08.06.2021

Rente mit 68, Neunjährige geimpft und Wahnsinn ohne Ritual

von Dushan Wegner, Lesezeit 10 Minuten, Foto von Ruvim Noga
Die Regierung will uns bis zum Tode schuften lassen, eine Neunjährige wird »versehentlich« geimpft, und auch sonst habe ich das Gefühl, dass die Welt durchdreht. Wie justieren Sie sich, um nicht selbst am Wahnsinn wahnsinnig zu werden?
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Ich wachte auf. Ich machte mir einen Kaffee. Ich nahm ein elektronisches Gerät zur Hand. Wie viele Millionen Menschen rund um diesen blauen Planeten es heutzutage pflegen, las auch ich die Nachrichten des Tages. Ich las von »Rente mit 68« (tagesschau.de, 7.6.2021), da die Rente (faz.net, 8.6.2021) »auf Dauer nicht bezahlbar« sei (ich komme in diesem Essay noch darauf zurück). Ich las von den vielen Tausend Geschäften des deutschen Einzelhandels, die »in aller Stille aufgeben« werden (welt.de, 8.6.2021).

Ich lese von den neuesten Flunkereien jener Annalena Baerbock (siehe tichyseinblick.de, 8.6.2021). Ich denke mir: Die Annalena will uns offenbar allen einen Bären aufbinden – sie zu wählen, das wäre wahrlich, wie wenn man den Bock zum Kanzler machte! (Während des ersten Kaffees ist die richtige Zeit, schlechte Kalauer aus dem System zu spülen.) – Ich seufze, und denke mir, dass ich wahrlich genug von dieser lügenlebensläufigen Grünen geschrieben habe (am 6.6.2021 und zuvor am 4.6.2021).

»Das muss ich mir alles nicht geben«, so sage ich mir, »nicht so früh am morgen. – Ich brauche etwas Leichteres!« Ich wechsele zu Twitter, da ist immer Rambazamba – doch wird es auch fröhlicher sein?

Nun, bei Twitter lese ich einen derben Tweet, der gerade »viral« geht (ich darf übersetzen – und ich warne Sie, es wird so derb wie schmerzhaft wahr): »Welcher Millenial hat noch das Serotonin oder das Dopamin für einen Orgasmus? Sind nicht alle unsere Belohnungszentren frittiert davon, online aufgewachsen zu sein?« (@dopaphiend, 5.6.2021/ archiviert)

Ich lache über solche Derbheit, und dann wird mir bewusst, dass Wahrheit darin steckt, wie beschädigt all unser Seelenleben von der digitalen Dauererregung ist – und dass diese »Erregungsschäden« bei jüngeren Generationen nochmal ganz andere Ausmaße erreichen könnten.

Ich erinnere mich – alles noch vor dem zweiten Kaffee – an Berichte (etwa forbes.com, 2.10.2017) darüber, dass das Testosteron-Level jüngerer Männer sinkt – zumindest der westlichen… – und ich erinnere mich dann auch noch an Studien, wonach körperlich schmalbrüstige, muskelarme und vermutlich auch an Testosteron arme Männer zu politisch linker Haltung neigen (dailymail.co.uk, 16.5.2013, motherjones.com, 13.6.2013, u.a.).

Das ist der Punkt, an welchem ich mich frage: Ist das wirklich, wie und womit ich meinen Tag beginnen möchte?!

Soll dieses Gift, soll diese Unordnung wirklich das sein, womit ich in diesen Tag starte? – Nein, sollte es doch nicht!

Doch wie soll ich meinen Tag beginnen?

»Dann weiß ich …«

»Das Kind mit dem Bad ausschütten«, so nennt man es, wenn man mit einer ungewollten Sache eine gute Sache gleich mit los wird.

Wir tun uns schwer, an Engel zu glauben, an eine Schöpfung in sieben Tagen, an Wunder und Erscheinungen, die immer dann zu passieren scheinen, wenn wir gerade nicht hinschauen. Also haben wir die Religion ausgeschüttet, doch mit ihr schütteten wir auch die Guten ihrer Kinder aus, etwa das nützliche Ritual – zum Beispiel ein Ritual am Morgen.

