24.02.2022

Bomben gendern nicht

von Dushan Wegner, Lesezeit 9 Minuten, Foto von Victor Asensio
Am Ende gewinnt immer die Realität, und die Realität ist: Bomben gendern nicht. In der Politik geht es immer um Leben oder Tod, um Macht und Geld. Putin hat Panzer, Kampfflugzeuge, Gas und Raketen – wir haben Windkraft und Gendersternchen.
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Ein Leser schreibt mir: »Ich frage mich, ob manche Deutsche jetzt aufwachen und begreifen, dass Politik kein Kinderspiel um verf***te Pronomina und erfundene Geschlechter ist, sondern es um Leben und Tod geht. Immer.«

(Ich muss doppelt um Verständnis bitten. Erstens habe ich im einleitenden Zitat ein derbes Wort erkennbar verfremdet, um nicht in Firmen-Firewalls hängenzubleiben. Und zweitens, wo wir schon über Lesermails reden: Es tut mir aufrichtig leid und es tut mir weh, wie viele Mails unbeantwortet bleiben. Entschuldigung. – Zurück aber zu dieser Mail, die mir auffiel!)

Jener Leser schreibt weiter: »Mich haben diese Deutschen mit ihren Nazi-Vorfahren immer als ›Nazi‹ beschimpft, wenn ich versuchte, die Diskussion ein wenig auf die nackte Realität zu lenken.«

Man sollte an dieser Stelle einfügen, dass jener Leser zu jener Gruppe gehört, die von gerissenen Gutmenschen und linken Trotteln eigentlich als Zielgruppe ihres Moralschauspiels auserkoren wurde. (Näheres will ich der Anonymität halber nicht sagen.)

Ja, an der Oberfläche könnte man sich geradezu vorstellen, wie ein(e) Bahnhofsklatscher(in) ihm einen Teddybär ins Gesicht wirft.

Wie gesagt: An der Oberfläche.

Das Problemchen an dem zur Fernstenliebe mutierten linken Selbst- und Nächstenhass ist, dass er uns »Fremde« nur so lange »liebt«, solange wir derem ausgedachten Bild des »neuen edlen Wilden« entsprechen.

Sobald der Fremde seine Erfahrung aus oft kriegszerrissener Heimat mit in die deutsche Debatte bringt, verspüren die Guten™ erstaunlich wenig Hemmungen, ihn mit den härtesten Schimpfworten deutscher Debatte zu benennen – »du Nazi« ist ja wenig mehr als die Lockerungsübung linker »Argumentation«.


In der Ukraine ist Krieg, wobei »Krieg« sich falsch anhört, wenn eine Riesenmacht wie Russland das Land besetzt. foxnews.com berichtet am Donnerstag-Morgen von Dutzenden Toten nach dem Einmarsch russischer Truppen.

Putin droht mit Konsequenzen ungeahnten Ausmaßes, wenn ein Staat ihn an seinem Vorgehen hindern wolle.

Die Drohungen sind unnötig.

Die EU ist mit sich selbst beschäftigt, verteilt Milliarden von unten nach oben und löscht fleißig Frau von der Leyens SMS-Nachrichten.

In den USA spielt aktuell ein dementer Greis den Präsidenten. Sagen wir es mal so: 2003 spielte der wunderbare Leslie Nielsen einen geistig verwirrten US-Präsidenten, und es war zum Schreien lustig, und es ist nicht halb so abgedreht wie die Realität mit dem senilen Boss der Biden-Bande – prüfen Sie es selbst, via YouTube oder NetFlix.

Ein geistig bereits in anderen Sphären weilender US-Präsident ist weit weniger lustig, wenn es tatsächlich die Realität zu sein scheint.

