Dushan-Wegner

16.08.2023

»Vom Jäger zum Gejagten«

von Dushan Wegner, Lesezeit 6 Minuten, Bild: »Etwas zerreißt die Stadt«
Maaßen weigerte sich, Merkels Chemnitz-Lüge zu stützen. Er wurde durch CDU-Mann Haldenwang ersetzt, und der Verfassungsschutz wirkt gefährlich parteiisch. Wenn sie aber nun Maaßen ins Visier nehmen, darf man da »Merkels Rache« denken?
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Ein Messer kann ein Brot in Scheiben schneiden – oder einen Menschen. Und wenn das Messer schon in den Bauchraum dringt, macht es einen erheblichen Unterschied, ob es von einem Chirurgen geführt wird, der ein Leben zu retten gedenkt – oder von einem Bösewicht, der das Gegenteil plant.

Wie so oft im Leben gilt auch hier: Es kommt drauf an!

Doch nicht alle Werkzeuge, die mal Leben retten und mal nehmen, sind aus hartem Stahl geschmiedet. Einige der wirksamsten Waffen und Werkzeuge sind von eher abstrakter Natur.

Ein anderes »Messer«, das mal Leben töten und mal retten kann, ist als »kognitive Dissonanz« bekannt – und es ist heute sehr aktuell!

Provokativ im Titel

In den vergangenen Wochen und Monaten schrieb ich immer wieder über den Verfassungsschutz unter dem CDU-Mann Haldenwang. Im November 2022 debattierte ich den bis heute sehr irritierenden »Freispruch« für Klimapsychos, die das Leben von Bürgern attackieren, und fragte provokativ im Titel: »Des einen Terrorist, des anderen Aktivist?«

Ich schrieb damals auch: »Der aktuelle Verfassungsschutz-Chef Haldenwang kam in dieses Amt, nachdem Maaßen gegangen worden war, weil er Merkels Chemnitz-Lüge nicht unterstützen wollte.«

Wäre Merkel nachtragend und wollte sie sich im Nachhinein noch extra fies an Maaßen rächen, weil er ihre Chemnitz-Lüge nicht mittragen wollte, könnte sie den Haldenwang auf ihn ansetzen.

Zum Stichwort »Merkels Rache« hört man übrigens so manchen umstrittenen Namen, namentlich etwa Frau von der Leyen. Die Merkel-Ära hat dem Ansehen von Politik und Demokratie schweren Schaden zugefügt. Reparabel oder irreparabel?

Wir würden es nicht nachweisen können, wenn Merkel sich wirklich auf diesem Weg rächen wollte – vorausgesetzt, dass sie es könnte. Vielleicht würde es eines Tages, wenn es eh keinen mehr interessiert, doch noch herauskommen, so wie aktuell berichtet wird, dass das Merkel-Kanzleramt im Unrechtsjahr 2015 die mit hundertfünfzigprozentiger Linientreue auffallende TV-Moderatorin Hayali beauftragte und bezahlte – und man dies via Geheimhaltungsgrad »VS-Vertraulich« geheim halten wollte (apollo-news.de, 14.8.2023).

Doch selbst wenn es illegal wäre, sehen wir ja in der Causa Scholz, wie zahm deutsche Staatsanwälte im deutschen Rechtsstaat wirken, wenn es um Politiker geht. Bürger frech auf Facebook? Hausdurchsuchung! Gefängnis! Politiker auffällig nah an riesigem Steuerbetrug? Höchste Ämter und Versorgung auf Lebenszeit!

Ins Visier

Was genau sollte in diesem Fall auch die Anklage sein? Mangelnde politische Eignung aller Beteiligten? Nun, das wäre weder neu noch einklagbar – leider.

Wenn Merkel sich also via Haldenwang an Maaßen rächen wollte, wie könnte sich das äußern?

welt.de, 16.8.2023 titelt: »Verfassungsschutz nimmt Ex-Chef Maaßen ins Visier«. bild.de, 16.8.2023 spitzt zu: »Hans-Georg Maaßen: Vom Jäger zum Gejagten.«

Was macht eigentlich ein »Jäger«, sobald er den »Gejagten« »im Visier« hat?

Es gab wohl eine »Erkenntnisabfrage« zu Maaßen beim Bundeskriminalamt. (Beide Behörden unterstehen übrigens Innenministerin Nancy Faeser, die Angela Merkel hinterherzutrauern scheint:  welt.de, 24.1.2023 zitiert sie: »Union hat nach Merkel ihren Kompass in der Migrationspolitik verloren« – eine bemerkenswerte Aussage, wenn man bedenkt, dass die Merkel-Migrationspolitik der größte Schaden ist, der Deutschland und den Deutschen seit 1945 zugefügt wurde.)

Maaßen erfuhr von dieser »Erkenntnisabfrage« und äußerte natürlich Empörung. Der Vorgang wirkt von außen betrachtet wie eine Drohung, sinngemäß: »Pass lieber auf, Brüderchen!«

Was ich im Mai über die Graichen-Affäre schrieb, ließe sich wohl auch hier anwenden: »Ist der Ruf erst ruiniert, regiert es sich ganz ungeniert.«

Und mal lebensrettend

Ich will mir jeden Morgen beim Blick in den Spiegel jene zwei Grundfragen stellen: Was ist der Fall? Was soll ich tun?

