Dushan-Wegner

31.01.2024

Ursache und Wirkung? Nein danke!

von Dushan Wegner, Lesezeit 6 Minuten
In Deutschland herrscht die sehr spezielle Überzeugung, dass speziell für dieses eine Land das Prinzip von Ursache und Wirkung aufgehoben ist. Bei Energie, bei Migration, bei Wirtschaft … bei allem. Jedoch: Am Ende gewinnt immer die Realität.
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Was passiert, wenn man einen Ball wirft und fallen lässt? Und was wird passieren, wenn dieser Ball auf einen anderen Ball trifft? Und wie, bitteschön, kann man dieses Prinzip den Deutschen begreiflich machen?

Diese Frage macht mich etwas rasend, buchstäblich schlaflos (und ich übertreibe nicht). Lasst mich erklären!

Wir wissen, was die Bälle tun werden, und wir können es vorhersagen, denn wir kennen die Regeln der Realität. Die Regeln der Realität nachformen heißt »Denken«!

Wir benutzen das Wort »Denken«, doch »Denken« bedeutet eigentlich »die theoretische Anwendung des Prinzips von Ursache und Wirkung unter Berücksichtigung bewährter Regeln«.

Gebranntes Kind

Zu den verwirrendsten Eigenschaften des heutigen Deutschland gehört das sture Beharren darauf, dass die Regel von Ursache und Wirkung für Deutschland und Deutsche magischerweise aufgehoben ist.

Zur Erklärung: Ein Säugling weiß noch nicht, dass er sich verbrennen wird, wenn er die heiße Herdplatte anfasst. Selbst wenn er weiß, dass der Herd heiß ist, und dass sehr heiße Dinge weh tun, so versteht er das Prinzip von Ursache und Wirkung nicht.

Doch er wird es lernen müssen, um mit der Welt interagieren zu können. 

Der eine Mensch lernt das von seinen Eltern, und glaubt ihnen – und für den anderen gilt: Gebranntes Kind scheut das Feuer, denn es hat den Zusammenhang der Ursache Feuer und der Wirkung Schmerz verstanden.

Das Kind lernt auch, dass ein Ball auf eine bestimmte Weise rollen oder fallen wird, wenn man ihn anstößt oder fallen lässt. Wenn er auf andere Bälle trifft, stößt er diese auf physikalisch zu beschreibende Weise ab.

Kausalitäten zu lernen, ist Teil jedes Berufs und Studiums, das in irgendeiner Form mit Naturwissenschaft zu tun hat. Der Bäcker lernt, dass wenn er Mehl und Wasser auf bestimmte Weise vermischt und erwärmt, dies als Ursache eine bestimmte Wirkung haben wird.

Elementar und lebensfreundlich

Weil das Begreifen des Prinzips von Ursache und Wirkung überlebenswichtig ist, hat die Natur es tief in unsere Psyche einprogrammiert. Sogar nach einem harten Arbeitstag voller Ursache und Wirkung trainieren wir zur Entspannung wieder Ursache und Wirkung. (Wir nennen es nur nicht immer so.)

Viele Spiele – ob Computerspiele, Schachspiel oder auch Bewegungsspiele mit dem Ball – sind im Kern intensives Ursache-Wirkung-Training. Denkt etwa an Tennis: 3D-Ursache-Wirkung-Traning. Oder Golf: Ursache-Wirkung-Training für wohlhabende Masochisten.

Das Billardspiel ist derart auf Ursache-Wirkung-Training reduziert, dass man nicht selten anhand des Billardspiels erklärt und bebildert, was das Prinzip »Ursache und Wirkung« überhaupt bedeutet.

Und sogar intelligente Tiere empfinden Freude daran, Ursache und Wirkung zu trainieren. Beobachtet mal einen Hund beim Apportieren eines Balls, wie der sich freut, während er berechnet, wohin der geworfene Ball fliegen und wo er landen wird.

»Denken« bedeutet zum wesentlichen Teil, Ursache und Wirkung bestmöglich vorauszusagen.

Und das ist der Punkt, an dem nicht nur ich, sondern inzwischen auch Menschen und politische Beobachter weltweit mit ratloser Verwunderung auf Deutschland schauen.

»Wie jetzt, ›absehbar‹?!«

In Deutschland hat man sich davon überzeugt, dass das Prinzip von Ursache und Wirkung hier magischerweise nicht gilt.

Beispiel: Was wird passieren, wenn man zuverlässige, bezahlbare Stromquellen ausschaltet? Der Strompreis wird explodieren und man wird Strom importieren müssen – Ursache und Wirkung. Eigentlich absehbar, oder? Erklär das mal den Deutschen!

Was wird dann passieren, wenn der Strompreis explodiert? Energie-intensive Industrie wird dichtmachen und/oder auswandern. Eigentlich absehbar, oder? Erklär das mal den Deutschen!

Was wird passieren, wenn man Menschen, die Juden hassen, zur Einwanderung motiviert? Juden werden wieder in Gefahr leben. Eigentlich absehbar, oder? Erklär das mal den Deutschen! 