Apropos Realität: Wer vertritt eigentlich Deutschland gegenüber dem Ausland? Ist es der Kanzler Olaf Scholz, über den zynische Beobachter scherzen, er hätte sich ins Kanzleramt geflüchtet, um nicht, räusper, anderswo zu wüten. Sogar das »Redaktionsnetzwerk Deutschland« (das ja höchstens zu 23,1% »SPD-nah« ist, siehe Wikipedia) wagt zu schreiben: »Beihilfe zur Steuerhinterziehung: Strafanzeige gegen Olaf Scholz im Cum-ex-Skandal« (rnd.de, 18.2.2022)

Deutschland wird tatsächlich von einer Person vertreten, die international im Zusammenhang möglicher Plagiate bekannt wurde (nytimes.com, theguardian.com, thepolitico.eu). Die Person, die offenbar keine Bücher (selbst) schreiben kann (oder will?), die dazu offenbar auch noch täglich neu am Sprechen menschlicher Sprache scheitert (siehe YouTube), sie soll das Gesicht Deutschlands im Ausland sein? Es wirkt zu surreal, um wahr zu sein, doch es ist beides – surreal und wahr.

Das sind also die beiden Gestalten, die sich einem Putin in den Weg stellen sollen.

China, Russland und US-Konzerne teilen die Welt untereinander auf – und was macht Deutschland derweil?

Was soll Deutschland tun? Nicht einmal die Bundeswehr nimmt doch die Bundeswehr ernst. Wir haben jetzt Schwangerschaftsuniformen, wie das Fachblatt für Rüstungstechnologie »Brigitte« zu würdigen weiß (brigitte.de, 4.4.2018), doch ansonsten sind wir »mehr oder weniger blank« (bild.de, 24.2.2022).

Dafür sind Gestalten wie Frau von der Leyen zuständig, doch die ist nach Brüssel weitergezogen, von wo aus sie, so heimlich sie kann, Privatnachrichten mit dem Pfizer-Boss austauscht.

Wir schreiben das Jahr 2022 und wir leben in einem tragikomischen Drama. Putin & Co. teilen sich die Welt auf, und wir spielen politisch korruptes Kasperletheater… Moment, habe ich »politisch korruptes« gesagt? Ich meinte natürlich »politisch korrektes«. Ich will ja korrekt bleiben, politisch und auch sonst.


Deutschland hat im Schatten von Corona-Panik und Ukraine-Krieg einen neuen Geheimdienst eingerichtet, der sich nach aller Erfahrung bald seine eigenen Gesetze schreiben kann, und de facto selbst festlegen kann, was die Realität ist, innerhalb derer er agiert.

Deutschland hat nun eine »Bundesbeauftragte für Antirassismus« (jungefreiheit.de, 23.2.2022), und sie heißt Reem Alabali-Radovan. (Sie ist SPD-Mitglied, hat Politikwissenschaft studiert, und war laut Wikipedia, Stand 24.2.2022 keinen Tag ihres Lebens in der freien Wirtschaft tätig, arbeitete aber ironischerweise in der Wirtschaftsförderung des »Nah- und Mittelost-Vereins«, dessen Ehrenvorsitzender ein gewisser Gerhard Schröder ist. Ach ja.)

Wenn man die Aufgabe der Bekämpfung von Rassismus ernst nehmen wollte, müsste dann diesen Posten nicht jemand mit einem psychologischen und geisteswissenschaftlichen akademischen Hintergrund bekleiden? Man seufzt, es ist müßig.

»Rassismus« ist schon lange zum außendemokratischen Kampfbegriff mutiert. Als »rassistisch« gilt, was die Inhaber jeweiliger Deutungsmacht für »verbotene Wahrheit« erklären. Religionskritik gilt als »rassistisch« (aber nicht bei jeder Religion, klar). Hass und Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe gelten als nicht-rassistisch (wenn es gegen Weiß geht) oder als »kulturell« begründet (wenn man seinen Hass auf Juden als Israelkritik verkleidet).

Ein Amt für »Antirassismus« ließe sich deuten als der Anfang eines neuen kafkaesken und womöglich auf seine eigene Weise außer-rechtlichen Geheimdienstes, der seine Gegner bald mit frei ausgedachten Anklagen fertigmachen kann.

