Dushan-Wegner

25.08.2023

Trump: »Niemals aufgeben«

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten, Bild: Trump Mugshot, eigene Bearbeitung
Trump ist mit Paukenschlag (Verhaftungsfoto!) wieder auf Twitter. Doch das gehört jetzt Musk und heißt »X«. Und just jetzt wird Musks »SpaceX« verklagt, weil man angeblich Ausländer bei der Einstellung diskriminiert habe. Die USA bleiben … spannend.
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Trump ist wieder auf Twitter (welches, ganz im Geist der Zeit, seine Identität derzeit von »Twitter« zu »X« wechselt).

Auf seinem alten Account @realDonaldTrump hat sich der unter dubiosen Umständen »abgewählte« US-Präsident aufs Neue zu Wort gemeldet. Und – wie könnte es bei Trump anders sein? – mit einem Paukenschlag, den es so noch nicht in der Geschichte der USA gab.

Der Account @realDonaldTrump postete am 25. August 2023 das für die USA typische Verhaftungsfoto Donald Trumps vom Vortag.

Darunter steht: »Election Interference«, dann »Never Surrender!« und die Internet-Adresse der Trump-Website.

»Election Interference« bedeutet, dass Trump den Behörden vorwirft, US-Wahlen aktiv zu manipulieren — etwa indem sie den aussichtsreichen Kandidaten gegen den senilen Joe Biden mit hanebüchenen Klagen überziehen.

Man versucht noch immer, die Proteste am US-Kapitol vom 6.1.2021 zum Umsturzversuch zu erklären — und Trump, der explizit zu friedlichen Protesten ermahnt hatte (siehe @realDonaldTrump, 6.1.2021), den »versuchten Umsturz« anzukreiden.

»Never Surrender!« ließe sich übersetzen als »Niemals aufgeben!« oder »Niemals sich unterwerfen!«

nypost.com, 24.8.2023 weist darauf hin, dass dieses Foto entstand, nachdem Trump sich ausdrücklich in Georgia »ergeben«  hat, sprich: einer Vorladung folgte und formal festgenommen wurde. Damit wurde er der erste Präsident der US-Geschichte, von dem ein Verhaftungsfoto aufgenommen wurde. (Diese Fotos heißen auf English »mug shots«, was wörtlich etwa »Fratzen-Knipser« bedeutet; siehe Wikipedia.)

Trump aber bleibt sowohl ein Marketing-Profi als auch ein Kapitalist, und also verkauft sein Team jetzt Shirts und Tassen mit dem Verhaftungsfoto (nypost.com, 24.8.2023).

Es wäre verständlich

Der letzte Tweet unmittelbar vor dem Neuesten stammt vom 8.1.2021. Er lautet übersetzt: »An alle, die fragten, ich werde nicht zur Inauguration am 20. Januar gehen.«

Trump wird bis heute verfolgt, weil er sich weigert, den Kakao, durch den er gezogen wird, auch noch zu trinken.

Bald darauf wurde Trumps Twitter-Account gesperrt. (Die Twitter-Files legen nahe, dass Twitter damals massiv vom FBI und anderen politiknahen Akteuren beeinflusst wurde; siehe Essay vom 3.12.2022.)

Nein, ich glaube bis heute nicht, dass die US-Wahl 2020 im vollen Sinne »demokratisch« zu nennen ist. Selbst wenn alle anderen Vermutungen haltlos wären, so bliebe doch die Tatsache, dass Hunderte Millionen Dollar etwa für »voter outreach« ausgegeben wurden. Das klingt gut, bedeutet aber konkret: Man sammelte kistenweise Stimmen von Leuten ein, die teils kaum in der Lage sind, selbstständig die Hose anzuziehen. Was meinen Sie wohl, wen die Junkies in Democrats-regierten US-Städten so »wählen«?

Es wäre verständlich, wenn Leute wie Mark Zuckerberg sauer wären, dass Trump das offizielle Wahlergebnis bestreitet. Kein Mensch mag es, wenn man ihm wegnimmt, was er für viel Geld gekauft hat (nypost.com, 13.10.2021).

Ein Startschuss

Nachdem Elon Musk das eng mit dem FBI und dem »US-Sumpf« verbandelte Twitter gekauft hatte, entsperrte er Trumps Account wieder (cnn.com, 20.11.2022). Trump aber hatte bis vor Kurzem nur auf seinem privaten Dienst »Truth Social« gepostet (was seine Anhänger dann regelmäßig auf Twitter weitergaben).

Während Trump den Vordebatten der Republikaner fernbleibt, kann man seinen ersten »Tweet« seit 2021 als seinen sehr speziellen und doch hundertprozentig trumpschen Startschuss für seinen Wahlkampf für 2023 deuten. (Was nicht bedeutet, dass es nicht »Startschüsse« davor gab und weitere danach geben wird — wir reden hier von Trump.)

So ein Zufall!

Was aber sagt die Biden-Bande mit dem durchtriebenen Sohn Hunter und dem senilen Grabscher Joe zu Trumps »Aufschlag«?

Was sagt überhaupt »Washington« dazu, dass Trump wieder »twittert«? (Oder: »x-t«?)

Nun, wir wissen es nicht offiziell. Aber einen interessanten Zufall sehen wir doch. Das US-Justizministerium verklagt genau jetzt Elon Musks Firma »SpaceX« (cnbc.com, 24.8.2023).

Der Vorwurf, der sich aus einem seit 2020 laufenden Verfahren ergibt: Die Firma SpaceX — welche bekanntlich erfolgreich Raketen baut und betreibt, auch für die NASA – sei von 2018 bis 2022 »diskriminierend« gewesen gegenüber Flüchtlingen und Ausländern. Für Elon Musk ist es schlicht ein weiteres Beispiel für den Einsatz des Justizministeriums als Waffe gegen politische Gegner (»weaponization«; zerohedge.com, 25.8.2023).

Wir wissen nicht, ob sich chinesische Geschäftspartner von Hunter Biden beschwerten, dass es zu schwer ist, bei Elon Musks Weltraumfirmen reinzukommen. Wir wissen auch nicht, ob jemand im Sumpf extra sauer ist, dass Trump wieder auf Twitter ist.

Ach, natürlich wird es wohl nur Zufall sein, dass es zeitlich zusammenfällt. Nur weil die Straßenbahn just dann um die Ecke biegt, wenn die Turmuhr zu Mittag schlägt, heißt das nicht, dass das eine das andere verursacht. (Doch wenn solche Ereignisse wiederholt gemeinsam auftreten, sollte man durchaus fragen, ob sie nicht vielleicht eine gemeinsame Ursache haben, etwa die Uhrzeit.)

Wirklich sicher wissen wir nur, dass die USA weiter für spannende Unterhaltung sorgen werden.

Und wir fragen uns natürlich – das gehört heute fest zur Medienkompetenz! –,  von welchen anderen Ereignissen dieses neue Schauspiel uns wohl wieder ablenkt.

Weiterschreiben, Wegner!

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