Dushan-Wegner

09.12.2023

Alle sollen sie gleich schalten

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten
Es vergeht kein Tag, ohne dass eine Autorität agitiert, alle deutschen Unternehmen sollten sich gegen die AfD »positionieren«. Hm, wie nennt man das, wenn alle Teile des Staates inklusive privater Unternehmen ideologisch gleich schalten sollen?
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Wie nennt man es, wenn in einer Gesellschaft von oben Druck ausgeübt wird, dass alle Bürger, alle Schulen, sogar alle Unternehmen nur eine erlaubte politische Meinung haben sollen, und dass Kritik an dieser Meinung geächtet wird, damit quasi alle Elemente des Staates politisch gleich schalten?

Gab es dafür nicht einen Begriff? Helfen Sie mir doch, gern in den YouTube-Kommentaren.

Ich will Ihnen auch sagen, wie ich gerade drauf komme.

Im Intro der zeit.de-Kolumne eines Herrn Professor Fratzscher heißt es diese Woche bei zeit.de:

Der Erfolg der AfD ist eine große Gefahr für die Wirtschaft. Doch von vielen Unternehmen ist dazu wenig zu hören. Höchste Zeit, dass sie mehr Verantwortung übernehmen. (zeit.de, 8.12.2023)

Diesen Marcel Fratzscher kennen Sie übrigens etwa vom TV-Tribunal bei Markus Lanz kürzlich – fünf Linientreue gegen Chrupalla.

Sie kennen das ja, wenn der deutsche Staatsfunk einen Oppositionspolitiker vorlädt und dann vier oder fünf gefühlt Hundertfünfzigprozentige am Abweichler ein Exempel statuieren lässt.

Herr Professor Fratzschers Aussagen über Wirtschaft, Deutschland und Europa vermag ich mit der Realität mindestens so präzise in Einklang zu bringen wie Professor Lauterbachs Aussagen über Virusgefahr.

Dieser Professor aus dem Failed State Berlin also schreibt, dass die Wirtschaft sich gefälligst gegen die Oppositionspartei AfD aussprechen soll.

Ist das nur die Einzelmeinung eines Professors?

Und was, wenn nicht?

Erlauben Sie mir dazu bitte, aus einem eigenen Essay von dieser Woche zu zitieren, nämlich »Müller, Milch und Rückgrat«, wo ich wieder handelsblatt.com zitiere:

Wir lesen ganz aktuell: »Politiker fordern von Unternehmen klare Haltung gegen die AfD – Das Schweigen von Mittelstand und Konzernwelt sorgt für Unmut – auch in der Bundesregierung. Innenministerin Faeser warnt vor den Folgen für den Arbeitsmarkt.«
(Essay 3.12.2023, es wird handelsblatt.com, 1.12.2023 zitiert)

Und mir fiel da schon etwas auf. Ich merkte, dass mehrere Politiker und auch der Autor im Handelsblatt auffällig gleich klangen, und ich notierte: »Ich weiß nicht, ob es Teil einer Kampagne ist, sprich: einer antidemokratischen Verschwörung«.

Mir fällt aber ein Muster auf. Politiker, von Steuern und Staatsfunk mitfinanzierte Künstler, politiknahe Zeitungen, der Staatsfunk sowieso, vom Staatsfunk hofierte und von Steuergeldern bezahlte Akademiker – all diese Instanzen schalten in ihrer politischen Meinung auffällig gleich.

Und nun fordern sie von Unternehmen, dass auch die öffentlich gleich schalten.

Und was, wenn nicht?

Heute machen sie nur »moralischen« Druck auf allen Medienkanälen. Wir wissen doch, was die nächste Stufe ist: keine Förderung, keine Aufträge und keine Genehmigungen für Unternehmen, die sich nicht gegen die Opposition ausgesprochen haben.

Ich vermute, dass es stellenweise längst so ist.

Unternehmen sollen »mehr Verantwortung übernehmen«. Ähnlich wie der sogenannte Verfassungsschutz sollen sie es zu ihrer Aufgabe machen, die Opposition zu bekämpfen.

Wenn Sie keine böse Gänsehaut dabei bekommen, kein gruseliges historisches Déjà-vu, dann sind Sie wahrscheinlich an Herz und Gewissen tot und können als Journalist beim Staatsfunk anfangen.

13 Millionen

Freiberufler berichten seit Jahren, dass ihnen inoffiziell gesagt wird, dass, wenn sie politisch auch nur der Opposition nahestehen, sie keine öffentlichen Aufträge bekommen oder die Genehmigung ihrer Anträge länger dauern wird.

Ich schrieb 2018 einen Essay mit dem Titel: »Wie nennt man es, wenn sie alle gleich schalten?«

Dessen Intro lautet:

Linke sehen im Ausland (und bei der Opposition, klar) schnell ›Gleichschaltung‹ – doch wenn man von dieser in Deutschland spricht, sind sie empört. Ist Deutschland das einzige Land, das metaphysisch nicht (mehr) zu Gleichschaltung fähig ist? (Essay vom 5.12.2018)

Wenn alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, ob Schulen, Kunst oder Unternehmen, dazu »motiviert« werden, dieselbe eine Meinung im Sinne der Regierung zu vertreten, dann nennt man es anderswo »Totalitarismus« und »Gleichschaltung«.

Bei uns nennt man das aber natürlich nicht so, denn wir sind ja die Guten. Und wenn die Guten etwas aus guten Gründen tun, kann es ja nicht böse sein. Die AfD spricht als Oppositionspartei für bald ein Viertel der Wähler und heute schon für über 13 Millionen Deutsche (22,5 % von 61 Millionen Wahlberechtigten).

Also wird versucht, alle Organe des Staates darauf auszurichten, diese Oppositionspartei auszuschalten und ihre Wähler ohne demokratische Vertretung zu lassen.

Wie nennt man einen solchen Staat?

Stellen Sie sich einmal vor, Putin hätte öffentlich erklärt, und Journalisten hätten in Russland öffentlich erklärt und alle übrigen Politiker hätten das erklärt und Künstler, die von Putin Geld bekommen, hätten erklärt, dass sie sich alle zusammen gegen die Opposition aussprechen sollen.

Wie würden wir das einordnen?

Kein Nachplapperer

Doch vergessen wir nicht: Alle Gleichschaltung, wie auch immer man sie nennt, hat auch ein sehr persönliches philosophisches Problem, und es ist nicht trivial.

Wenn im Staat quasi nur eine Meinung gefahrlos möglich ist, du aber genau dieser Meinung sein solltest, kannst du nicht wissen, ob du deine Meinung frei gebildet hast!

Liebe Freunde, die einzige Art und Weise, sicher zu wissen, dass du frei bist und kein Nachplapperer, kein Non Player Character, besteht heute darin, selbstbewusst zu widersprechen.

Widersprich der Propaganda, der Politik, der Presse und den Professoren. Nur so weißt du, dass du frei bist. Und dann sei bereit, den Preis für den Widerspruch zu bezahlen.

Weitermachen, Wegner!

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