Was die professionellen Antirassisten als Rassismus festlegen, das gilt als Rassismus, selbst wenn die Festlegung nach traditionellen Maßstäben selbst rassistisch ist – und Rassismus ist ein »Verbrechen gegen die Menschlichkeit«. Es ist Wahnsinn, mit oder ohne Methode, und es zählt zu den Irrwitzigkeiten, mit denen sich der Westen beschäftigt, während der Rest der Welt neu aufgeteilt wird.


Ich habe heute verschiedene Videoaufnahmen von offenbar russischen Marschflugkörpern gesehen, die in der Ukraine einschlagen, doch eine Aufnahme fiel mir besonders auf (9gag.com).

Ein riesiges, tödliches Gerät fliegt über ein Industriegebiet, um weiter hinten aufzuschlagen. Die Männer aber geraten nicht in Panik. Einer filmt ja sogar mit seinem Smartphone, und später stellte er es ins Internet. Diese Ruhe war es, die mich eigentlich erschreckte.

Dieser Tage erlebten wir, wie in Kanada den Truckern, die gegen Trudeaus Impfdiktat protestierten, ohne Anklage und Verfahren die Konten gesperrt wurden. (Ich schrieb am 17.2.2022 und am 20.2.2022 davon.)

Wir sehen vor unseren Augen, was moralisch umstrittene Institutionen wie die EU dazu motiviert, das Bargeld abschaffen zu wollen. Wenn alle nur noch mit Karten zahlen, kann man Regimekritikern auf Knopfdruck alle Karten und Konten sperren, ohne Gerichtsverfahren, und ohne die Möglichkeit, sich sinnvoll zu verteidigen.

In Kanada wird in diesen Tagen das durchprobiert, wovor sogenannte »Verschwörungstheoretiker« seit langer Zeit warnen, wofür sie erst belächelt wurden, dann beschimpft und inzwischen offen bekämpft.

In der schönen neuen Welt bist du frei, deine Meinung zu äußern – viel Erfolg dabei, wenn du entlassen wurdest, deine Konten gesperrt sind, du keinen Anwalt bezahlten kannst – und was würde dir auch ein Anwalt nutzen, wenn du gar nicht erst angeklagt wurdest, bevor man dich vernichtete?


Ich sehe Männer, die erstaunlich ruhig dabei zusehen, wie über ihnen tonnenschwere Raketen fliegen um dann in Sichtweite einzuschlagen.

Ich sehe einen Westen, der dabei zusieht, wie Regimekritikern ohne Verfahren die Konten gesperrt werden.

Ich sehe ein Land, das unter dem Vorwand des Antirassismus ansetzt, einen weiteren »Staat im Staate« zu erschaffen, der sich quasi sein eigenes Recht schreiben kann – ähnlich wie der geistesverwandte Staatsfunk (wer sich dem Antirassismus in den Weg stellt, der kann wohl nur »Rassist« sein, und also darf er fertiggemacht werden, ähnlich wie einer, der den Staatsfunk kritisiert, nur ein »Nazi« sein kann).

Ich sehe Putin, der mal eben in einen Staat einmarschiert, und der Westen ist handlungsunfähig, weil er sich gerade mit Dringenderem beschäftigt, wie etwa der Frage, was Männlein sind und was Weiblein.

Und ich sehe Köln, das sich das Karneval-Feiern nicht verbieten lässt, während zwei Länder weiter die Bomben einschlagen. Im Staatsfunk wird es verteidigt (@zdfnrw, 24.2.2022). Und natürlich ist im Kölner Straßenkarneval plötzlich Covid vorbei – zumindest außerhalb der offiziellen, von Sicherheitsleuten bewachten 2G-Zonen. Es ist so lächerlich. Die Stadt Köln hebt sogar eigens für Karneval die Maskenpflicht auf (ksta.de, 22.2.2022). Wer jetzt noch glaubt, dass es wirklich nur um ein Virus geht, hat der überhaupt etwas, was man sich zu Karneval wegsaufen könnte?