So manche Religion kennt ein Morgengebet. Da wäre etwa das Schacharit der Juden, das Benedictus der Katholiken oder das Fadschr der Muslime. (Hinweis, bevor Sie mir schreiben: Diese Gebetsauswahl ist symbolisch und vertretend gemeint; Debatten um rituelle Binnenunterschiede sind hier nicht »der Punkt« – Danke!)

Zum Inhalt und Text der Gebete, und zu deren oft im Text selbst codierten Geschichte, kommt das Ritual hinzu, dass vielleicht erst dem Gebet seine ganze Wirkung verleiht. (Wenn Sie ein lateinisches Gebet sprechen – oder einen »Meditationstext«, wenn das Wort »Gebet« Ihnen »zu gläubig« ist – und wenn Sie es tun, um zur Ruhe zu kommen, dann werden Sie durch den Akt des Gebetsprechens selbst zur Ruhe kommen, auch dann, wenn Sie durch eine Textvertauschung ohne es zu wissen ein lateinisches Backrezept für Panis Quadratus verlesen.)

Es sei die These gewagt, dass ein jeder von uns eine Art von Morgengebet praktiziert, eine Form von morgendlichem Ritual, und es muss nicht immer voller gesprochener Worte sein.

Ich fragte einst einen alten Russen zur Begrüßung, wie es ihm denn gehe, und er antwortete mir: »Wenn ich morgens aufstehe, und etwas tut weh, dann weiß ich, dass ich noch lebe!« – Man könnte sagen, dass er für sich ein Ritual gefunden hat, mit welchem er den Schmerz des Älterwerdens in Dankbarkeit umwandelt. Ja, es war ein Scherz, doch definitiv ein Scherz mit Schmerz(en) und Wahrheit in seinem Kern.

Ein anderer Mensch, ein hypothetisch ausgedachter Essayist etwa, könnte nach dem Aufwachen ein stilles, wortloses Gebet aussprechen, höhere Mächte darum bittend, dass die Kaffeemaschine noch funktioniert – hoffentlich bald, zum Abschluss dieses Rituals, von einem ähnlich wortlosen Dankgebet gefolgt, vielleicht in Anlehnung an ein beliebtes Kirchenlied: »Danke, für diesen guten Kaffee!«

Ach, wir bräuchten neue richtige Rituale! Wir haben die alten Rituale zusammen mit den wilden wissenschaftlichen Theorien verworfen, und nun fehlen sie uns, die Rituale, und also schaffen wir uns eigene, neue Rituale (wie den morgendlichen Griff zum Smartphone als erste Handlung des Tages, mit welcher das Gehirn für den Tag »justiert« wird).

Der Geist klappert

Wir bräuchten ein neues Morgengebet. Was wir »Leben« nennen, ist doch das, was zwischen Aufwachen und Einschlafen passiert – der wache Zustand, der Tag.

In den ersten Minuten des Tages aber wird unser Geist für die folgenden Stunden »eingestellt« und »justiert«. Ein schlecht eingestelltes Auto klappert und bleibt liegen – oder kommt von der Straße ab und bleibt dort im Graben liegen. Ein schlecht eingestellter Geist »klappert« ebenso, den ganzen Tag lang – und dann Tag für Tag, bis ein ganzes klapperndes Leben draus geworden ist.

Wir bräuchten ein neues Morgengebet. Ein neues Morgenritual. Oder zumindest ein paar Gedanken, die den Tag besser justieren. Ein Ritual, dass die Wahrscheinlichkeit vergrößert, dass wir am Abend mit dem Tag zufrieden sind, am wörtlichen Abend, wenn alles zu Ende ist – und am anderen Abend, wenn wirklich alles zu Ende ist.

Krankheiten und Beschwerden

Im Nachhinein erscheint es mir als Fehler, meinen Tag mit den Nachrichten des Tages begonnen zu haben. Eine der Nachrichten geht mir in ihrer schreienden Ungerechtigkeit nicht aus dem Kopf. In Deutschland erwägt man Renteneintrittsalter mit 68 Jahren (tagesschau.de, 7.6.2021).