Und mit »den Deutschen« meine ich offensichtlich den Mainstream, die »Guten«, die »Journalisten«, Berufslügner und so weiter.

Was wird passieren, wenn man den Lohn von Arbeitnehmern mit absurd hohen Abgaben belastet, um Milliardengeschenke für die Korruptistans dieser Welt, für Hamas-Freunde und sonstwen zu finanzieren? Und wenn man gleichzeitig Leuten ein Gratisgehalt zahlt, wenn sie nicht arbeiten wollen? Muss man es denn wirklich ausbuchstabieren, was nach aller Lebenserfahrung die psychologische und praktische Wirkung sein wird?

Und so weiter und so fort.

Nicht alles, wo »überraschend« draufsteht …

Wenn in den Nachrichten das Wort »überraschend« vorkommt, dann prüft, ob es nicht Code ist für: »Ursache und Wirkung sind zwar bekannt und/oder offensichtlich, doch nach Propagandavorgaben sollten sie besser geleugnet werden.«

Testet es selbst, wenn ihr etwa lest: »Wirtschaft überraschend geschrumpft«. Ist es wirklich »überraschend«, oder will da jemand Ursache und Wirkung verschweigen? Oder: Person X »überraschend«, äh, nicht mehr lebendig … und so weiter.

Jetzt, diese Woche, las ich eine Überschrift, da wurde mir fast körperlich schlecht ob des Wortes »überraschend«: »Konsumlaune der Deutschen sinkt überraschend stark«. Wie gesagt, versucht mal, das Wort »überraschend« zu ersetzen mit »fragt auf keinen Fall nach Ursache und Wirkung«.

(Auch das Wort »Konsumlaune« ist bemerkenswert: Die Konsumlaune der Deutschen sinkt etwa so »überraschend stark«, wie einem Auto ohne Benzin – oder von mir aus: Batterieladung – die »Fahrlaune« »überraschend stark« sinkt.)

Dumm-naiver Kampf gegen die Realität

Letztens postulierte ich, dass »Links« heute für blinden Gehorsam steht, und »Rechts« für ungehorsames Aufmucken und selbstständiges Denken – was den »Kampf gegen Rechts« erschreckend gut und vollständig erklärt.

Doch wir erkennen hier ein zusätzliches, sehr zuverlässiges Muster: Sogenannte Linke leugnen das Prinzip von Ursache und Wirkung. Wer aber – ob zu ideologischen, religiösen, medizinischen oder sozialen Fragen – den relevanten Ursache-Wirkung-Mechanismus abfragt oder aufzeigt, der gilt als »Rechter«!

In diesem Sinne kann man sagen: Der »Kampf gegen Rechts« ist ein Kampf gegen das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Freunde, am Ende gewinnt immer die Realität, und ich bin zu 99 Prozent sicher, dass das Prinzip von Ursache und Wirkung ein Teil der Realität ist. 

Ich weiß, ein Teil der Deutschen protestiert auf Empfehlung von oben gegen die Realität – und also gegen die »bösen Rechten«, weil die trotzig auf diesem »rechtsextremen« Prinzip von Ursache und Wirkung bestehen.

Doch selbst wenn nicht nur Zigtausende oder Hunderttausende, sondern sogar Millionen Deutschen gegen Ursache und Wirkung protestieren sollten, würde das Prinzip der Realität nicht aufgehoben.

Nein, liebe Mitläufer: Selbst wenn es stimmen sollte, würde »wir sind mehr« nicht die Richtigkeit von »2+2=5« beweisen – und es hebt auch nicht das Prinzip von Ursache und Wirkung auf.

Kein Spiel mehr

Gebranntes Kind scheut das Feuer, so sagt man. Für das heutige Deutschland gilt: Brennendes Kind leugnet den Zusammenhang von Feuer und Brandwunden … und schlägt die Feuerwehrleute zusammen. (Uuups, da wurde meine Metapher plötzlich zur Realität – etwas gruselig.)

Die Deutschen gucken doch so gern Fußball. Ach, würden sie nur begreifen, dass dasselbe Prinzip, dass wenn ein Ball eine bestimmte Ursache erfährt, er eine absehbare Wirkung umsetzen wird, auch für den Rest der Realität gilt – und das ist dann kein Spiel mehr.

Am Ende »gewinnt« immer die Realität. Und wie schmerzhaft dies wird, oder ob es womöglich gar nicht schmerzhaft wird, sondern sogar angenehm und erfüllend, das hängt wesentlich davon ab, ob und wie durchdacht der Mensch sein Denken und sein Handeln mit der Realität in Einklang bringt.

Man möchte die Deutschen an den Schultern packen, sie rütteln und ihnen zurufen: Ihr wart doch mal das Volk der Dichter und Denker. Ihr dichtet nicht mehr so schön wie früher (seien wir ehrlich).

Also denkt wenigstens – und lasst uns zusammen mehr Realität wagen!

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