Dushan-Wegner

21.01.2024

Was »Rechts« und »Links« heute wirklich bedeuten

von Dushan Wegner, Lesezeit 8 Minuten
Die Etiketten »links« und »rechts« wurden von den alten Inhalten abgepult und andersherum wieder draufgeklebt, wenn auch etwas schief. Die wahre Bedeutung ist heute eher, dass »Links« für blinden Gehorsam steht – und »Rechts« für freches Aufmucken.
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Deutschland ist gespalten. Ein Graben verläuft quer durch die Gesellschaft und teilt sie entzwei. Die deutsche Regierung und die deutsche Propaganda reißen diesen Graben immer weiter auf.

Warum?

Und wie verläuft dieser Graben wirklich?

Früher dachten wir, der Graben durch Deutschland verlaufe zwischen »Links« und »Rechts«. Wir wissen, diese Begriffe gehen auf die Sitzordnung in der französischen Nationalversammlung zurück und so weiter. Doch seit einigen Jahren oder Jahrzehnten nun haben sie ihre Bedeutung verloren.

Heute sind es die angeblich »Linken«, welche die Interessen von Kapital und Banken verteidigen, und die angeblich »Rechten«, welche die Interessen des sprichwörtlichen kleinen Mannes vertreten.

Heute sind es die »Linken«, welche Autorität und Überwachung fordern und dazu das Abschalten des Gehirns als Tugend preisen – und die »Rechten«, die sich zu Diskutierclubs zusammenfinden. (Und dann dringt die autoritäre Linke in die Debattierclubs der Rechten ein, um diese mit Geheimdienstmethoden auszuspähen und bei den Autoritäten zu denunzieren.)

Wie ein Betrüger, der im Supermarkt die Preisschilder von Produkten vertauscht, so hat die Propaganda die Etiketten »links« und »rechts« von deren alten Inhalten abgepult – und andersherum wieder draufgeklebt, und das ziemlich schief.

Die heutige »Linke« ist nämlich auch nicht »rechts« im vollständigen Sinne, und sie ähnelt täglich mehr der hässlichen Karikatur von »Rechts«, als welche sie ihren politischen Gegner beschreibt.

Heutige Linke wollen nicht die Heimat »schützen« und »bewahren«, die finden die Heimat zum Kotzen, sagen sie – aber sie folgen Autoritäten und wollen Autoritäten sein, »Radfahrer« eben: oben buckeln, unten treten, und der Abweichler ist der Linken erster Feind.

Der große Graben durch die Gesellschaft verläuft nicht wirklich zwischen politischen Inhalten. Insofern ergeben »Links« und »Rechts« auch als vertauschte Etiketten nicht hundertprozentig Sinn – wenn und weil man nun einmal die alten Inhalte im Kopf hat.

Der Graben ist ein anderer, und wenn du Deutscher bist, muss und wird er dir weh tun. Du wirst ihn verstehen und überwinden wollen. Auch wenn und gerade weil du dich auf der einen Seite des Grabens verortest und dich fragst, was bitteschön auf der anderen Seite wirklich vor sich geht.

Ich habe deshalb in meinen Essays andere Beschreibungen dieses großen Grabens ausprobiert – »philosophische« Theorien gewissermaßen.

Zum Beispiel die Unterscheidung zwischen Gehorsam – und zwar blindem Gehorsam – und Aufmucken.

Wenn ihr etwas Zeit habt, könnt ihr ja nachlesen! Die Essays heißen »Gib Pfötchen, Bürger!«, »Dieser Gehorsam ist ein Virus« und, der wohl erste dazu, »Mensch vs. Gehorsam«.

Ich entwickelte das zuerst als »Verdacht«, quasi als »philosophische Verschwörungstheorie«.

Heute erleben wir aber, wie die deutsche Politik täglich aggressiver kreischt. Man will das Land spalten, und leider gelingt es. Konkret heute werden interessanterweise in der CDU die letzten demokratischen Masken abgelegt (vergleiche n-tv.de, 20.1.2024) – SPD und Grüne verstellen sich ja schon länger nicht mehr. Und da wird mir klar, dass sich auch diese »philosophische Verschwörungstheorie« von »Gehorsam vs. Aufmucken« bestätigt.

