Dushan-Wegner

08.02.2024

»Faschismus heißt jetzt ›wehrhafte Demokratie‹«

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten
Die Erkenntnis, dass »wehrhafte Demokratie« der neue Code für den alten Geist des Faschismus ist (nach O. Gorus), hat mich wirklich geschockt. Wie geht ihr damit um? Welche Konsequenzen zieht ihr?
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Wir kennen den Spruch, wer auch immer ihn wirklich gesagt hat: Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er sagen, er sei der Antifaschismus.
Der Satz ist richtig, wir erleben es jeden Tag. Der Faschismus hat seine alte Fratze rot lackiert und nennt sich Antifaschismus – so weit, so bekannt.

Oliver Gorus aber aktualisierte und kombinierte diese Erkenntnis auf X jüngst in diesem perfekten Satz: »Dass Faschismus jetzt ›wehrhafte Demokratie‹ heißt, hätte sich nicht mal Orwell besser ausdenken können.« (@olivergorus, 7.2.2024)

»Großartig!«, rief man ihm für diesen Satz zu, und ich schließe mich an: Bravo!

»Erkenne dich selbst«, sagten die alten Griechen, und dazu gehört heute für mich, diesen Satz aufzuschließen.

Lasst mich euch fünf simple Schlüssel vorschlagen, von diesem Satz inspiriert. Fünf Schlüssel, um unsere Zeit »aufzuschließen« – und der letzte ist ein doppelter!

Stimmt das Gegenteil?

Der erste Schlüssel: Was haben »DDR«, »SBGG«, Orwells drei Slogans und der Ausdruck »unsere Demokratie« gemeinsam? Alle vier sind Beispiele für eine von oben verordnetete Benennung einer Sache, während deren Inhalt tatsächlich ein ganz anderer sein kann.

Das »Demokratische« in »DDR« war zynischer Hohn, doch die Bürger sollten so tun, als wäre es wahr. Das »Selbstbestimmunggesetz« soll Menschen zwingen, Männer »Frauen« zu nennen. So werden Kinder bereits in Schulen trainiert, bekannte Begriffe falsch zu verwenden, wenn es so befohlen wird. Im deutschen Propagandastaat wird die von oben verordnete Lüge das dauernde Normal. Die drei Orwell-Slogans, dieses inoffizielle Grünen-Programm mit »Ignoranz ist Stärke« als Grünen-DNA, enthalten die Umformulierung von Begriffen in ihr Gegenteil bereits in ihrer syntaktischen Form.

Das ist der erste Schlüssel, um das Heute zu verstehen: Worte werden absichtlich von ihrer alten Bedeutung gelöst. Ein Volk ohne Sprache – siehe Turmbau zu Babel – kann sich nicht auflehnen, ja, ist überhaupt kein Volk mehr.

Wenn du es sagen musst …

Der zweite Schlüssel hat mit Begriffen wie »Demokratie« und »Sozialismus« zu tun.

Ihr wisst, dass ich die These stark machte, dass der Begriff »Sozialismus« nur ein Fake-Mäntelchen ist für »Machtwillen um jeden Preis«, an traditioneller und bewährter Legitimation vorbei.

Heute komme ich mir sogar damit zu naiv vor. Ich befürchte: Jede Staatsform ist ein Mäntelchen um den Machtwillen der immergleichen Leute.

Laut dem, was wir in der Schule lernten, existiert kein größerer Gegensatz als der zwischen Nazi-Diktatur und freiheitlicher Demokratie. Wie war es dann aber möglich, dass das Personal in großen Teilen dasselbe blieb? Von der inzwischen umbenannten Mauermord-Partei bis zu den Öko-Sozialisten mit ihren US-Investor-Freunden, wurden alle Bundestagsparteien von echten Nazis mit NSDAP-Parteibuch mitgegründet. Alle? Nein, eine einzige Partei hatte keine Nazis bei der Gründung dabei, und in Orwell-Logik wird genau die als »Nazi« verunglimpft.

Ich denke dieser Tage an jenes »Game-of-Thrones«-Zitat: »Wenn du sagen musst, dass du der König bist, bist du nicht der König.«

Ähnlich verhält es sich vermutlich mit der Demokratie. Wenn du täglich betonen musst, dass du ein Demokrat bist, dass die Demokratie dir gehört und dass, wer dich hinterfragt, kein Demokrat ist, dann bist du wahrscheinlich so sehr Demokrat wie Zitronenfalter Zitronen falten.

