sergey Krasnikov
Merkel braucht hohe Infektionszahlen, um ihren Corona-Machtrausch zu rechtfertigen. Warum bloß ignoriert das Merkelsystem die Bedenken bezüglich der PCR-Tests? Warum bloß?
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Vom ersten Tag des Corona-Wahnsinns an galt die bewährte Regel, die sich auch bei Schuldenunion und anderen großpolitischen Maßnahmen bewährte: Die Verschwörungstheorie von gestern ist die banale Nachricht von heute. – Die Relevanz des Virus selbst galt ja zunächst als »rechte Verschwörungstheorie«, und später wurde jeder Zweifel an den PCR-Tests mit den über abweichende Meinung und störende Kritik üblichen Propaganda-Vokabeln belegt.

(Notiz am Rande: Wir treffen heute auf ein charmantes Schibboleth, ein verräterisches Wörtlein, mit dem sich selbst kennzeichnet und entlarvt, wer Funktionär oder williges Rädchen im Propagandastaat Deutschland ist. Propagandisten wollen das bewährte Wort »Verschwörungstheorie« durch »Verschwörungserzählung« oder »Verschwörungsmythen« ersetzen, um im Geiste das angeblich zu positiv besetzte Teilwort »Theorie« herauszunehmen. Achten Sie mal darauf, wer einer solchen Gleichschaltung der Begriffe folgt!)

Nun also, als wäre es die lapidarste Sache der Welt, lesen wir sogar bei einer Mainstream-Konzern-Zeitung, dass es Zweifel an den PCR-Tests gibt:

Ein positiver PCR-Test ist weder gleichbedeutend mit einer Corona-Erkrankung noch mit Infektiösität. (welt.de, 15.3.2021)

Entscheidender als der PCR-Test, so aktuelle Berichte auch im Mainstream, ist womöglich der »Ct-Wert« – je höher dieser ist, umso niedriger ist die Virenlast. Ein positiver PCR-Test bedeutet ja zunächst »nur«, ob irgendwelche Virenreste gefunden wurden, besagt aber nicht, wie viele es waren, ob der Patient erkrankt oder ob er ansteckend ist. Nicht wenige Bürger rufen wieder sarkastisch: »Nein! Doch! Oh!«

Länder wie Spanien beziehen inzwischen den Ct-Wert in ihre Entscheidungsfindung ein. In Deutschland wird der Wert von der Politik ignoriert, ganz nach dem Motto: Der Zweck des Lockdowns ist der Lockdown! Merkel braucht die hohen Infektionszahlen, um ihre Machtfülle an den demokratischen Instanzen vorbei auszubauen.

Ich schreibe diesen Text am Morgen des 16. April 2021. Merkel wird wohl ihre Entmachtung der Bundesländer und des Parlaments durchs letztere »peitschen« (bild.de, 16.4.2021). Es wird alles wohl noch von Gerichten geprüft werden. Manche »Verschwörungstheoretiker« munkeln, dass einige der selbst für die DDR-Funktionärin Merkel überzogenen Machtphantasien von anderen Dingen ablenken sollen – die dystopischen Ausgangssperren könnten ohnehin dafür gedacht sein, geopfert zu werden, doch zuvor nützlicherweise von anderen Ungeheuerlichkeiten wie der Kaltstellung der Gerichte abzulenken.

Ich aber stelle mir, wie gewohnt, immer auch einige grundlegende Fragen, etwa: Was soll ich als Einzelner tun?, aber auch: Was haben wir gelernt? Wie sind wir schlauer geworden?

Den Bürger zum Gehorsam

Die erste Lektion der Corona-Krise ist schlicht die erneute Bestätigung, dass Zentralismus nicht funktioniert, zumindest nicht wenn man nicht bereit ist, aus dem Land eine Diktatur zu machen.

Auch in Krisenzeiten müssen Entscheidungen für Menschengruppen getroffen werden, und diese Entscheidungen fußen in der Krise durchgehend auf unvollständiger und wechselnder Informationslage.

