Dushan-Wegner

24.05.2023

Wie viele Schwalben machen einen Sommer?

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten, Blupp.
Ob Freispruch für Bhakdi oder Razzia bei Klimaklebern: »Schwalben der Hoffnung«. Dann hören wir aber von Plänen zur »Klima-Stasi« der Grüntotalitären, und wir ahnen: Die Eiszeit beginnt gerade erst.
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Gestern der Freispruch für Prof. Bhakdi – ein gutes Zeichen, wenn auch eine Schwalbe noch keinen Sommer macht.

Heute eine Razzia bei den Klebe-Söldnern (bild.de, 24.5.2023) – ein weiteres gutes Zeichen.

Und die FDP tut vorübergehend etwas Vernünftiges – sie wagt, Habecks Heizungs-Deals etwas zu bremsen, zumindest bis nach der Sommerpause, so scheint es zumindest (bild.de, 23.5.2023) – und wer weiß, was sich bis dahin noch alles ergibt.

Das sind doch alles gute Zeichen, oder nicht?

Ich weiß, ich weiß: Auch drei Schwalben machen noch keinen Sommer, wenn am Horizont die Winterstürme aufziehen, doch wer wollte einem verbieten, sich über die Schwalben zu freuen? (Die Lebenserwartung von Schwalben in der Natur liegt zwischen 2 und 20 Jahren, je nach Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, Raubtier-Vegetation und so weiter. Die Lebenserwartung von hoffnungsstiftenden Schwalben in der Politik reicht maximal bis kurz nach der nächsten Wahl. Nur im Fußball ist die Schwalbe nicht auszurotten. Auch darin spiegelt der Fußball das Leben wider: Gewieft gespielt ist die  »Opferrolle« köstlich profitabel.)

Bei aller Freude über schüchterne Schwälbchen sei nicht ignoriert, woher und vor allem wohin sonst der Wind weht.

Man könnte den Heizungsquatsch wieder aufgeben oder abmildern und dies dann als Beleg dafür nutzen, dass man doch mit sich reden lasse. Dafür kommt man mit dem »Heizkataster«.

Die Grünen sind eine bis ins rote Mark totalitäre Partei. Das »Heizkataster« ist ein weiterer Schritt, die totale Überwachung der Deutschen zu realisieren.

focus.de, 24.5.2023 erklärt: »Für jedes einzelne Gebäude in Deutschland sollen Daten zum Heiz- und Stromverbrauch der vergangenen drei Jahre abgefragt werden.«

Ohnehin wollen die Grüntotalitären ja »Smart Meter« verpflichtend machen, die es Hackern – und damit: Behörden und Geheimdiensten im In- und Ausland – möglich machen, das Individuum zu überwachen (siehe tichyseinblick.de, 22.4.2023).

An dieser Stelle mögen Sie denken: »Deutschland ist doch ein demokratischer Rechtsstaat! Wenn es wirklich größere Schwachstellen gäbe, dann würden die Behörden den Bürger davor warnen!«

Gut gedacht. Genau das wollte der Leiter des Bundesamts für Sicherheitstechnik auch tun (siehe bild.de, 29.11.2022). Die feinen Demokraten der »Ampel« fanden das aber doof, so hört man. Es kommt immer wieder vor, dass Geheimdienste die Schwachstellen in Betriebssystemen nutzen, um Menschen zu überwachen, und da würde es stören, die Leute davor zu warnen. Zufälligerweise geschah es, dass ein Herr Böhmermann über den Chef des BSI, der die Bevölkerung warnen wollte, ganz schlimme Dinge herausfand (in etwa: »Rrrruuuusssland!«), woraufhin man den Mann wegversetzen konnte. Okay, später stellten sich die Gründe als falsch heraus (siehe heise.de, 18.5.2023), aber der Störenfried war erstmal »weg vom Fenster«.

Auf gewisse Weise ist die Graichen-Affäre wie ein Befreiungsschlag für die Grüntotalitären: Ist der Ruf erst ruiniert, regiert es sich ganz ungeniert.

Falls er je ein Schamgefühl besessen haben sollte, hat Habeck es nun abgelegt: Er plant, was von der CDU die »Heiz-Stasi« genannt wird (bild.de, 24.5.2023).

Zur Kritik an der grünen Totalüberwachung gehört die Feststellung, dass die Kommunen gar nicht genügend Personal aufbringen könnten, um die totale Energiekontrolle zu managen. Nun ja, ich sehe kommen, dass sich genug »inoffizielle Mitarbeiter« für die Energiekontrolle finden lassen, die das nebenbei machen. Vielleicht kann man ja einige Klimakleber umschulen. Oder Journalisten, die das dann »Recherche vor Ort« nennen.

Zur Lehre der Geschichte gehört, dass sich in bislang jedem totalitären System mehr als genug Willige fanden, die ihre Mitmenschen überwachten und denunzierten, ganz freiwillig, ohne einen konkreten Gegenwert außer dem erbärmlichen, aus der Denunziation resultierenden Machtgefühl. (Und manchmal eben mit Gegenwert, beispielsweise wenn man den Nachbarn erpressen kann, weil man etwa um ein nicht gemeldetes Gerät oder eine verbotene Heizung weiß).

Ja, wir sehen dieser Tage die »kleinen Schwalben«, die uns Hoffnung machen könnten. Oder perfiderweise Hoffnung machen sollen?! Wenn etwa die Razzia bei den Klimaklebern juristisch stümperhaft begleitet werden sollte, erreicht man das Gegenteil des angeblich Beabsichtigten.

Meine private Prognose ist ja, dass bei den Klimaklebern etwas spiegelbildlich Ähnliches wie bei Prof. Bhakdi erreicht werden könnte: Durch mangelhafte juristische Vorbereitung blamiert sich die Staatsanwaltschaft – und rehabilitiert so quasi die »Zielperson(en)« fürs Erste.

Sei es drum. Ich will sogar in jedem einzelnen Bürger, der noch in Wort und Tat zu widersprechen wagt, das Zeichen eines möglichen kommenden Sommers sehen.

Doch ich will realistisch sein: Ein Einzelner, der widerspricht, ist allein noch nicht die sommerbringende Schwalbe. (Deshalb habe ich ein halb-sarkastisches und doch ganz ernsthaftes T-Shirt dazu entworfen: »Ich mache noch keinen Sommer«.)

Und so wechseln in mir, auch mal innerhalb eines Tages, die kleine Hoffnung und der ganz große Zynismus einander ab.

Ich allein mache noch keinen Sommer und du auch nicht – allein. Ist es aber wirklich nur die Zahl der Schwalben, oder ist es nicht auch deren Beharrlichkeit und Mut, die den »Sommer« bringen können? Womöglich sind wir ja selbst für unseren eigenen »Sommer« verantwortlich – jeder Einzelne.

Wenn der Sommer für begründete Hoffnung steht, dann frage ich dich: Wie viele Schwalben braucht es für einen Sommer?

Weiterschreiben, Wegner!

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