»Regierung, befiehl – wir folgen!«

Der dritte Schlüssel zu unserer Realität klingt so lange banal, bis man versteht, dass es nicht poetische Übertreibung ist, sondern knallharte Realität – mit allen zu erwartenden Folgen. Dieser dritte Schlüssel lautet: Ein großer Teil der Deutschen wird alles, was die Autoritäten zur Wahrheit erklären, fanatisch für die Wahrheit halten – und zwar vollständig beliebig.

Denkt an Corona zurück: Als die Regierung sagte, die Warnungen vor Corona seien eine »rechte Verschwörungstheorie«, glaubte die Mehrheit genau dies, und wer dennoch warnte, der galt als rechter Schwurbler und Nazi und so weiter. Mit so einem sprach man nicht.

Dann plötzlich, als die Regierung den Rechten recht gab, doch in ihren Maßnahmen weit übertrieb, drehte sich die Mehrheit mit der Propaganda um 180 Grad – und beschimpfte nun alle, die das vertraten, was das TV noch am Vortag gesagt hatte.

Die Masse, die heute »gegen Rechts« demonstriert, würde morgen gegen Muslime, gegen Juden, gegen was auch immer demonstrieren, wenn sie dafür nur wieder Lob aus dem Fernsehen und vielleicht eine Bratwurst bekommt.

Der wahre Graben durch Deutschland verläuft nicht entlang von Inhalten, sondern entlang von Gehorsam und Aufmucken. (Siehe auch Essay und Video »Was ›Rechts‹ und ›Links‹ heute wirklich bedeuten«.)

Der vierte und fünfte Schlüssel aber sind philosophische Empfehlungen.

Ehrliche Diagnose und …

Der vierte Schlüssel wiederholt die erste große Frage der Philosophie: Was ist der Fall?

Nennt mich dafür einen Masochisten, doch ich will wissen und ehrlich aussprechen, was der Fall ist.

Ich denke heute immer weniger, dass man sich als Mensch wirklich aussuchen kann, ob man zur Gruppe der Selbstbelüger oder zur Gruppe der Ehrlichen gehört.

Wenn ihr mir bis hierhin gefolgt seid, gehört ihr vermutlich zu denen, die nicht anders können, als hinzuschauen, wenn die Mächtigen ihr Lügenmäntelchen lupfen und die hässliche Wahrheit hervorlugt. Der vierte Schlüssel ist also: Akzeptiert, wenn und dass ihr zu denen gehört, die sich selbst nicht belügen können oder wollen.

… ausgewogene Therapie

Der fünfte und letzte Schlüssel aber ist ein doppelter. Nachdem man die erste große philosophische Frage gestellt und für sich beantwortet hat, nämlich was der Fall ist, muss die Frage folgen: Was soll ich tun?

Die Antwort hierauf, der fünfte Schlüssel, ist doppelt. Erstens: Überlege dir, ob und wie du deinen Teil beitragen kannst, gegen alle Zerstörungsversuche der Regierung ein würdiges, glückliches Leben für dich und unsere Kinder zu sichern.

Du weißt ja, wie man sagt: Wer kämpft, kann verlieren, doch wer nicht kämpft, der hat bereits verloren.

Jener Satz vom Kämpfen ist wahr, doch er ist gefährlich unvollständig, womit wir beim zweiten Teil des doppelten fünften Schlüssels wären. Ein warnender zweiter Satz sollte lauten: Wer kämpft und immer nur kämpft, der hat womöglich auch dann verloren, wenn er gewinnen sollte – und um wie viel mehr, wenn er verliert.

Pflückt, lernt und genießt!

Was auch immer die politische Lage ist: Jeder Tag kommt nur einmal. Nutzt den Tag, pflückt ihn. Carpe diem! Lernt und lest. Genießt die Kunst und freut euch an der Natur, bevor die Grünen sie endgültig zerstört haben.

Ignoriert kalte, böse Menschen, und haltet solche aus eurem Leben fern. Ja, spätestens seit dem Corona-Unrecht wissen wir, dass auch die nächsten Familienmitglieder kalt und böse werden können, wenn die Propaganda sie erst aufpeitscht und dann kalt werden lässt. (Siehe dazu auch den Essay »Hast du deinem Verräter die Windeln gewechselt?« vom 28.10.2018.)

So dramatisch es sich auch anhören mag: Gebt denen Liebe, die euch Liebe geben, und sei es ohne Worte, denn am Ende der Tage werdet ihr am meisten bereuen, zu wenig oder die Falschen geliebt zu haben.

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