Deutschland soll also irgendwie noch eine Zeit lang all den Wahnsinn finanzieren, den Merkel zum Jubel der linksgrünen Trottel in den Redaktionen hinterlässt.

Unser aller Lieblingsbehörde, der wir uneingeschränkt vertrauen, schreibt:

[…] So haben Menschen mit niedrigem Einkommen, Berufsstatus und Bildungsniveau ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten und Beschwerden. […] Sie kumulieren letztlich in einer höheren vorzeitigen Sterblichkeit und verkürzten Lebenszeit in den sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen. (Roland Koch Institut) rki.de, 2019 (PDF))

Man kann es auch einfacher formulieren: Lebenserwartung und sozialer Status sind gekoppelt.

Noch knapper gesagt: Je ärmer, desto tot.

(Es erinnert an jenen Fall von Korrelation-ist-nicht-Kausalität, den ich im Essay »Kaffee und Bomber« (11.2.2021) beschrieb, wonach Leute, die Pferde oder Jachten besitzen, länger leben – was aber nicht (nur) an den Pferden oder Jachten liegt, sondern natürlich an der Gesundheitsvorsorge, die man sich leisten kann (und wohl auch daran, dass wer nicht arm ist, weniger »Schmerzstiller für die Seele« konsumiert, die den Seelenschmerz im Moment stillen, doch das Leben eben kürzer werden lassen).)

»Rente mit 68«, das bedeutet schlicht, dass die Armen arbeiten, bis sie umfallen, um all die moralischen Phantasien der Wohlhabenden zu finanzieren, von freier Migration über EU-Bürokratie und irgendwelche Reparationen und natürlich den Euro-Unfug bis hin zum Ökotralala »spannender« NGOs. (»Finanzieren« ist sogar zu euphemistisch formuliert; präziser wäre: »um den Crash noch ein paar Jahre hinauszuzögern, bis man sich in geordnete (chinesische?) Schuldenknechtschaft gerettet hat«.)

Ich selbst beabsichtige so lange zu schreiben, wie mein Gehirn funktioniert –  und wenn das nicht mehr der Fall sein sollte, ich diesen Mangel aber nicht merke, aber niemand es mir sagt, dann auch danach noch weiter. Mancher Unternehmer mag so ähnlich denken. Doch die Krankenschwester, von der die Politik so häufig spricht, um sie dann doch praktisch zu verachten? Der Arbeiter im Warenlager oder in der Fabrik? Ich bitte Sie – »Rente mit 68« bedeutet für diese Menschen: »Arbeite für die deutsche Weltrettung, bis du zusammenbrichst!«

Wofür müssen die (Armen unter den) Deutschen arbeiten, bis sie tot zusammenbrechen? Warum sollen die Deutschen länger als die Bürger der Nachbarstaaten arbeiten, nur um dann die kümmerlich Rente auch noch besteuert zu bekommen? Hmm. Wir lesen aktuell auch: »Zahl der Asyl-Erstanträge in Deutschland steigt deutlich« (welt.de, 8.6.2021)

»Flüchtlinge werden Renten der Babyboomer zahlen«, so wurden uns 2016 noch die Ohren vollgelogen (welt.de, 12.3.2016). Aber gut, so blöd, das zu glauben, so blöd waren wir doch auch damals schon nicht. Dass ich aber in den ersten Morgenminuten daran denken muss – das muss doch nicht sein!

Versehentlich geimpft (mit Nachtrag)

Wir bräuchten ein neues Morgengebet, eine neue »Programmierung«. »Danke für diesen guten Morgen« ist nicht genug, »zu ändern, was ich ändern kann«, ist richtig, aber es fehlt etwas. Vielleicht sogar ein Morgenritual, das uns den Mut gibt, lauter und selbstbewusster gegen diesen Wahnsinn zu werden – und uns doch nicht am vergeblichen Kampf aufzureiben.

Ich grübele über grundlegende Fragen dieser Art, und ich kann doch nicht von den Nachrichten lassen, und so lese ich: »Neunjährige gegen Coronavirus geimpft – Vater stellt Strafanzeige« (welt.de, 8.6.2021).