Es sind Einschläge, immer häufiger tödliche Einschläge, und wir sehen sie, und wir tun nichts. Was sollten wir auch tun? Wir haben gelernt, die nahen Einschläge hinzunehmen, weil wir schlicht nicht wissen, was wir tun sollten.


Die eine Sache, die Juden und Muslime in Deutschland teilen, welche uns Menschen aller Hautfarben, Religionen, Geschlechter und sonstiger Identitäten zuverlässig eint: Sobald du der globalistischen (neudeutsch: »linken«) Propaganda und ihren an Psychosen grenzenden »Wahrheiten« widersprichst, giltst du den Guten, den Gehorsamen und den geistig Gleichgeschalteten als Nazi.

Du könntest ein schwarzer, jüdisch-muslimischer, genderfluider Asiate im Rollstuhl sein – sobald du dem kindlich-wahnhaften linken Weltbild widersprichst, falls du die von der Propaganda geforderten plötzlichen 180-Grad-Drehungen nicht mitmachst, oder falls du es wagen solltest, Demokratie und Menschenrechte hochzuhalten, wenn Linke wieder auf die alten Werte spucken, dann werden sie dir schnell eine Mitschuld am Holocaust geben – mindestens.

Das klitzekleine Problemchen am linken Wahn ist, dass er ein Wahn ist. »Am Ende gewinnt immer die Realität«, so schrieb ich einst auf unser T-Shirt – und später schob ich nach: »Willkommen in der Realität«.

Das, was in der Ukraine passiert, das ist die Realität. Die Realität ist, was über uns hereinbricht, wenn wir zu lange im Wolkenkuckucksheim debattierten, wie viele Engel auf einer Nadelspitze tanzen und wie viele Geschlechter wir uns ausdenken können.

Am Ende gewinnt immer die Realität. – Die Realität aber ist: Bomben gendern nicht.

In der Politik geht es um Leben oder Tod – immer. Es geht um Macht und dann wohl auch um Geld. Putin hat Panzer, Kampfflugzeuge, Gas und Raketen – wir haben Windkraft und Gendersternchen. Vielleicht können wir der Ukraine ein paar Propaganda-Flyer aus dem Familienministerium schicken, zur Erbauung, während die Bomben fallen.

In der Politik geht es um Leben und Tod, immer. Wer das nicht begreift, dem lässt sich mittelfristig recht präzise vorhersagen, welche der beiden Möglichkeiten die seine sein wird.


Ich schreibe auf Deutsch und aus deutscher Perspektive, doch Sie, meine Leser, sind rund um den Globus verteilt.

Ich wünsche Ihnen, dass die für Sie akut zuständige Regierung in der langfristigen Wahl zwischen Leben und Tod die richtige Abzweigung genommen hat.

Sollten Sie sich allerdings nicht sicher darin sein, dass die für Sie relevanten Mächte derzeit kluge Entscheidungen treffen (oder auch nur alle Latten am Zaun haben), dann wünsche ich Ihnen den Mut, die Kraft und auch die Möglichkeit, die für Sie richtige Wahl zu treffen – und sie auch durch baldiges Handeln umzusetzen.

Ich habe, wie so mancher von uns, in meinem Alltagsleben persönliche Bekannte mit ukrainischen wie auch mit russischen Wurzeln. Diese Menschen heute zu treffen zwingt mich zu einem »sprachlosen Mitgefühl«. Ich spüre deren Angst um ihre Lieben und Verwandten, doch keine Worte, die ich zu formulieren vermag, werden helfen.

Ich wünsche uns Kraft. Für das aber, was in der Zukunft noch geschehen mag, möchte ich uns den Mut zusprechen, rechtzeitig die wahrscheinliche Realität als solche anzuerkennen – und dann den größeren Mut, ebenso rechtzeitig zumindest in eigener Sache zu handeln.

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