05.01.2022

Schikane und Burnout

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Foto von David Brooke Martin
Frankreichs Macron will Bürger schikanieren, bis sie sich impfen lassen. Er formuliert es derber, und er gießt Öl ins Feuer. Man will nicht überzeugen, wenn man es je wollte, man will die Stimmung in Flammen aufgehen sehen.
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Die Chancen stehen gut, dass Sie auf meine Rückfrage antworten würden: »Alles. Jede der genannten Möglichkeiten.«

Meine Rückfrage hätte gelautet: »Welche der Duden-Definitionen des Begriffs meinen Sie? Im Sinne einer zu Ende gebrannten Kerze? Ein innen durch Feuer zerstörtes Haus? In dem Sinne, dass ein Brand alle Ihre Habe zerstörte? Oder ausgedörrt und vertrocknet, wie eine Wiese im heißen Sommer?«

Ich hätte diese klärende Rückfrage gestellt, als Sie seufzten: »Ich fühle mich ausgebrannt.«

Bis auf eine technische Bedeutung sind alle Duden-Definitionen von Ausbrennen sehr treffende bildliche Beschreibungen jenes Zustands der Seele.

Zu Ende gebrannt, nichts mehr zum Verbrennen da, innen von Feuer zerstört, vertrocknet in der unerbittlichen Sonne.

Wer ausgebrannt ist, der fühlt sich wie eine Hülle, ein Roboter. Man funktioniert noch, doch man fühlt sich kaum noch als ganzer Mensch. Wer sein Leben zu lange mit derart leerem Tank betreibt, der könnte sich existenzielle Fragen zu stellen beginnen: Soll das mein Leben sein?

Wo wir aber gerade von Menschen und Kerzen reden: Man fragt sich ja bezüglich eines Mitmenschen ja gelegentlich, ob der noch alle Kerzen auf der Torte hat – und damit wären wir bei den Meldungen des Tages!

Die Derbheit der »Guten«

Im August 2021 schrieb ich den Text »Aus Impfangebot wird Impfschikane«, und die Kernthese war schon im Titel enthalten: es scheint der Regierung bei den Corona-Einschränkungen nicht (nur? mehr?) um die Gesundheit zu gehen. Es wirkt inzwischen eher wie Schikane.

In Frankreich gibt es einen ehemaligen Banker, der in allen Belangen völlig normal wirkt, und überhaupt nicht wie die Frucht einer verkommenen »Elite«, und dieser Herr Macron spielt den dortigen Präsidenten, und er will bald wiedergewählt werden, und dafür braucht es Unterstützung von allen Seiten, also auch von oben (was das auch aus seiner Perspektive bedeuten mag), und in solcher Lage bringt man schon mal markige Sprüche.

Aktuell wird Macron mit der Ansage zitiert, er wolle aktiv und bewusst alle Ungeimpften »anpissen« (siehe etwa reuters.com, 5.1.2022).

Der Ausdruck, den er verwendete, lautet im französischen Original »emmerder«, wäre also wörtlich mit »anscheißen« genauer übersetzt, wobei das wiederum im Deutschen etwas anderes bedeutet, nämlich das derbe Zurechtweisen, was ja seitens Politik und Propaganda ohnehin schon länger geschieht.

Macron will eine Minderheit schikanieren, und er sagt es offen. Es ist erschreckend, dass er meint, damit eine Wahl gewinnen zu können.

Jene Maßnahmen aber, mit denen Macron die Ungeimpften schikanieren will, sind interessanterweise in Teilen Deutschlands und anderen tendenziell weniger freien Gegenden dieses Planeten bereits Realität: Ungeimpfte sollen vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden, sollen weder Restaurants noch öffentliche Einrichtungen benutzen dürfen. Das Leben soll ihnen so lange schwer gemacht werden, bis sie sich beugen.

Ich nannte es jüngst die Strategie »Brechen und Stechen«: Man bricht den Bürger, bis er sich beliebig oft beliebiges Genmaterial injizieren lässt.