Von einer »versehentlichen Impfung« spricht die Polizei. Ich bin kein Arzt, doch wie man ein neunjähriges Mädchen »versehentlich« mit mRNA-Gentechnologie impft, erschließt sich mir nicht.

Wenn die Meldung so stimmt, wie sie aktuell berichtet wird, und wenn der Arzt nicht in Handschellen aus seiner Praxis geführt wird, ein Berufsverbot erhält und für alle auch nur möglichen Schäden des Kindes haftbar ist – mit seinem Vermögen auch nach seinem Leben – dann öffnet sich in meinem seit 2015 ohnehin brüchig gewordenen Glauben an den Rechtsstaat ein weiterer Riss.

Es wird noch immer debattiert, inwiefern die Injektion der experimentellen mRNA-Impfung langfristig die Fruchtbarkeit von Frauen beeinflussen kann. Seien wir aber realistisch: er hat de facto im Dienst von Regierung und höheren Mächten gehandelt, er wird einen kleinen Minischlag auf die Finger erleiden, mehr nicht).

Nachtrag 9.6.2021: Ich schrieb oben »Wenn die Meldung so stimmt«, und es scheint tatsächlich, dass eine Information fehlte. Laut br.de, 8.6.2021, 17:17 Uhr, soll der Vater zuvor selbst »gescherzt« haben, dass seine Tochter geimpft werden soll, was den Arzt annehmen ließ, dass es sich um eine »Risikopatientin« handelte. (Es bleibt die Frage, warum er einfach das Wort des Vaters nahm und sich keine entsprechende Bescheinigung eines Kollegen vorlegen ließ. – Ich lasse meinen Text so stehen.) 

Will mich darin üben

Ich brauche ein neues »Morgengebet«, ein neues Ritual, das mich stark macht, in eine wahnsinnigen Welt nicht selbst wahnsinnig zu werden.

Was die Regierung, Konzerne und ihre Söldner in den Redaktionen uns sagen, kann und wird also oft genug blank gelogen sein. Lerne, davon auszugehen, dass sie dich anlügen – und doch nicht daran zu verbittern.

Der Arzt, dem du dein Leben und das Leben deiner Kinder anvertraust, könnte deinen Kindern, ganz im Geiste einer verlogenen, zynischen Regierung, einen schweren Schaden fürs Leben zufügen.

Das Land, dem du so viel Steuern zahltest, das dir Heimat sein sollte, das eigentlich dir gehört, dieses Land will und wird dich auspressen, bis du zusammenbrichst, und dann lässt »dein« Land dich arm und einsam verkümmern.

Ich will mich darin üben, den Menschen zu dienen, und ihnen doch nicht allzu sehr zu vertrauen.

Ich will die Zukunft meiner Familie planen, wohl wissend, dass es niemanden von den Mächtigen kümmert, ob wir morgen auch nur eine Scheibe Brot zu essen haben.

Ich brauche ein neues, ein besseres Ritual. Der Kaffee kann bleiben. Die Nachrichten sind ein bitteres Gift, und auf leeren Magen genommen sind sie denkbar unverträglich.

Das Leben besteht aus den vielen Tagen, aneinandergereiht. Ich will lernen, den Tag von der ersten Sekunde an gut zu leben. Meine Kinder sollen Kinder sein dürfen, unbeschädigt von »versehentlichen« mRNA-Injektionen, gefährlichem Hormonmangel oder anderer »Neu-Programmierung«. Ich will ich sein dürfen, im Dienst an Familie und Menschheit, aber doch nicht als Verbrauchsmaterial des Staates.

Ich habe kein Problem damit, dereinst »in aller Stille« zu gehen, doch ich will es nicht wie die in Deutschland sterbenden Geschäfte und Unternehmen tun, verzweifelt und nach vielen in Panik gelebten Tagen.

Haben Sie Morgenritual gefunden haben, dass für Sie funktioniert? – Wir brauchen ein neues Ritual für einen wirklich guten Morgen, lassen Sie uns gemeinsam suchen! (Und wenn wir es gefunden haben, dann finden wir uns sogleich ein gutes Ritual für den Abend.)

»Weiterschreiben, Wegner!«

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