Der wahre Graben durch Deutschland verläuft heute – wieder einmal und so krass wie nun seit Jahrzehnten nicht mehr – zwischen blindem Gehorsam und ungehorsamem Selbstdenken.

Folgsam in den Untergang

Tausende oder wohl eher Millionen Deutsche sind bereit, gehorsam ihr Land zu verlieren, gehorsam ihr Erspartes zu verlieren, gehorsam ihre Gesundheit zu ruinieren oder sogar ihr Leben zu verlieren und gehorsam die Zukunft ihrer Kinder dranzugeben, solange nur die Autoritäten ihnen dafür den Kopf tätscheln, sie als »Anständige« loben und ihnen billige Sprüchlein wie »Wir sind mehr« mit auf den Weg in den Untergang geben.

Hey, ihr Guten und Gehorsamen! Ich weiß, die Bibel sagt, dass gerade der, der sein Leben verliert um Jesu willen, es behalten wird (etwa Lukas 9:24). Doch die Marionetten, denen ihr folgt, sind nicht Jesus – die sind eher willige Diener des Gegenteils von Jesus. Und deren Propaganda ist das Gegenteil einer guten Botschaft.

Für die »Anständigen« ist »Selbstdenker« heute ein Schimpfwort. Ich übertreibe nicht! Die sagen das wirklich, wenn sie einen beleidigen wollen.

Und wenn eine Minderheit es wagen sollte, erst selbst und dann auch noch »quer« zu denken, wird man deren Anstifter erst mal ins Gefängnis werfen.

Da verläuft der wahre Graben durch Deutschland: auf der einen Seite blinder Gehorsam bis in den Untergang, dabei »Wir sind mehr« und »Wir sind die Anständigen« blökend.

Auf der anderen Seite der intellektuelle Ungehorsam, der angeblich »rechte« Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.

Der von »Linken« so verteufelte innere Drang, den Kampf gegen die selbstverschuldete Unmündigkeit täglich neu zu gewinnen.

Und die Kraft, das zu tun, was das eigene Gewissen nach Prüfung und Bedenken der Zusammenhänge mir zu tun empfiehlt, nein: befiehlt.

Gedankenlos artig

Erzählt mir bitte nicht, auch die »Wir sind mehr«-Fraktion würde ihrem Gewissen folgen und käme lediglich zu anderen Schlüssen! Ein Ungehorsamer wird dir wortreich erklären, wie er zu seinen Schlüssen und Erkenntnissen gekommen ist, welche Wissenschaftler was herausgefunden haben, welche Zweifel ihn noch umtreiben und so weiter.

Frage aber einen der »Gehorsamen« aus der »Wir sind mehr«-Herde, warum er denkt und tut, was er denkt und tut. Er wird es nicht begründen, denn er kann es nicht begründen. Statt Argumenten wird er dich mit den üblichen Vokabeln für Andersdenkende belegen, wird die hohlen Parolen aus dem Staatsfunk wiederholen – und dann wird er dich und deine gemeinen Fragen zu meiden versuchen, wird dich zumindest in seinem Kopf und Privatleben »canceln«.

Da verläuft der wahre Graben durch Deutschland!

Der große Graben durch Deutschland ist nicht wirklich politisch und nicht wirklich inhaltlich. Er ist psychologisch und, ja: lebensphilosophisch.

Nicht die Inhalte

Die politischen Etiketten »links« und »rechts« enthalten keinerlei politische Inhalte mehr. »Links« ist, wie die ja selbst sagen, eine »Haltung«, nämlich der tiefe, dauernde Bückling. »Links« ist heute das totale geistige Untertanentum.

Das klingt wie Polemik, doch leider kann ich es euch sehr präzise belegen. Denkt mal zurück: Es gab eine Phase, einige Wochen lang, da haben einige Leute – auch in der Politik, allerdings da nur aus der Opposition – vor einer neuartigen Krankheit aus China gewarnt, einer fiesen Grippe-Variante. Man fragte, ob die deutsche Regierung das auf dem Radar habe.

Die deutsche Propagandamaschinerie lief sofort an, und zwar dagegen. In ARD und ZDF geiferte man, das sei alles nur »rechte Panikmache«, angetrieben von Rassismus gegen Fernost und was weiß ich.