Das Interessante an Macrons Aussage ist nicht die Derbheit. Macrons Vulgarität ist nur ein weiterer Einblick in die innere Verderbtheit der verrotteten »Elite«, die sich so gern »Europäer« nennt, die Lagardes und Junckers und von der Leyens und wie sie alle heißen.

Das eigentlich Interessante an Macrons vulgärem Dreck ist sein darin enthaltenes Geständnis, dass es bei den Maßnahmen gar nicht primär um Gesundheit und Notwendigkeit geht, sondern um Schikane und Unterwerfung.

Wie eine Kerze

Ich bin nicht wütend über den Müll, den Macron aus seinem Mund speit. So sind sie halt, die »Guten«, die »Europäer« oder wie man diese Figuren sonst nennen soll.

Meine Reaktion auf dieses tägliche Aufheizen der Stimmung durch Gestalten wie Macron ähnelt bald mehr dem Burnout, zu Deutsch: dem Ausbrennen.

Bislang rutschte man in den Burnout, wenn man achtzig Stunden die Woche arbeitete, vom Chef fies behandelt wurde, unklaren Pflichten ausgesetzt war oder unter unrealistischen Zielvorgaben litt. Auch die Pflichten in der Familie können zum Burnout führen, vertun wir uns da nicht! Überlastung durch Sorge um Kinder und Haushalt bei gleichzeitigem Ausbleiben von Dankbarkeit und Würdigung durch den Partner (oder dessen vollständiges Fehlen) kann den Menschen wie eine Kerze ausbrennen lassen.

Neu ist allerdings der Burnout durch Politik.

Selbst wer in Beruf und Familie die Dinge einigermaßen im Griff hat, kann heute durch den von Politik und Propaganda (mit voller Absicht) ausgeübten Druck innerlich ausbrennen.

Der Unterschied

Figuren wie Macron gießen Öl ins Feuer, wollen uns einheizen, doch selbst ein gehorsamer, fleißig geboosterter Bürger brennt irgendwann mal aus – geschweige denn ein ungehorsamer Querkopf!

Nicht jeder, der durch die Corona-Panik ausbrennt, weiß die Ursache richtig zuzuordnen. Einige Menschen gingen finanziell oder persönlich in der Krise kaputt, doch die Ursache war weniger eine konkrete Maßnahme; ihre Psyche ertrug es alles einfach nicht mehr – sie waren ausgebrannt.

Und ich kenne Menschen, die funktionieren weiter, und man fragt sich, wie sie das tun. Mancher von uns ist eigentlich schon seit 2020 ausgebrannt, und doch zaubert er täglich neu eine Flamme her.

Der Unterschied zwischen der Kerze und dem Menschen ist doch, dass der Mensch es irgendwie schaffe, eine Zeit lang weiter zu brennen, obwohl sein Wachs seit Jahren heruntergebrannt ist.

Eine der möglichen Ursachen von Burnout ist wohl immer gleich, ob es sich um beruflichen, familiären oder politischen Burnout handelt: Durch moderne Technik sind wir rund um die Uhr erreichbar. Wir beginnen und beenden unseren Tag mit der »Burnout-Maschine« Smartphone. – Andere Faktoren können sehr persönlich und verschieden sein, wie etwa die auferlegte Pflege für ein Familienmitglied oder finanzielle Sorgen.

Einsamkeit und Hilflosigkeit können das Ausgebranntsein verschärfen, und doch ist der Burnout heute ein kollektiver Zustand.

Vielleicht sagen auch Sie sich in diesen Tagen (oder Jahren): »Eigentlich brauche ich jetzt einen richtig langen Urlaub, also so wie früher.« – Ich versichere Ihnen, Sie wären damit nicht allein. Es geht vielen, vielen anderen Menschen genauso. Man trifft ja heute Menschen, die sind im Urlaub, und sie wirken, als bräuchten sie Urlaub!

Die Politik heizt das Feuer weiter an, doch wir sind bald ausgebrannt.

Es wäre brennend wichtig, dass wir Zeit und Wege finden, wieder etwas abzukühlen. Wieder neue Kraft zu sammeln. Wieder ganz Mensch zu sein.

Ich danke Ihnen!

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