Ich sehe (und beschreibe, seit einiger Zeit schon), was in Deutschland und bei seinen »Freunden« passiert.

Das merkwürdige Verhalten des Verfassungsschutzes ist ja wahrlich nicht der einzige Fall, der uns bewegen könnte, alle Hoffnung aufzugeben. Und doch müssen wir versuchen, etwas zu finden, das uns erlaubt, mit uns und unserem Tag zufrieden zu sein.

Was sollen wir tun?

Zuerst wären da die konkreten Möglichkeiten: der »Innenhof« und natürlich die jährlich von Hunderttausenden umgesetzte Idee vom Auswandern. Es empfiehlt sich ohnehin, dem linksgrünen Gedankenkrebs der Städte zu entfliehen und aufs Land zu ziehen. Dort kann und sollte man sich dann für seine unmittelbare Umgebung (die »relevanten Strukturen«) engagieren.

Auch unser Denken muss uns dienen! Wir müssen uns heute in einer Denkweise üben, die je nach Anwendung mal tödlich und mal lebensrettend sein kann.

Die »Kognitive Dissonanz« (siehe Wikipedia) ist ein (meist als unangenehm empfundener) Gefühlszustand, der sich einstellt, wenn wir zwei oder mehrere Fakten für jeweils wahr halten, diese sich aber einander unmittelbar oder in Konsequenz widersprechen.

Die kognitive Dissonanz kann Zeichen und Begleiterscheinung intellektueller Verwahrlosung sein, und wenn sie in der Politik umgesetzt wird, wird es gefährlich: Wenn man etwa glaubt, ein 83-Millionen-Land könnte die Milliarde Menschen Afrikas retten, dann ist das kognitive Dissonanz, die scheitern muss, egal, wie viele Staatsfunker man vorher bezahlt hat, um so zu tun, als wären offene Grenzen und offener Sozialstaat etwas anderes als suizidaler Irrsinn.

Angebliche Umweltschützer töten Vögel, Wale und Wälder für den Umweltschutz, fördern Rassisten im Kampf gegen Antisemitismus et cetera – linksgrüne Politik ist gelebte kognitive Dissonanz. (Tatsächlich glaube ich, dass die »gesponserten« Funktionäre genau wissen, dass sie große Lügen leben, die kognitive Dissonanz findet sich vor allem beim grünen Bodenpersonal und den vielfliegenden Wählern.)

Eine bewusst gelebte kognitive Dissonanz kann aber auch nützlich sein!

Wer ein Unternehmen gründet oder ein Kind aufzieht, der muss davon ausgehen, dass alles klappen wird. Gegeben die Scheidungsquoten, ist jede Heirat geradezu das Hochamt der kognitiven Dissonanz – wer wollte aber in einer Welt ganz ohne Liebe und Hoffnung auf ebendiese leben?

Einerseits, andererseits

Und auch im Politischen empfehle ich uns eine kognitive Dissonanz!

Einerseits sehen und wissen wir, dass es aussichtslos ist. In den USA wie auch in Deutschland hat »das System« die Hemmung »demokratischer Anstand« abgelegt, und politische Gegner werden im Diktatur-Stil fertiggemacht. Die ganze Sache aufzugeben, ist eine rationale Reaktion.

Wie gehen wir damit um, dass komplett außer-rechtsstaatliche Vorgänge zu geschehen scheinen? Wir nehmen es hin, dass es verloren ist. Und dann beschließen wir zu kämpfen, als wäre es nicht verloren.

Andererseits sehen und wissen wir, dass der Mensch, der nicht länger für eine Besserung kämpft und aus diesem Einsatz keine Hoffnung mehr schöpft, eigentlich seelisch tot ist. (Ja, ich betrachte weite Teile des Berliner Presse-Politik-Apparats als »seelisch tot« – die machen sich zum willigen Rädchen, denn sie haben aufgegeben, etwas zum Besseren zu verändern – so sie es je wollten.)

Ich weiß also (so in etwa), was der Fall ist. Ich sehe es ja!

Ich will es ja auch nicht leugnen, denn dann wäre ich ein Verschwörungsleugner.

Ich will vielmehr gleichzeitig glauben, dass ich etwas verändern kann.

Deutschland schneidet sich täglich mit dem Messer ins eigene Fleisch, als wären wir suizidal – oder nur sehr doof. Doch das ist »nur« eine Metapher. Tatsächlich werden die Akteure hinter diesem Schneiden privat sehr reich, während den Opfern ihr Lebenswerk genommen wird – und bisweilen auch das Leben, durch sehr reale Messer.

Vielleicht irre ich mich ja bei der Annahme, dass ich etwas ändern kann. Wie tragisch wäre es aber, es aufgrund dieses Irrtums nicht wenigstens versucht zu haben?

Ich finde mich damit ab, dass es ist, wie es ist. Und solange ich lebe, weigere ich mich, mich damit abzufinden, dass es ist, wie es ist!

Weiterschreiben, Wegner!

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