Man galt als »rechts«, wenn man ob dieser neuen Krankheit etwas nervös war und nachfragte, was die Regierung dagegen tut. Im Staatsfunk wurde buchstäblich dazu aufgerufen, erst mal durchzuatmen und die bösen »Rechten« zu ignorieren.

Es wurde erklärt, warum Masken unsinnig und eher schädlich seien, und warum man sowieso erst mal den profitierenden Pharmafirmen misstrauen sollte et cetera.

Dann plötzlich wachte die Regierung auf, wechselte von Leugnung zu einer an Wahnsinn grenzenden Übertreibung und bestätigte plötzlich alles, was die »bösen Rechten« gesagt hatten – und übersteigerte es tausendfach.

Auf einmal, quasi über Nacht, war man »rechts« und böse, wenn man sagte: »Äh, das ist jetzt auch wieder etwas übertrieben.«

Erst war die Vorsicht vor der Krankheit »rechts«, dann war über Nacht die Vorsicht vor der Überreaktion auf die Krankheit »rechts«.

Der allgemeine Erkenntnisstand hatte sich in diesem Zeitraum von wenigen Stunden und Tagen nicht wirklich verändert. Die Regierung nahm bloß endlich Fakten zur Kenntnis, welche die »bösen Rechten« ja seit Tagen und Wochen zur Kenntnis bringen wollten, wofür die Propaganda sie beschimpfte.

Es waren und sind nicht die Inhalte, die einen zum »bösen Rechten« beziehungsweise »guten Linken« machen.

Was aber dann?

Du kannst an den Inhalten allein heute nicht erkennen, ob einer als »rechts« oder »links« etikettiert wird.

»Links« und »Rechts« ergeben sich aus der Frage, ob du darin, was du sagst und tust, blinden Gehorsam gegenüber Regierung, Propaganda und den NGOs beweist – oder ob du aufmuckst. Blinder Gehorsam ist »links« und »gut«, selbst zu denken und zu entscheiden ist »rechts« und »böse«.

Tendenz steigend

Die Worte »links« und »rechts« beschreiben keine politischen Inhalte mehr.

»Links« steht für heute blinden Gehorsam, fürs willige und aggressive Ausschalten des Gehirns, fürs alte und wohl ewige Untertanentum.

Die sogenannten Rechten selbst verwenden das Wort »Rechts« bisweilen in seiner alten Bedeutung, also bewahrend, sprich: konservativ im besten Sinne, sich seiner Kreise und relevanten Strukturen bewusst. Doch wenn die Propaganda heute »rechts« sagt, zeigt sie mit dem Finger tatsächlich auf alle, die es wagen, selbst zu denken und aufzumucken.

Die Altparteien sind in Panik, weil aktuell etwa ein Viertel der Wähler die im Grundgesetz verankerten demokratischen Rechte auch leben und gegen die »Empfehlung« der Propaganda wählen wollen – Tendenz steigend.

Nur einmal

Der Sumpf brüllt und zetert: »So war das aber nicht gedacht, mit der Demokratie, dass ihr einfach wählt, wen ihr wählen wollt. Ihr sollt wählen, wen wir euch sagen, dass ihr wählen sollt. Wer wählt, wen er möchte, der ist kein Demokrat.«

Wenn aktuell bereits ein Viertel der Wähler aufmuckt und den blinden, suizidalen Gehorsam verweigert, dann gibt mir das Hoffnung für Deutschland.

Lasst mich diese Argumentation mit einem persönlichen Gedanken schließen: Selbst wenn die »linke«, also die gebückte Haltung nicht regelmäßig tödlich enden würde, wäre mir das Leben zu kurz und zu wertvoll, um es an das Nachblöken von Propaganda zu verschwenden.

Jeder Tag kommt nur einmal.

Jedes Leben auch.

Ich will mein Leben auch dazu nutzen, jeden Tag abends etwas klüger zu Bett zu gehen, als ich am Morgen aufgewacht bin.

Immerhin bin ich inzwischen klug genug (und ich gestehe, das war nicht immer so), dass es mir heute recht egal ist, welches politische Etikett die auf mich draufkleben.

Tue das Richtige, sage die Wahrheit (mindestens dir selbst!) und gehe aufrecht – und hüte dich vor denen, die dich dafür hassen, dass du nicht wie sie die gebückte »Haltung« einnimmst.

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