Es gibt prinzipiell zwei Gründe, warum ein Bürger den Entscheidungen übergeordneter Institutionen gehorcht: Entweder er wird mit Androhung von Gewalt gezwungen – oder er vertraut sich der Macht an.

In Diktaturen ist es theoretisch egal, ob der Bürger der Macht vertraut, denn man kann ihn zwingen – doch auch das ist nur theoretisch – in der Praxis müsste man hinter jeden Bürger einen Polizisten stellen, und hinter jeden Polizisten wieder einen, und so weiter; es wird also auch in der Diktatur gewisse weiche Werte geben müssen, die den Bürger zum Gehorsam motivieren.

In Ländern, die keine Diktatur sind – oder (noch) nicht so genannt werden wollen – muss der Bürger immer bis zu einem gewissen Grad »mitspielen wollen« (was das Zusammenleben mit Kulturen, welche den Westen offen verachten, aber von seinem Wohlstand profitieren wollen, schlicht unmöglich macht).

Der Zentralismus, wie ihn Sozialisten, EU-Bürokraten et cetera anstreben, geht auf gleich mehreren Ebenen gegen die menschliche Natur, und eine dieser Ebenen lautet: Der Mensch muss wissen und erfahren, wem er vertraut.

Die Bürger werden den EU-Bürokraten nie vertrauen – und das selbst dann nicht, wenn diese sich nicht zuverlässig wie ein in Luxus badendes, in der Sache inkompetentes und zugleich geradezu manisch machtbesessenes Pack mit fragwürdigem Chefpersonal und noch fragwürdigerer Moral geben würden.

Das System Merkel und die EU-Bürokratie haben sich in der Krise beide als das erwiesen, was sie sind – doch selbst dann, wenn sie es nicht getan hätten, fiele es schwer, bei unklarer und wechselnder Informationslage einem fernen, anonymen Apparat sein Leben und sein Schicksal anzuvertrauen.

Doch du selbst

Das Deutschland der Merkels und Staatsfunker und Zensur und Propaganda-NGOs, der Lügen, der Zweckwahrheiten und der kleinen Machträusche, es wird nicht andauern – es kann nicht andauern.

Der Bürger braucht Motivation, ein Warum – der Bürger braucht einen guten Grund, warum er seine Kraft , seine Lebenszeit und seine Hoffnung in ein Land investieren soll (siehe auch Essay vom 18.3.2021: »Die Warumkrise«).

An diesem Punkt unserer Geschichte sehe ich mehr als einen möglichen Pfad nach vorn. Auf einigen der möglichen Pfade werden wir glücklich werden, auf anderen nicht.

Für die einen ist die Hoffnung eine Illusion, der man sich hingibt, während man hilflos die Hände ringt; für die anderen, und zu denen will ich mich zählen, wächst Hoffnung aus dem eigenen Tun und Handeln. Ich will handeln, als ob meine Handlungen erfolgreich sein könnten.

Wenn es noch einen gangbaren Weg nach vorne gibt, ein gutes Szenario, dann eines, in welchem wir den Menschen, die über uns Macht ausüben, auch vertrauen können.

Dem einzelnen Bürger sei weiter geraten, mit all seiner Kraft selbst die Verantwortung für sein Schicksal zu übernehmen.

Ob du an einen anderen Ort ziehst oder in deiner Heimat bleibst, stelle sicher, dass du denen, die dein Leben in ihren Händen haben, eben dieses Leben anvertrauen kannst – wenn du es ihnen nicht anvertrauen kannst oder willst, dann überlege dir gut, wie du deren Hände aus deinem Leben heraushältst.

Dass die-da-oben sich jemals für ihre Taten verantworten werden müssen, das scheint mir mehr als ungewiss, doch du selbst, du wirst ein Leben lang vor deinem Gewissen für deine Handlungen verantwortlich bleiben – also handle klug, und handle mutig!

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